Der Anfang vom Ende

Wie heute schwerlich zu übersehen und -hören sein wird, endete aus deutscher Sicht am 8. Mai vor siebzig Jahren der Zweite Weltkrieg und mit ihm das größenwahnsinnige rassistisch-staatsterroristische Polit-Abenteuer des Braunauer Gefreiten und seiner nationalsozialistischen Verbrecherbande. Am Ende dieses in der Geschichte beispiellosen Irrsinns waren Millionen von Toten zu betrauern, umgekommen in den Wirren des Krieges, der Partisanenkämpfe, auf der Flucht oder dem menschenverachtenden System der Nazis in den Konzentrationslagern oder den zahllosen Massenexekutionen und „Säuberungsaktionen“ zum Opfer gefallen.

Ein Vorbote dessen, was da noch kommen sollte, war der sogenannte „Hitler-Ludendorff-Putsch“, durch den die Nationalsozialisten am 8. und 9. November 1923 versuchten, die Regierungsmacht in der bayerischen Landeshauptstadt München an sich zu reißen und der in den Mittagsstunden des 9. November im sogenannten „Marsch auf die Feldherrnhalle“ gipfelte, welcher durch die bayerische Landespolizei gewaltsam niedergeschlagen wurde.
Neben den sechzehn „Blutzeugen der Bewegung“, die im Dritten Reich zwischen 1933 und 1945 alljährlich geehrt wurden, fielen vier bayerische Polizisten dem Putschversuch in Ausübung ihrer Pflicht zum Opfer.
Eine Gedenktafel an der Westseite der Münchner Residenz am Odeonsplatz erinnert heute an die getöteten bayerischen Landespolizisten Friedrich Fink, Nikolaus Hollweg, Max Schobert und Rudolf Schraut.

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9 Kommentare

    1. Klasse, Karin, danke für den Link. Ich bewundere die Arbeit dieser Menschen zutiefst und ich bin mir sicher, ich könnte mit dem Thema nicht so souverän umgehen. Liebe Grüße, Gerhard
      p.s. morgen kommt thematisch hier anknüpfend was über das neue NS-Dokumentationszentrum in München.

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  1. Danke Gerhard, für das Ge- und Andenken. Gerade in der heutigen Zeit, wo die letzte Kriegs-Generation ausstirbt und der Bellizismus neue Blüten trägt, kann man nicht genug erinnern und mahnen. Auch an die vielen „Unbekannten“ die ihr Leben eingesetzt haben. Man denke u.a. auch an Georg Elser in München.
    Und auf Deinen Artikel morgen bin ich ebenso gespannt.
    Liebe Grüße und den Münchenern 3 Punkte heute Abend
    Stefan

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    1. Vielen Dank, Stefan, für Dein Feedback.
      Über Georg Elser hab ich schon einige Male hier berichtet:
      https://gerhardemmerkunst.wordpress.com/2015/04/15/elser-er-hatte-die-welt-verandert/
      https://gerhardemmerkunst.wordpress.com/2014/07/19/georg-elser/
      Unvorstellbar wichtiger Mann, auch wenn man das lange Jahre in diesem Land nicht zu würdigen wusste!
      Mit den Punkten hat es ja heute geklappt, wer hätte das gedacht…
      Liebe Grüße nach Hamburg,
      Gerhard

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      1. Danke für die Links. Mit Elser hast Du absolut Recht. Vielleicht kennst Du auch das Buch von Gräfin Dönhoff über die vielen „Unbekannten“ die hingerichtet worden sind um den 20. Juli 1944.
        Was München und Hamburg eint…sind die Tore kurz vor Abpfiff.
        Liebe Grüße aus regnerischen Hamburg
        Stefan

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      2. Danke für den Tipp, Stefan, das Buch der Gräfin kenne ich noch nicht, da muss ich mich mal schlau machen.
        Gute Bücher zum Thema sind auch „Vergeßt uns nicht. Menschen im Widerstand 1933 -1945“ von Barbara Beuys (Rowohlt) und „Widerstand gegen den Nationalsozialismus“, herausgegeben von Peter Steinbach und Johannes Tuchel (Akademie Verlag).
        Die Tore gegen Spielende, genau, die lassen momentan wenigstens etwas Luft zum atmen…
        Liebe Grüße aus dem ebenfalls wenig frühlinghaften München,
        Gerhard

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      3. Barbara Beuys, Steinbach und Tuchel kannte ich noch nicht. Sind somit notiert. Danke! Das Buch der Gräfin ist ihre persönliche Erinnerung an Freunde und Bekannte. Aus heutiger Sicht kann man sich das gesamte Ausmaß nicht vorstellen. Wie schrieb Joachim C. Fest im ersten Satz seiner Hitler-Biografie sinngemäß: wäre Hitler 1938, auf dem Höhepunkt seiner Macht, ermordet worden, wäre er wohl in die Geschichte eingegangen als einer der größten Politiker Deutschlands.
        Auch interessant ist das Echolot von Walter Kempowski.
        Hier regnet es gleich wieder. Freuen wir uns dennoch auf ein schönes Wochenende
        Stefan

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