Reingehört (66)

kd

V.A. – Remembering Mountains: Unheard Songs By Karen Dalton (2015, Tompkins Square)
Die US-amerikanische Folk-Blues-Sängerin Karen Dalton aus Enid, Oklahoma, war in den sechziger Jahren mit Größen wie Tim Hardin, Bob Dylan und den Holy Modal Rounders zugange, veröffentlichte zu Lebzeiten gerade mal zwei Alben – v.a. die Paramount-Scheibe „In My Own Time“ aus dem Jahr 1971 ist eine dicke Empfehlung – und verstarb 1993 in New York City im Alter von 55 Jahren an den Folgen ihres langjährigen Alkohol- und Drogen-Missbrauchs.
Ihre derzeit aktiven Folk-Schwestern im Geiste haben der amerikanischen Cherokee-Ureinwohnerin auf der vorliegenden Song-Sammlung mit bisher unveröffentlichtem Songmaterial ein hörenswertes Denkmal gesetzt, von den größtenteils sehr sparsam instrumentierten, teils Gitarren-, teils Piano-dominierten dunklen Balladen, die gegen Ende der Scheibe um einige experimentelle Folk-Drone-Nummern bereichert werden, stechen vor allem die über die Maßen gelungenen Arbeiten von Laurel Halo, Marissa Nadler und die Interpretation von Alternative-Country-Queen Lucinda Williams heraus, letztere beweist nach der kongenialen Bearbeitung von „Angels Laid Him Away“ vom ‚Avalon Blues’/Mississippi-John-Hurt-Tribute auf ein Neues, dass es ihr ein Leichtes ist, Fremdmaterial ihre ureigene Handschrift zu verpassen. Tolle Sammlung an Coverversionen, auf der unter anderem weitere bekannte Namen wie Patty Griffin, Julia Holter, Sharon Van Etten und Isobel Campbell glänzen.
(**** ½)

Hans Theessink & Terry Evans – True & Blue (2015, Blue Groove / in-akustik)
Der holländische Meistergitarrist Hans Theessink und der vor allem durch seine Mitarbeit bei zahlreichen Ry-Cooder-Aufnahmen bekannte amerikanische Blues- und Soulmusiker Terry Evans haben im letzten Jahr in der österreichischen Wahlheimat Theessinks im Wiener Metropol ein beschwingtes Akustik-Blues-Album eingespielt, das durch perfektes Handwerk und beseelten Duettgesang besticht, hier haben sich zwei Könner ihres Fachs gesucht und gefunden. Theessink lässt wiederholte Male seine Brillanz an der Slide-Gitarre aufblitzen, die Liveaufnahme steht den akustischen Gitarren-Gottesdiensten der beiden Großmeister Ry Cooder und David Lindley an Brillanz, Können und Virtuosität in nichts nach. Neben Cooder-Preziosen wie „Cross Roads Blues“ oder der hervorragenden Version des „Bourgeois Blues“ zollen die beiden Vollblut-Musiker auf dieser Einspielung Größen wie Huddie Ledbetter, Robert Johnson, Chuck Berry und J.B. Lenoir Tribut, und das machen sie schlichtweg exzellent. Blues & Roots vom Feinsten.
(*****)

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3 Kommentare

    1. Vielen Dank, Karin, für Deine netten Worte.
      Kann ich mir vorstellen, der Hans Theessink dürfte für jede Musik-Szene eine absolute Bereicherung sein.
      Kennst Du übrigens die Wiener Band ‚Die Buben im Pelz‘ ? Ich werde die morgen thematisch verbraten, die spielen Velvet Underground mit Wiener Texten, die Platte ist aber leider schon vergriffen, ich hab sie am Freitag bei meinem Lieblings-Second-Hand-CD-Händler gehört, es war einfach genial – in dem Fall muss ich wieder mal sagen, Ihr habt’s einfach drauf, Ihr Wiener !!! 😉
      http://www.welt.de/kultur/pop/article143046135/Wien-Dragqueens-FPOe-und-Die-Buben-im-Pelz.html
      Liebe Grüße,
      Gerhard

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