Robert Herman: The New Yorkers @ Amerikahaus

Die Gesichter der Stadt New York – Robert Hermans Fotografien zeigen in der Ausstellung „The New Yorkers“ im Amerikahaus eine authentische Geschichte von New York City und seinen Bewohnern.

„The New Yorkers“ heißt Robert Hermans Sammlung von Fotografien von New York City, die er zwischen 1978 und 2014 fotografierte. Die Bilder, die seit Mitte Oktober im Amerikahaus zu sehen sind, verewigen die Verwandlung von SoHo, Little Italy, Greenwich Village und der Lower East Side.
Sie erzählen eine authentische Geschichte von New York City und zeigen echte New Yorker, die in
ihren Stadtvierteln leben und arbeiten. Licht und Komposition schaffen dabei emotionsgeladene Bilder, die nichts beschönigen.
Die Fotos erzählen aber auch eine weitere Geschichte: Hermans Kampf mit seiner bipolaren Störung. Die Darstellung der Empathie, die der amerikanische Fotograf Herman für seine Motive empfindet, während er selbst mit seinem Dasein als Außenseiter zu kämpfen hat, macht The New Yorkers für all diejenigen interessant, welche die Stadt lieben oder kennenlernen wollen. Robert Herman selbst sieht seine Arbeit so: „Durch die Linse meiner Kamera trifft meine Verletzbarkeit auf ihre in dem Moment der Belichtung: eine Fotografie von jemandem, der offen ist für die Kamera eines Fremden, sagt mehr über einen New Yorker aus als ich je in Worte fassen könnte.“

Beim zentralen Werk „At The End Of The Day“ aus dem Jahr 1981 werden bei mir Erinnerungen an einen ähnlichen Bahnsteig in Brighton Beach/Little Odessa/Brooklyn wach und „Double Exposure“ zeigt einen gigantischen Blick von der Brooklyn Bridge auf die Bürotürme von Lower Manhattan, die in der Zeit der Aufnahme noch von den Twin Towers des World Trade Centers überragt wurden, Dokumente einer verschwundenen Zeit, wie sie im Kontrast hierzu auch das Foto „Apple Store“ aus dem Jahr 2014 vor Augen führt, irgendwann werden wohl an allen Ecken Manhattans diese Glas- und Stahl-Monster stehen und das alte New York mehr und mehr verdrängen, das nach Ansicht vieler das „alte Europa“ mit seinen jüdischen Synagogen, italienischen Konditoreien und irischen Pubs weit mehr repräsentiert als jeder andere Ort auf dieser Welt. Robert Herman gebührt der Verdienst, mit seinen herrlichen 80er-Jahre-Fotos viel von dem eingefangen zu haben, was in nicht allzu naher Zukunft nur noch in den Erinnerungen der älteren Bewohner von Stadtvierteln wie Little Italy, Chelsea oder Hell’s Kitchen existent sein wird.

Robert Herman, geboren in Brooklyn, New York, war seit seinen Anfängen als Filmstudent an der New York University in den späten 70er Jahren ein Straßenfotograf. Ausgestattet mit der Nikon F seines Vaters und einer 50mm-Linse, begann er die Stadt zu erkunden, um mit den Menschen seines Viertels in Kontakt zu treten und um die Kunst der Fotografie zu lernen. Seine Fotos von New York City, die er zwischen 1978 und 2005 auf Kodak Kodachrome fotografierte, wurden in seiner ersten Monographie gesammelt herausgegeben: The New Yorkers.

Alle Fotos (c) Robert Herman / Verwendung mit freundlicher Genehmigung des Amerikahauses

Amerikahaus München, Karolinenplatz 3
Bis 31. Dezember 2015.
Öffnungszeiten:
Montag–Freitag 10–17 Uhr
Mittwoch 10-20 Uhr
Eintritt Frei.

Amerikahaus München / Homepage

Robert Herman / Homepage

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