Reingehört (45)

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Attwenger – Spot (2015, Indigo / Trikont)
Die Herren Markus Binder und Hans-Peter Falkner aus Ober-Österreich, weltweit bekannt unter dem Namen Attwenger, beglücken ihre Fan-Gemeinde mit einer neuen Studioplatte, die wie immer die Grenzen des an sich minimalistischen Instrumentariums Schlagzeug, Steirische Harmonika und Electronics bis in die hintersten Winkel der musikalischen Regionen ausleuchtet und das gelingt ihnen auch auf diesem Tonträger zum wiederholten Male ganz formidabel. Reminiszenzen an ihre allererste Scheibe „Most“ (1991, Trikont), die noch sehr in der traditionellen österreichischen Volksmusik verhaftet war, sind ebenso zu hören wie die inzwischen obligatorischen Elektronik-Experimente, Trance-Beats, der vokale Dadaismus und die äußerst humorige und gelungene Coverversion „Wöd“, im Original der R.E.M.-Klassiker „It’s the End of the World as We Know It (And I Feel Fine)“ vom 1987er-Album „Document“ (I.R.S.).
Aufgelockert werden die einzelnen Stücke von kurzen Zwischen-Jingles im Stile der „The Who Sell Out“-LP von 1967 (Track Records). Auf Tonkonserve immer ein Erlebnis, entfalten Attwenger auf der Bühne im Live-Vortrag erst ihre ganze Pracht, so heute Abend im Münchner Milla, Gratulation an alle, die sich rechtzeitig ein Ticket für das ausverkaufte Konzert sicherten, und dankenswerter Weise morgen noch einmal an gleicher Stelle (Zusatzkonzert 26. März, Milla, Holzstraße 28, München).

Weitere Attwenger-Konzert-Termine: Attwenger-Homepage.

Lassen wir zum Abschluss Markus Binder himself zur neuen Platte zu Wort kommen:

„25 Jahre nach unserem allerersten Konzert im April 1990, dem in der Zwischenzeit 750 Auftritte in 20 Ländern gefolgt sind, erscheint mit Spot das 8. Studioalbum: Attwengern auf dem neuesten Stand. Nach der Gründung unter dem Motto: Wir sind diejenigen auf die wir gewartet haben, waren wir von Anfang an darauf aus, mit dem Pfeil ins Schwarze zu treffen und nicht mit Granaten ins Blaue zu ballern.
Mit Spot wird nun der Fokus auf die kurze Form gerichtet.
12 Stücke mit einer Länge von 2 Minuten plus wechseln sich konsequent mit 11 Jingles um die 60 Sekunden ab. 23 Songs in 40 Minuten. Lang lebe die Kurzlebigkeit! Dafür umso öfter hören!
Thematisch beleuchtet Spot Folgendes:
Nicht alleine sein, Tourismusunfalltourismus, Ende der bekannten Welt, Gegenübertum, Unfugsfuge, Minimalismus, Erfrorenheit, spontane Homoerotik, Monodialog, Wortroulade, Immernochsong, Leckfunk, Jalousienblick, Überwachungsfolgen, Leere Versprechungen, Polkapunk, Automatisierung, Schweigen, Davonlaufen, Wohnen, Quatsch, Plärren, Alleine sein.
Auch auf Spot wird der minimalistische Mix aus traditionellem Material und afroamerikanischen Einflüssen weiterentwickelt, diesmal wieder unter verstärktem Einsatz elektronischer Sounds. Und mit Singsang im oberösterreichischem Dialekt. Wenn sie die Sprache nicht verstehen, soll sie das nicht daran hindern, Attwenger zu verstehen. In diesem Sinn: Ride on!“
(**** ½)

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12 Kommentare

    1. Danke, liebe Karin.
      Ich freu mich schon total auf morgen, für heute hab ich’s mit dem Ticket verschwitzt…
      Für mich sind Attwenger mit das Beste, was man sich live ansehen kann.
      Ich hab sie das erste Mal 1994 gesehen, auf dem Tollwood, an dem Tag, als die Deitschn das EM-Endspiel gegen Dänemark verloren ;-)))
      Und seitdem total oft, zuletzt auf der „Oidn Wiesn“ 2014:
      https://gerhardemmerkunst.wordpress.com/2014/09/23/attwenger-herzkasperl-festzelt-oide-wiesn-oktoberfest-munchen-2014-09-21/
      Meine Frau sagt immer: „Du gehst eh jedes Attwenger-Konzert!“ Zumindest was die nähere Umgebung betrifft, hat sie da recht ;-))))
      Liebe Grüße,
      Gerhard

      Gefällt 1 Person

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