Reingehört (128)

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Jeb Loy Nichols – Long Time Traveller (2016, On-U Sound / Rough Trade)
Der Amerikaner ist bereits in den Neunzigern zusammen mit seiner Frau, der Britin Lorraine Morley, und ihrer gemeinsamen Folk-Dub-Band Fellow Travellers äußerst angenehm aufgefallen, vor allem das beim OKra-Label im Jahr 1992 veröffentlichte Zweitwerk ‚Just A Visitor‘ ist eine wunderbare Übung auf diesem Crossover-Gebiet, nach etlichen, zum größten Teil sehr ansprechenden Solo-Folk-Alben hat er 2010 zusammen mit Dub-Produzenten-Legende Adrian Sherwood das vorliegende ‚Long Time Traveller‘-Album aufgenommen, das seinerzeit nur als limitierte Auflage im japanischen Markt verfügbar war, nun ist dieses mit britischen Reggae-Musikern eingespielte Album auch in unseren Gefilden erhältlich.
Vom Country-Folk früher Tage ist wenig zu vernehmen, die seit damals vertraute Melodica kommt mitunter dezent zum Einsatz, ansonsten frönt Nichols auf ‚Long Time Traveller‘ dem Reggae der reinen Lehre, Gregory Issacs, Bunny Wailer, Burning Spear und UB40 aus der Prä-Mainstream-Phase mögen als Referenzgrößen dienen, der reduzierte, auf das Wesentliche reduzierte Dub-/Lovers-Rock-Sound bietet den perfekten Rahmen für die charismatische Stimme des musikalischen Grenzgängers.
(**** – **** ½)

V. A. – Studio One Showcase: The Sound Of Studio One In The 1970s (2016, Soul Jazz)
Wie vom Hause Soul Jazz gewohnt mustergültig zusammengestellter Sampler mit 18 Perlen zum Thema „Jamaikanischer Reggae der siebziger Jahre“, der dem geneigten Hörer aufzeigt, dass die karibische Volksmusik in dieser Dekade ein weitaus größeres Sound-Spektrum zu bieten hatte als das damals populäre, für Rockmusik-orientierte Gehörgänge von Island Records/Chris Blackwell gefällig produzierte Format von Dritte-Welt-Superstar Bob Marley und seinen Wailers, dessen Bedeutung und Substanz hier jedoch in keinster Weise geschmälert werden soll.
‚Showcase‘ dokumentiert so unterschiedliche Acts wie Cedric Brooks & Count Ossie, Freddy McGregor, Horace Andy, Johnny Osbourne, Sugar Minott, The Heptones oder den Lone Ranger, die sich in Kingston im legendären, von Clement „Coxsone“ Dodd gegründeten Studio One die Klinke in die Hand gaben. Die siebziger Jahre: hinsichtlich musikalischer Einflüsse, Weiterentwicklungen, neuer Trends und technischer Innovationen, aber auch hinsichtlich der politischen Situation in Jamaika das spannendste Kapitel bezüglich Reggae, Ska, Dub, Lovers Rock und Dancehall…
(**** ½)

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