Reingehört (98)

If-I-Can-Dream

Elvis Presley – If I Can Dream: Elvis Presley with the Royal Philharmonic Orchestra (2015, RCA / Sony / MIS)
1977 veröffentlichte der schwergewichtige Bombast-Rocker Meatloaf zusammen mit Jim Steinman sein Magnum Opus ‚Bat Out Of Hell‘ (Epic), das den Kitsch in der Rockmusik zur Kunstform erhob und heute noch leuchtende Augen bei seinen Fans erzeugt, im gleichen Jahr trat der Mann, der hinsichtlich Leibesfülle und opulenter Präsentation seiner Jahrhundert-Hits durch jahrzehntelange Erfahrung und vor allem unzählige Veröffentlichungen dahingehend längst die Nase vorn hatte, zum Leidwesen seiner Millionen Fans viel zu früh die große Reise an, der King of Rock and Roll, Elvis Aaron Presley, der Kerl, der in jungen Jahren die Teenager zum Kreischen und im gesetzten Alter die alten Weiber in Vegas zum Heulen brachte, erklimmt nun mit dieser Overdub-Bearbeitung ausgewählter Hits durch das Royal Philharmonic Orchestra, Michael Bublé, die italienische Formation Il Volo und den Gitarristen Duane Eddy den ultimativen Kitsch-Gipfel, wir hören unter anderem seine Kracher „Burning Love“ und „It’s Now Or Never“, Schmachtfetzten wie „In The Ghetto“, „Love Me Tender“, die Simon-And-Garfunkel-Ballade „Bridge Over Troubled Water“ und den Mickey-Newbury-Klassiker „An American Trilogy“ in orchestralem Gewand, einem Elvis-Fan wie mir ist dahingehend eh nix zu blöd und somit hat sich nach vielen Jahren endlich die Platte gefunden, die an Heiligabend ‚Weihnachten mit Heintje‘ und ‚Pet Sounds‘ von den Beach Boys ablösen wird… ;-)))
Die Priscilla geht da im Übrigen völlig chloroform: „This would be a dream come true for Elvis. He would have loved to play with such a prestigious symphony orchestra. The music… the force that you feel with his voice and the orchestra is exactly what he would have done.”
(*** – *****, je nach Kitsch-Toleranz)

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19 Kommentare

      1. Das hat glaub ich eine andere Qualität, Dylan hat man immer ernst genommen (oder hat es zumindest versucht), bei Elvis kann man das ein oder andere, vor allem im Abstand der Zeit, auch mit einem Augenzwinkern sehen. Aber Du hast insofern schon recht, die orchestrale Nummer würde man sonst wohl kaum jemandem durchgehen lassen (siehe z.B. Quadrophenia)… dem King aber schon 😉
        Viele Grüße,
        Gerhard

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      2. Der King konnte mit seiner Wahnsinns-Stimme so manche Untat noch in genehme Bahnen lenken, da kann einer wie Bob der Meister mit seinem Genöle natürlich nur mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen, wenn der Song oder das Arrangement nicht passen, aber ich denke, jeder ist auf seine Art über jeden Zweifel erhaben und es ist gut, wenn nicht alles nach dem gleichen Schema tickt.
        Viele Grüße,
        Gerhard

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  1. Nachtigall ick höre dir trapsen 🙂 Weihnachten naht. Ich sehe es wie Du, mit einem Zwinkern. Die an Mantovani erinnernden zuckersüßen Arrangements sind sicher ideal für den Weihnachtsbaum. Auch wenn ich Kitsch mag, ich bleibe hier beim King beim Original, mit einem Zwinkern.
    Liebe Grüße aus dem nebligen Norden,
    Stefan

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      1. Das schöne ist doch, das man eine Wahl hat. Dabei bin ich entspannt. Und diese Versionen werden vermutlich neue Fans finden. Spannend wäre es gewesen, wenn z.B. George Martin das Album produziert hätte. Ich glaube, ich sollte mir seine Comeback-Show aus 1968 wieder ansehen. Ein Meilenstein…
        Liebe Grüße,
        Stefan

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      2. Eben,man hat die Wahl, und in dem Fall nicht zu knapp.
        George Martin ist ein gutes Stichwort, zumal die Orchesteraufnahmen für das neue Elvis-Werk in den Abbey Road Studios aufgenommen wurden.
        Die 68er-Comeback-Show: absoluter Meilenstein, Du sagst es, Stefan. Ich müsste glatt auch mal wieder …
        Liebe Grüße + einen schönen Tag,
        Gerhard

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