Reingehört (29)

REINGEHÖRT Jan 2015
 

The Band – Carter Barron Amphitheater, Washington DC, July 17th 1976 (2014, Capitol)
Eines der letzten Konzerte der Band im Original-Line-Up und ein sensationell gutes obendrein. Die Kanadier, die in der Zeit neben den Dead, den Allmans und Little Feat mit das Beste waren, was sich auf nordamerikanischen Bühnen tummelte, zelebrieren hier einen Auftritt, der kaum Wünsche offen läßt: „It makes no Differnece“, eine ihrer besten Balladen in wunderbarem Vortrag, „The Weight“ dynamisch und auf den Punkt gebracht, eine Referenz-Fassung von „Tears Of Rage“, eine ergreifende „This Wheel’s on Fire“-Version und eine Pathos-freie und zupackende Ausgabe von „The Night They Drove Old Dixie Down“. Alle Beteiligten hatten hier einen Top-Tag für eine Konzertaufzeichnung. Bisher habe ich „Rock Of Ages“ als unangefochtene Nr. 1 der The-Band-Liveaufnahmen gesehen, diese hier eingefangene, herrlich ausgewogene Balance zwischen Country-Rock und Soul erschüttert diesen Glauben zutiefst.
(*****)


 

Melbourne Cans – Moonlight Malaise (2014, Lost & Lonesome)
Self-Description: “Easy-going dreamy pop songs played by easy-going dreamy pop stars.” So kann man’s natürlich auch sehen. Großartiger Crooner-Indie-Rock des australischen Quartetts um den Sänger und Gitarristen Ian Wallace. Bereits mit dem Eröffnungsstück „Wolves Of The Diner Mile“ geht es erhaben, getragen und ganz groß los, Ennio Morricone lässt grüßen, atmosphärische Background-Gesänge sorgen für die entsprechende Stimmung. In den besten Momenten erinnert die Platte an Madrugada zu Hochzeiten. Unbedingt erwähnenswert auch der betörende Endlos-Gitarrenritt im Glanzstück „Hot in the Head“. Dicker Tipp!
(*****)


 

Folkicide – The Meaningless Glare of Broken Human Beings (2014, Bandcamp)
Dilettantischer Polit-Folk-Punk aus Kansas City, mit kakophonen Nebengeräuschen aufgemotzt, kurzzeitig recht charmant, auf Dauer doch etwas eintönig. TV Smith kann sowas besser.
(***)


 

Justin Townes Earle – Absent Fathers (2015, Loose Music / Rough Trade)
Herrlich entspannte Alternative-Country-/Americana-Scheibe des Steve-Earle-Filius. Steht in Punkto Qualität dem alten Herren in nichts nach. Ausführlichere Besprechung gab es bereits gestern bei Gérard auf Pop-Polit, guckst Du hier.
(****)


 

Frontier Ruckus – Sitcom Afterlife (2014, Quitescientific)
Indie-Folk und -Pop des Quartetts aus Michigan, opulent produziert und genehm ins Ohr gehend. Trotzdem kann ich mir nicht helfen: das hat man alles schon mal bei Bright Eyes gehört, zumal der Sänger stimmlich frappierende Ähnlichkeit mit Conor Oberst aufweist. Eike vom Klienicum hat vor kurzem auch über die Band berichtet: hier anklicken.
(*** 1/2)


 

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