Reingehört (80)

REINGEHÖRT 2015 Sept 14

Shilpa Ray – Last Year’s Savage (2015, Northern Spy Records)
Im November 2013 hat sie bei ihrem Soloauftritt im Vorprogramm des Bad-Seeds-Konzerts dem Großteil der wartenden Nick-Cave-Fans im Münchner Zenith mit ihrer Mischung aus Anna-Calvi-artigem Gesang und ihrem Georgel auf dem indischen Harmonium, das an bizarre Auftritte der Velvet-Underground-Ikone Nico gemahnte, mitunter nachhaltig an den Nerven gezerrt (an meinen nicht), mit ‚Last Year’s Savage‘ veröffentlichte Shilpa Ray aus Brooklyn/NY im Sommer ihr mittlerweile viertes Vollwerk, die indisch-stämmige Musikerin brilliert hier mithilfe zusätzlicher Bass-/Gitarren-/Schlagzeug-Unterstützung mit lakonischem Dark-Blues/-Soul und offensiv-zupackenden Arrangements, die nichts mehr gemein haben mit dem sehr monotonen Solo-Vortrag ihrer Live-Auftritte.
Beschwörend, zwingend, phasenweise düster, atmosphärisch dicht sind die Klanggebilde, die Shilpa Ray und ihre Mitmusiker unter dem Label origineller Songtitel wie „Shilpa Ray On Broadway“, „Colonel Mustard In The Billiards Room With Sheets Of Acid“ oder „Johnny Thunders Fantasy Space Camp“ zu Gehör tragen, die hinsichtlich Kuriosität nur noch vom Titel ihrer 2013 für Nick Cave’s Bad-Seed-Ltd-Label veröffentlichten EP ‚It’s All Self Fellatio‘ übertroffen werden, einer bizarr-kranken Vorstellung, der ich gar nicht weiter Raum geben will… ;-)))
Geschichten von Verrat, Sex und Tod, Ella Fitzgerald in ordinär & Gothic Lydia Lunch für die nächste Generation, mit wesentlich mehr musikalischem Tiefgang.
(**** ½)

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