Eine Kerze für Trifon Ivanov

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Der 10. Juli 1994, unvergessen: Fußball-WM-Viertelfinale, East Rutherford/New Jersey: Der bulgarische Innenverteidiger Trifon Ivanov zieht unmittelbar vor Spielbeginn im Anstoß-Kreis genüsslich eine Kippe durch, während sich die anderen Kicker aufwärmen, um im Anschluss mit Letchkov, Balakov, Kostadinov, Stoitchkov und Co. „die Unseren“ verdientermaßen mit 2:1 aus dem Turnier zu hauen.
Trifon Ivanov bestritt 75 Spiele für die bulgarische Nationalmannschaft, mit ZSKA Sofia gewann er 1990 und 1992 die bulgarische und mit Rapid Wien 1996 die österreichische Meisterschaft.
Gestern ist der „bulgarische Wolf“ in Samowodene/Nordbulgarien den Folgen eines Herzinfarkts erlegen. Er wurde 50 Jahre alt. Es gab und gibt eine Handvoll Kicker, die ich in ihrer aktiven Zeit gerne irgendwann bei den Münchner „Löwen“ gesehen hätte, Trifon Ivanov stand auf dieser Liste mal ganz weit vorne…

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6 Kommentare

  1. in einer Schweizer Boulevardzeitung nahm sein damaliger Freund und Weggefährte Petar Aleksandrov (hach, waren das noch Zeiten, als der Gute meinen FC Aarau zum sensationellen Meistertitel schoss) mit ein paar schönen Worten Abschied von Trifon (der ja auch in der Schweiz gespielt hat). Ich erlaube mir das hier 1zu1 reinzuposten:

    Lieber Trifon,

    Ich habe Tränen in den Augen, kann nicht glauben, dass du nicht mehr da bist. Erst vor zwei Wochen haben wir noch zusammen telefoniert, du warst so lebendig, so positiv, so lustig wie eh und je. Nichts hat darauf hingedeuet, dass du erst im letzten Sommer einen Herzinfarkt überstanden hattest. Und jetzt? Bist du nicht mehr da. Aber in meinen Erinnerungen wirst du weiterleben.

    Weisst du noch, als wir zusammen bei Xamax spielten und in der selben Wohnung lebten? Nie werde ich vergessen, wie du für mich gekocht hast, wie wir stundenlang über Fussball gesprochen haben, wie ich einen echten Freund gefunden habe.

    Weisst du noch, als wir nach der Weltmeisterschaft 1994 im ersten Meisterschaftsspiel mit Xamax gegen Servette spielten? Es war dein Geburtstag und du hast kurz vor der Pause das 1:1 geschossen und ich habe kurz vor Schluss das 2:1 gemacht. Danach hast du in der Kabine die Korken knallen lassen. Ramba-Zamba! Unser Trainer Gilbert Gress hat getobt, doch du hast ihm geantwortet: „Trainer, ich habe Geburtstag, das ist wichtig im Leben.“Als du Monate später gefragt wurdest, was du deinen Kinder sagst, damit sie ins Bett gehen, hast du geantwortet: „Wenn ihr nicht schlafen geht, schicke ich euch Gilbert Gress vorbei.“ Das hat gewirkt.

    Du hast zwar grimmig ausgesehen, aber du hattest ein grosses Herz, hattest immer ein offenes Ohr für alle. Und auf dem Platz warst du der härteste Verteidiger, den man sich vorstellen kann. Eine Respektsperson, ein Leader.

    Meine Gedanken sind bei dir und deiner Familie, lieber Trifon. Ich werde dich nie vergessen, du wirst in meinen Erinnerungen weiterleben.

    Dein Petar

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