Reingehört (124)

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Plates Of Cake – Becoming Double (2016, Underwater Trash)
Drittes Werk eines jungen Quartetts aus Brooklyn/New York, lakonischer Sixties-Lounge-Indie-Pop trifft Felt und Hurrah!, auch mittels neuseeländischem Flying-Nun-Label-Sound kommen die Achtziger vermehrt zu ihrem Recht, fette Blues-Tupfer und nostalgischer Power-Pop runden das recht genehme Klangbild ab, und gegen Ende wird’s auch noch lustig-verspult mit etwas Psychedelic-Tralala. Da geht noch was.
(****)

Feral Conservatives – Here’s To Almost (2016, EggHunt Records)
Bangles-/90er-College-Rock für Arme: eine Spur zu glatt produzierter Indie-Power-Pop eines jungen Trios aus dem US-Bundesstaat Virginia, immerhin passt der Bandname wunderbar zum derzeit stattfindenden, völlig durchgeknallten US-Vorwahlen-Gepolter gewisser Präsidentschafts-Kandidaten, und auch Sängerin/Mandolinen-Pickerin Rashie Rosenfarb verfügt über einen herzallerliebsten „verbalen Zugriffsindex auf eine Informationsmenge über ein Individuum“ (Wikipedia ist ab und an einfach genial! ;-)))).
“We kind of went from an electric roots band that listens to too much R.E.M. to a folk band that woke up with amnesia in a Seattle basement and had to out-garage other rock bands to save our lives.” Da wünsch ich weiterhin gutes Gelingen, vielleicht klappt’s beim nächsten Mal…
(***)

Circus Devils – Stomping Grounds (2015, Happy Jack Rock)
Robert-Pollard-Nebenprojekt, zusammen mit seinem langjährigen Wegbegleiter/Produzenten Todd Tobias und dessen Bruder Tim. Auch schon wieder das dreizehnte Album, das der ultra-fleißige Guided-By-Voices-Chef unter dem Label veröffentlicht, die Combo ist seit 2001 Spielwiese für seine Psychedelic-/Prog-/Grunge-Phantasien. In der Regel kann man Pollard blind folgen, hier wird die Treue mitunter auf eine harte Probe gestellt, zu abgestanden-vertraut ist das Songmaterial, das sich aus schwerem 70er-Stooges-/Heavy-Rock und unüberhörbaren Pearl-Jam-Grunge-Einflüssen speist. Der Soundtrack für ein Bier in der Biker-Kneipe an einem langen, kalten Winterabend, weder das eine noch das andere jedermanns Geschmack…
(*** ½)

Nap Eyes – Thought Rock Fish Scale (2016, Paradise Of Bachelors)
Album Nummer zwei einer Viererbande um den Sänger/Songwriter Nigel Chapman aus Halifax/Nova Scotia/Canada mit unüberhörbarem Velvet-Underground-Einschlag, gepaart mit frühen Go-Betweens aus der Urbesetzungs-Phase, die ja ihrerseits auch nicht ganz unbeleckt vom Sound der Velvets waren, der Gesang alles andere als uncool, und trotzdem gelingt es der Band auf dem Album eher selten, über das Niveau gepflegter Langeweile hinauszukommen. An einem Tag, an dem ich mit dem falschen Fuß aufstehe, bezeichne ich sowas maximalst-ablehnend als urfad, aber das wäre dann doch eher dem falschen Fuß als dem nicht ganz ungefälligen Songwriter-Indie-Pop der Nap Eyes geschuldet…
(***)

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2 Kommentare

  1. du reisst die scheiben hier ja am fliessband durch. wahnsinn. von nap eyes erhoffe ich mir ja doch um einiges mehr, bin gespannt, wie mein urteil ausfallen wird. der rest nur semiinteressant für mich. dennoch danke auch dafür, da sortiert es sich leichter. 😉

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    1. Na das Kompliment kann ich aber postwendend zurückgeben, bei Dir ist ja täglich auch nicht gerade wenig los ;-)) Bei Nap Eyes war ich hin und her gerissen, aber irgendwie war unterm Strich wenig neues dabei. Der Begriff Eklektizismus erscheint mir hier nicht ganz unangebracht.
      Viele Grüße,
      Gerhard

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