Reingehört (83)

REINGEHÖRT_2015_09_21

Joan Shelley – Over And Even (2015, No Quarter Records)
Akustik-Folk für Feinschmecker bietet die amerikanische Songwriterin Joan Shelley aus Louisville/Kentucky auf ihrem dritten Longplayer ‚Over And Even‘, die Musikerin, die vor allem wegen ihrem kristallklaren Gesang Kritiker bereits auf englische Folk-Größen wie Sandy Denny und Vashti Bunyan referenzieren ließ, hat ein Faible für Old-Time-Country und Sixties-Folk, das sie neben ihrem solistischen Wirken auch in Zusammenarbeit mit befreundeten Musikern wie Daniel Martin Moore, Joe Manning und dem Trio Maiden Radio pflegt.
Die vorliegende Musik für die ruhigen Stunden besticht durch altmodischen Appalachen-Sound, dezente keltische Einflüsse, formvollendete Arrangements und die bereits erwähnte, an Reinheit kaum zu überbietende Stimme Joan Shelleys.
Die Stücke erscheinen zeitlos, sie hätten gut und gerne auch vor fünfzig Jahren auf einer Holzveranda irgendwo in den Blue Ridge Mountains oder in einem Folk-Club wie dem New Yorker Cafe Wha? erklingen können, manchem/r mag Joni Mitchell in den Sinn kommen, sei’s drum, im Lebenswerk der kanadischen Musikerin dürften sich auch zwei bis drei exzellente Songs finden.
Ein gewisser Glen Dentinger sowie der Kentucky-Alternative-Country-Gigant Will Oldham/Bonnie ‚Prince‘ Billy begleiten auf dem aktuellen Album dezent mit Harmoniegesang, wie passend.
Entstanden sind die zwölf neuen Folk-Meditationen während eines Aufenthalts der Musikerin in einem verlassenen Gebäude im griechischen Thessaloniki, das abgeschiedene Arbeitsumfeld tat den spartanischen, glasklaren, klar strukturierten Song-Miniaturen hörbar gut.
nyctaper.com hat ihr Brooklyn-Konzert vom vergangenen Februar im Union Pool aufgezeichnet, und so kann man sich dank der legal mitgeschnittenen Bootlegs aus dem Big Apple auch von den konzertanten Fähigkeiten der talentierten jungen Folk-Lady überzeugen, so to speak nur einen Mausklick entfernt.
„Joan Shelley’s voice flows out like a river. It never travels in a straight line. It follows bends and curves carved by history. We are all lucky just to be swept away, and go with her wherever she’s going.“ schreibt Catherine Irwin von der Alternative-Bluegrass-Band Freakwater über Joan Shelley, und die muss es wissen…
(**** ½ – *****)

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