The Dad Horse Experience + Pyrus @ Backstage free & easy Backyard Open Air Bühne, München, 2015-08-07

„BANNED: He’s A Badass Motherfucker But Won’t You Pleeeze Let Him In? Bring Back The Dad Horse Experience.“ steht auf dem neuen T-Shirt unseres liebsten Wanderpredigers Dad Horse Ottn aus Bremen, eine in Textil gefasste Botschaft ob seines Rauswurfs aus den United States Of America im vergangenen Winter wegen fehlendem Artist Visum, da kannte der Ami keinen Spaß und setzte die Kellergospel-Ein-Mann-Band The Dad Horse Experience samt Banjo, Mandoline und Plastikvogel kurzerhand in den nächsten Flieger Richtung altes Europa zurück nach Good Old Germany.
Auf Münchens Bühnen ist er selbstredend jederzeit willkommen, und so konnten wir uns am vergangenen Freitag erneut delektieren an seinen Erweckungspredigten über tote Hunde auf dem Highway, das World Trade Center in Heaven, die Gefahren des „Moonshiners“, erneut wurde uns die Erkenntnis gewahr, das der Kellergospelbarde nicht wie die Rockstars dieser Welt zwecks dicker Kohle, weißem Nasenpulver und flotter Weiber im Backstage-Bereich das konzertante Feld beackert, sondern einzig und allein für die Verbreitung der Wahrheit und Heilslehre zur Errettung unserer sündigen Seelen.
Dad Horse Ottn durfte an diesem Abend einen extra über Fulda angereisten russischen Fan begrüßen, der seinen zweiwöchigen Deutschland-Urlaub zum erstmaligen Konzertbesuch der verehrten Dad Horse Experience nutzte. Sowas nenne ich einen echten „Dad Head“. Ottn zeigte sich zudem recht angetan vom Vorprogramm und gab zu bedenken, dass er sich vom Pyrus-Outfit – siehe unten – durchaus Anregungen für seine zukünftige Bühnen-Garderobe mitnehmen werde.
„Er gab dem amerikanischen Landei-Gospel die Stimme zurück und der Tresen wird immer seine Kanzel bleiben, die Trinker an der Bar seine Gemeinde, das Mineralwasser sein Wein und seine Lieder und Melodien werden Heilung bringen.“ schreibt Dirk Geil recht treffend im Begleittext zum aktuellen Dad-Horse-Vinyl „Best Of – Seine schönsten Melodien 2008 – 2014“ (2015, Sacred Flu Productions / off label records) und hierzu sage ich: „Gebt mir ein Amen, Brüder und Schwestern im Herrn, und gehet hin und sündigt fürderhin nicht mehr!“
(*****)

The Dad Horse Experience / Homepage

Vor dem Dad-Horse-Auftritt gab es mit der Münchner Combo Pyrus einen mittelschweren Kulturschock zu verdauen, like Punk never happened schmeißen sich die sechs jungen Leute für ihre Auftritte in eine Art Guns N‘ Roses-Faschingsoutfit samt Mascara und Tigerjeans, „Hair Metal“ nennt sich det Janze, spätestens beim Helge-Schneider-artigen Lobgesang auf Botox lag – Gottlob – die Vermutung nahe, dass der stilechte (nun ja) Vortrag von Schweinerock-Klassikern wie „You Shook Me All Night Long“ von AC/DC, Journeys „Wheel In The Sky“ und selbstredend „Sweet Child o‘ Mine“ der bereits erwähnten kalifornischen Glam-Metal-Kasperln durchaus mit einem Augenzwinkern zu sehen war.
In dem Zusammenhang hätte ich mir zur Krönung des Auftritts noch „Eye Of The Tiger“ gewünscht, die Nummer hätte das Kraut richtig fett gemacht…;-)
(ohne Wertung)

2 Kommentare

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