Jarboe & Helen Money with very special Guests Alexander Hacke & Danielle de Picciotto @ Ampere, München, 2015-02-18

Aufgrund der Ankündigung dieses Konzerts und des Ticket-Textes rechnete die interessierte Schar der Musikfreunde, die sich am Aschermittwoch im Ampere einfand, mit einer gemeinsamen Performance der angekündigten Damen Jarboe, Money und De Picciotto und des Herren Hacke, doch es sollte alles ganz anders kommen. Der unter dem Zeichen der Avantgarde und des Experiments stehende Abend wurde von einem intensiven und begeisternden Solovortrag der klassisch ausgebildeten amerikanischen Experimental-Cellistin Helen Money eröffnet, wie sie es bereits vor zwei Monaten im Hansa39 im Rahmen der Tournee der japanischen Post-Rocker Mono zelebrierte, ehe sich die ex-Swans-Sängerin Jarboe zu ihr auf die Bühne gesellte. Was folgte, war ein perfekter Duo-Vortrag der Stücke der aktuellen Gemeinschafts-EP der beiden Avantgarde-Ladies (Jarboe / Helen Money, Aurora Borealis ABX063). Der glasklare, wunderschöne, dieser Welt entrückte Balladengesang Jarboes bildete einen willkommenen Kontrast zu den schroffen Cello-Riffs und -Akkorden Helen Moneys. Die im Grundtenor ruhig gehaltenen Oden wurden vom Publikum dankbar aufgenommen, ehe es die beiden Künstlerinnen nach dem relativ kurz gehaltenen Auftritt mit einer intensiven, das Tempo deutlich anziehenden und an alte Swans-Zeiten erinnernden No-Wave-Nummer bereits wieder verabschieden musste.
(*****)

Nach einer kurzen Umbaupause betrat dann der Einstürzende-Neubauten-Bassist Alexander Hacke die Bühne zusammen mit seiner Lebensgefährtin Danielle de Picciotto, mit der er u.a. vor kurzem auch auf dem Album „The Ministry Of Wolfes“ zu hören war, das Kulturforum berichtete.
An diesem Abend führten die beiden ihr in der kalifornischen Wüste komponiertes Projekt „Perseverantia“ auf, dass im Frühsommer auf Tonträger erscheinen soll. Die Darbietung war ein wilder Ritt durch die Gefilde des Ambient und des Desert Blues im Stile der Friends Of Dean Martinez, angereichert durch tribalistisches Getrommel, schamanistische Beschwörungen und Gesang nach Art der buddhistischen Mönche von Gyütö von Seiten Hackes und dem Vortrag auf folkloristischem Instrumentarium durch Danielle de Picciotto. Das Konzert machte mächtig Laune auf die anstehende Veröffentlichung des Albums. Am Ende des Abends bedankte sich Alexander Hacke ausgesucht höflich bei den Anwesenden für den zahlreichen Besuch, was aufgrund der gerade mal anwesenden 50 – 60 Konzertgänger eines gewissen Sarkasmus‘ nicht entbehrte.
(**** ½)

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