Reingehört (96)

TheNational-Boxer

EL VY – Return To The Moon (2015, 4AD)
Da hat er ja mächtig danebengehauen, der Herr Berninger von The National, mit seinem Seitenprojekt EL VY, das er zusammen mit einem gewissen Brent Knopf von der mir unbekannten amerikanischen Indie-Rock-Band Ramona Falls aus Portland/Oregon betreibt. Letzterer dürfte verantwortlich zeichnen für die musikalisch völlig belanglose, Rhythmus-getriebene, nichtssagende Indie-Easy-Listening-Unterfütterung des charismatischen Bariton-Genöles vom National-Vorturner, der mit seinem charakteristischen Mix aus Sangeskunst und Spoken Word die Grütze wenigstens vor dem völligen Absaufen bewahren kann.
Das Gedöns erinnert in seinen unangenehmsten Momenten, und das sind derer nicht wenige auf dem Tonträger, an seelenlose, sinnbefreite 70er-Jahre-Disco, banalste Song- und Rhythmus-Strukturen, wie sie kaum zu unterbieten sind, man fragt sich permanent, was den ollen National-Matt da geritten hat, seinen guten Namen und seine Vokal-Kunst für derart lahmen Langweiler-Brei herzugeben.
Brent Knopf hat bereits mit der südafrikanischen Indie-Kapelle Dear Reader zusammengearbeitet und spätestens bei der Info sollten alle Alarmglocken laut zu schrillen beginnen.
Lieber mal wieder ‚Boxer‘ (2007) oder ‚Alligator‘ (2005, beide: Beggars Banquet) oder ‚High Violet‘ (2010, 4AD) von der Berninger-Hausband auflegen, bereitet ungleich mehr Freude…
(* ½ – **)

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16 Kommentare

    1. Hallo Andreas, doch, die hat es mir schon sehr angetan, war von Anfang an sehr positiv bezüglich der Scheibe. Noch gelungener finde ich sogar die Vorgängerplatte ‚Alligator‘. Ich hatte das große Glück, The National zweimal beim Dachauer Musiksommer zu sehen, bevor sie den ganz großen Durchbruch hatten, waren schon tolle Konzerte.
      Viele Grüße,
      Gerhard

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      1. Ich denke, ich muss da unbefangener reinhorchen! Ich habe mir von denen noch kein Live-Video angesehen. Das werde ich mal nachholen. Man sieht dann ja auch etwas die Herangehensweise. Ich habe immer im Hinterkopf: „Wie sieht das jetzt live aus? Wie hört sich das live an?“. Bei mir fällt eine Band ziemlich schnell durch, wenn sie zwar ein fettes Album hat, es aber nicht live umsetzen kann. „Plattentests“ bewertet das Album sehr hoch, also muss was dran sein 😀 Gruß, Andreas

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      2. Live hab ich die Combo als völlig unprätentiös und völlig entspannt in Erinnerung, ist allerdings schon einige Jahre her. Beim letzten Münchner Auftritt im Zenith muss der Berninger laut Erzählungen grob einen getankt haben und entsprechend abgegangen sein, aber ich kann’s ihm nachsehen, anders hält man diese grauenvolle Halle auch nicht aus (ich war nicht dort). Viele Grüße, Gerhard

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  1. Hallo Gerhard,
    deine Texte sind immer wieder ein Genuss. So Sätze wie „der mit seinem charakteristischen Mix aus Sangeskunst und Spoken Word die Grütze wenigstens vor dem völligen Absaufen bewahren kann.“ finde ich einfach köstlich!
    Viele Grüße und einen guten Wochenstart!
    Achim

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    1. Ehrlich? Hätte ich nicht gedacht von Dir… Endlich mal eine Kontroverse ;-)) Doch, ich mag sie sehr. Über die letzte Platte kann man von mir aus streiten, ob das nicht zu gefällig ist, ich konnte sie eigentlich ganz gut werten.
      Viele Grüße,
      Gerhard

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  2. mmmh? von El Vy kenn ich bislang 2 Songs. Die haben mir recht gut gefallen. Werde diese Woche sicher noch ins komplette Werk reinhören. Erwartungen habe ich jedoch keine, was vielleicht ganz gut sein kann.

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  3. EL VY ist an mir komplett vorbei gegangen. Bzw. nicht ganz, da ich nun den Song „Return To The Moon“, den ich als Hintergrundgeräusch aus dem Äther hörte, nun namentlich zuordnen kann. Ab und an muss man Dich einfach loben, Gerhard. Dein Artikel ist klasse geschrieben und hat die Prise Humor und Ironie, die ich mag.
    Liebe Grüße,
    Stefan

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    1. Lieber Stefan, wie hast Du mal vor kurzem so schön gesagt: Bescheidenheit, bleib bei mir. Trotzdem natürlich danke, freut mich. Ich hätte sie so gern gelobt, weil ich den Berninger wirklich gern mag als Sänger, allein, es ging nicht…
      Liebe Grüße und einen schönen Tag,
      Gerhard

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