Reingehört (39)

San-Francisco
 
Ty Segall Band – Live In San Francisco (2015, Drag City)
Stimmungsvolle, Schwere-70er-Jahre-Gitarren-/Trash-Live-Scheibe des „Hardest Working Man in Garage Rock“. Einerseits schwer den Punk-Odem der frühen Jahre atmend, auf der anderen Seite mit ausladendem, überbordendem, enthusiastischen Gitarrenspiel den Stooges und MC5 huldigend, entfacht der Kalifornier Segall und seine Band ein klasse Live-Feuerwerk, welches auch nach mehrmaligen Hören nichts an seiner sprudelnden Energie verliert. Das Songmaterial speisst sich schwerpunktmäßig aus den Stücken der 2012er-Platte „Slaughterhouse“ (In The Red Records). Schweißtreibend, mutig, unbehandelt & großartig.
(*****)


 
Steve Earle & The Dukes – Terraplane (2015, New West Records)
Der Alternative-Country-/Roots-Rock-Großmeister aus Texas mit einer für seine Verhältnisse ungewöhnlich Blues-lastigen neuen Scheibe: Siebziger-Stones-Rock, Green On Red, Beefheart-Blues-Harp, Akustik-Blues a la Lightnin‘ Hopkins und Anklänge an die letzten, großartigen Dylan-Werke (nein, natürlich nicht dieses Sinatra-Gedudel!) – alles da, was das Herz begehrt in dieser Sparte. Der Blues ist für Earle „the commonest of human experience, perhaps the only thing that we all truly share“ und auf dieser Platte beweisen er und seine glänzend eingespielt Band The Dukes, dass sie ihn haben. Angenehme Überraschung.
(****)


 
Samba Touré– Gandadiko (2015, Glitterbeat / Glitterhouse)
„Vibrant Music from Africa and beyond“ ist das Motto der Glitterhouse-Tocher Glitterbeat unter der Führung von Walkabout Chris Eckman. Der von Ali Farka Touré großgezogene Samba Touré aus Mali veröffentlicht auf dem Label aus dem nordrhein-westfälischen Beverungen bereits seinen zweiten Longplayer, der ein intensives, groovendes und treibendes Spektrum von sehr traditionellem bis zu von westlicher Rockmusik beeinflusstem Desert Blues bietet. Diese Platte führt eindringlich vor Augen, wo der Rock ’n‘ Roll ursprünglich herkommt.
(****)


 
Sleater-Kinney – No Cities To Love (2015, Sub Pop)
Ich weiß, die Kritiken waren überschwänglich, und auf die Gefahr hin, dass ich mir jetzt viele Widerworte einhandle: So erfreulich die Wiedervereinigung der drei Ladies Brownstein, Tucker und Weiss grundsätzlich ist, so wenig versetzt mich die neue Sleater-Kinney-Scheibe in Enthusiasmus. Mit „Dig Me Out“ haben sie 1997 ihr Gitarren-Post-Punk-Meisterwerk in die Pop-Landschaft gestellt und diese neue Platte kann dem Klanguniversum der Band meiner bescheidenen Meinung nach wenig Wesentliches hinzufügen. Sicher generell solide Gitarrenkost, aber bei mir springt der Funke kaum über. Schade.
(***)


 

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