Reingehört (123)

ttb

Tedeschi Trucks Band – Let Me Get By (2016, Concord / Universal)
Wo die Holzveranda in den Sümpfen Floridas zum Sehnsuchts-Ort wird: die Band um das Ehepaar Susan Tedeschi / Derek Trucks nutzte die Pausen ihrer ausgedehnten Konzertreisen im vergangenen Jahr zu Jam-artigen Übungsabenden im Familien-eigenen Swamp Raga Studio, Resultat ist das dritte unter diesem Bandnamen eingespielte Studioalbum, die Southern-Big-Band wurde hier von Tim Lefebvre am Bass begleitet, kürzlich ist er auch bei Bowie’s finalem Werk ‚Blackstar‘ in Erscheinung getreten.
Southern Blues-Rock, Soul, indische Klassik und afrikanische Polyrhythmik bilden den Rahmen für Susan Tedeschis Soul-Sangeskunst und das begnadete Saitenspiel Derek Trucks‘, der hier zum wiederholten Male unterstreicht, warum er derzeit unbestritten zur Gitarristen-Weltklasse gezählt wird.
Geerdet, entspannt, berauschend im freien Improvisations-Groove, das Album verfügt über alle maßgeblichen Eigenschaften, die in diesem Genre spätestens seit dem ‚At Fillmore East‘-Meilenstein der Allman Brothers Band aus dem Jahr 1971 (Capricorn) als Bezugsgrößen gelten.
(**** ½)

Tedeschi Trucks Band live at Mountain Jam X, Hunter/New York, 2014-06-07 @ nyctaper.com

Sierra Hull – Weighted Mind (2016, Rounder)
Die amerikanische Mandolinen-Virtuosin Sierra Hull hat bereits 2002 im Alter von 10 Jahren ihr erstes, eigenvertriebenes Album veröffentlicht, seit 2008 ist sie beim in Nashville/Tennessee beheimateten Roots-Spezialisten Rounder unter Vertrag, ‚Weighted Mind‘ ist ihre dritte Veröffentlichung für das Indie-Label, das von Béla Fleck produzierte und von Alison Krauss Gaststar-bereicherte Album bietet zwölf Perlen aus dem Bereich Bluegrass, Newgrass und Folk, die sich auf musikalisch-handwerklich hohem Niveau bewegen, klar strukturiert und – wohl bewusst – spärlich instrumentiert sind und so die spielerische Brillanz der jungen Mandolinen-Pickerin ideal zur Geltung bringen, die mit ihrem wunderschönen, engelsgleichen Gesang einhergeht. Thematisch dreht sich in den Songs dieses Unplugged-Albums vieles um Verlust, Verwirrung, allerlei Sorgen und Sehnsüchte, um was es im Bluegrass halt gerne mal geht… herzergreifende Americana ohne Fehl und Tadel.
(****)

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