Reingehört (75)

Reingehört September 02

Nathaniel Rateliff – Nathaniel Rateliff & The Night Sweats (2015, Stax / Caroline)
Tolles, völlig aus der Zeit gefallenes Stax-Records-Debüt des Folk-Musikers aus Denver/Colorado, der zuvor bereits einige Alben für Rounder und Decca einspielte. Die Veröffentlichung beim Southern- und Memphis-Soul-Spezialisten, über den bereits Größen wie Otis Redding oder die Staple Singers ihre Perlen unters Volk brachten, macht aufgrund des massiven Sixties-Soul-Einschlags der Platte absolut Sinn, der treibende Soul und Blues des Albums geht Hand in Hand mit entschleunigterem Liedgut, allein das grandiose „Wasting Time“ im Stil der großen Sixties-Folk-Rock-Balladen hätte damaligen Alben von Sixto Rodriguez oder The Band zu noch höheren Weihen verholfen, ungelogen.
Da macht sich einer auf den Weg, im Geiste des alten R&B das Leben auf der Straße und in den (geistigen) Sümpfen neu auszuleuchten, und das gelingt ihm mit dieser Veröffentlichung ganz famos.
(*****)

Danny And The Champions Of The World – What Kind Of Love (2015, Loose Music / Rough Trade)
Und nochmal Folk-Rock und Alternative Country mit unüberhörbaren Soul- und Gospel-Einflüssen: Danny George Wilson gründete seine Combo 2007 in London, der Bandname bezieht sich auf ein Kinderbuch von Roald Dahl.
Das vorliegende Album ist bereits die sechste Veröffentlichung der englischen Formation. Slide-Gitarre, dezente Bläser und eine begnadete Stimme, die in den besten Momenten an den unvergessenen Willy DeVille erinnert (an anderer Stelle wurde Wilson auch mit dem jungen Rod Stewart verglichen), sind die herausragenden Ingredienzen dieses gehaltvollen Soul-Folk-Gebräus, das mit „Precious Cargo“ einen heißen Anwärter für den Song des Jahres enthält. Zu „This is not a Love Song“ sei angemerkt: This is not a PIL-Song, also keine Sorge hinsichtlich semi-origineller Coverversionen-Sperenzien.
Platten wie diese und die oben besprochene sorgen dafür, dass der Soul derzeit in der Kulturforums-Butze ein massives Revival erlebt. Und am 15. September ist auch noch Leon Bridges im Münchner Technikum zugange, ab und an meint’s das Leben einfach gut mit einem…
(*****)

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