Lost & Found (2)

the bevis frond / nick saloman

The Bevis Frond – Vavona Burr (1999, Flydaddy Records)
Die Londoner Band um Gitarrist und Songwriter Nick Saloman glänzt auf diesem Album – wie auf so vielen anderen – mit ihrer ureigenen melancholisch-melodischen Spielart des Psychedelic-Indie-Rock, der sich hier die Waage hält zwischen getrageneren Balladen und zupackend-euphorischem Song-Material, bei dem Saloman wiederholte Male seine Geistesverwandtschaft zum ausladenden, melodischen Stromgitarren-Genöle von Dinosaur-Jr-Vorsteher J Mascis sowie zum energischen Garagen-Trash der leider inzwischen aufgelösten Seattle-Kapelle Dead Moon um das Ehepaar Toody und Fred Cole erkennen lässt.
Enthält mit „Couldn’t Care Less“ einen der gelungensten, mir bekannten akustischen Stinkefinger in Richtung verflossener Liebschaften aus der wundersamen Welt der Rockmusik.
Beim Durchhören der ollen Kamellen steigert sich die Vorfreude immens auf das anstehende Bevis-Frond-Konzert am 2. Oktober im Münchner Backstage, vielleicht wird dann auch wieder der Ex-Hawkwind-Musiker Adrian Shaw an der Bassgitarre zugange sein…
(**** ½)

The Schramms – Walk To Delphi (1989, Okra / Normal Records)
Der aus Long Island/New York stammende Dave Schramm dürfte den Musikinteressierten am ehesten durch sein Mitwirken bei diversen Yo-La-Tengo-Frühwerken (Ride The Tiger, Fakebook) bekannt sein, 1989 veröffentlichte er mit seiner eigenen Band The Schramms auf dem ‚Walk To Delphi‘-Debüt eine wunderbare Sammlung aus ergreifenden Instrumentals und hochmelodischen Songs, die sich fein ausgewogen im Feld Alternative Country/Americana/Folk Rock bewegen und vor allem durch die sonore Stimme Schramms ihren speziellen Charme entfalten. Es folgten weitere drei Band- und zwei Solo-Alben („Folk und die Folgen“) in den neunziger Jahren, wenngleich ordentliche Produktionen, sollten sie nie mehr die Qualität und den Tiefgang des Erstlings erreichen.
Nach Auflösung der Band, die bei weitem mehr Aufmerksamkeit in Europa als in der Heimat erfuhr, arbeitete Dave Schramm in späteren Jahren als Studiomusiker für die Replacements, Syd Straw, Richard Buckner und Chris Stamey.
Auf der im kommenden Herbst stattfindenden Europatournee von Yo La Tengo wird Dave Schramm die Band erneut begleiten. In unseren Gefilden wird das lediglich in Berlin (27.10. Heimathafen) und Köln (28.10. Kulturkirche) zu bestaunen sein.
(*****)

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2 Kommentare

  1. die tengos sah ich erstmals, als schramm bereits ausgestiegen war. sein zwischenintermezzo war leider nicht von liveaktivitäten begleitet. umso erfreuter war ich, als ich hörte, dass er nun die band für die kommenden zwei d-gigs ergänzt. das ist ein ganz besonderer moment für mich. da schließen sich etliche kreise.

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