Thurston Moore @ Ampere, München, 2014-11-19

Knapp eineinhalb Jahre nach seinem sehr intensiven Auftritt mit Chelsea Light Moving schaute der gute Thurston wieder im Ampere vorbei. Mit neuer und sehr prominent besetzter Band: sein alter Sonic-Youth-Kumpel Steve Shelley an den Drums, die Bassistin Deb Googe von My Bloody Valentine und einem zweiten, mir bis dato unbekanntem Gitarristen namens James Sedwards, der dem Meister hinsichtlich exzessivem, verzerrtem Gitarrenspiel und Feedbacks in nichts nachstand. Exakt die Band, die das neue Album „The Best Day“ einspielte. Zwangsläufig bestand das Set bis auf einige Ausnahmen nur aus diesen neuen Songs.
Steve Shelley trommelte wie eh und je mit der von ihm gewohnten Präzision, Deb Googe bearbeitete ihren Bass mehr als Soloinstrument denn als unterstützendes Rhythmus-Gerät und Thurston Moore bleibt auch mit seinen 56 Jahren der ewig jung gebliebene Noise-Rock-Gitarrenrückkopplungs-Dandy, wie man ihn seit Jahrzehnten aus seligen Sonic-Youth-Zeiten und diversen Soloprojekten kennt und schätzt. Neu ist, dass er sich ab und an zu einem kurzen Gitarrensolo hinreißen lässt, was der tranceartigen Monotonie einiger Stücke nur gut tut. Der Sound war trotz erhöhter Lautstärke glasklar, laut SZ hat das Ampere in eine neue Soundanlage investiert – gut angelegtes Geld. Nach knapp eineinhalb Stunden inklusive Zugabe war Schluss und alle alten (und auch neuen) Indierock-Jünger durften beglückt zurückgelassen noch ein Bierchen schlürfen, Autogramme sammeln, den Merch plündern oder ohne weiteres in die Nacht entschwinden in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen mit Thurston Moore.

(*****)
Thurston Moore / Homepage

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2 Kommentare

    1. Ja, ein durchaus lohnendes Gebiet. Die Sachen von Thurston Moore sind hervorragend, v.a. die neue Scheibe und die letztjährige Chelsea-Light-Moving-Platte. Die Solo-Platten von Lee Ranaldo gefallen mir auch sehr gut. „Between The Times And The Tides“ von 2012 fand ich super und die Nachfolgesachen waren auch alle stark, wenn auch im Sound eher etwas 70er-orientierter. Mit dem Kim-Gordon-Zeug hab ich mich auch noch nicht so ausführlich beschäftigt. viele Grüße, Gerhard

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