Reingehört (92)

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Protomartyr – The Agent Intellect (2015, Hardly Art)
Herrliche, neue Scheibe der Post-Punk-Könner aus Detroit/Michigan, die Dominanz des Gang-Of-Four-Sounds vom Vorgänger-Album ‚Under Color Of Official Right‘ (2014, Hardly Art) ist deutlich zurückgenommen zugunsten eines energiegeladenen, treibenden Pop-Ansatzes, wie man ihn vergleichbar von frühen Aufnahmen der Londoner Art-/Post-Punk-Pioniere Wire kennt, im Albumtitel lassen die Bandmitglieder den Geistesmenschen raushängen, „an ancient medieval philosophical questioning of how the mind operates in relation to the self called active intellect and also know as agent intellect among it’s various names”, musikalisch geht es wesentlich weniger verkopft zur Sache, ambitioniert, lakonisch-treibend, ausgereift präsentiert das Quartett um den charismatischen Bariton des Sängers Joe Casey ihr neues Werk, und vielleicht klappt es diesmal mit einer Übersee-Tour, nachdem Anfang des letzten Jahres die bereits ausgegebenen Tickets wieder eingesammelt wurden.
Produziert hat ein gewisser Bill Skibbe (was treibt eigentlich der Michael derzeit?), der bereits auf Tonträgern von Fucked Up und der Jon Spencer Blues Explosion für knackigen Sound sorgte.
(**** ½)

Walter TV – Blessed (2015, Sinderlyn / Cargo Records)
Zweites Album eines kanadischen Trios aus Vancouver, welches mit nervös-rumpelndem, rauem Experimental-/Elektro-Indie-Pop durchaus neue Wege beschreitet. Talking Heads auf Speed, helltönender, scheppernd-schrammelnder Art-Independent-Rock und Garagen-LoFi-Charme geben sich die Hand auf diesem Do-It-Yourself-artigem Gebräu, das sich an manchen Stellen – vor allem im Chor-artigen, verzerrten Gesang – etwas konstruiert anhören mag, im Wesentlichen in seiner wackligen Verspieltheit aber doch Laune macht.
(*** ½ – ****)

mewithoutYou – Pale Horses (2015, Cooking Vinyl)
Das Indie-Rock-/Post-Punk-Quintett um die Brüder Aaron und Michael Weiss aus Philadelphia/Pennsylvania legte im Sommer ihr sechstes Album auf gewohnt hohem Niveau vor, schwerer, Bass-lastiger Post-Wave-Sound, Sprech-Gesang und schneidende Gitarren dominieren die düster-hymnischen Ausbrüche der Band, die Joy-Division-Fans ebenso begeistern dürfte wie Hörer, die von den Cure vor allem die frühen Werke und von den Editors nur die ersten beiden Alben schätzen. mewithoutYou treten am 27. Januar 2016 in der Münchner Kranhalle auf, zusammen mit der amerikanischen Emo-/Post-Punk-Band The World Is A Beautiful Place And I Am No Longer Afraid To Die.
(**** ½)

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