Israel Nash + Gold Lake @ Orangehouse, München, 2016-02-12

Da kann sich so manche Vorband eine Scheibe von abschneiden – so darf gerne jeder Konzertabend eröffnen: Die spanische Band Gold Lake um die fesche Sängerin/Keyboarderin Lua Rios ging von Minute eins an in die Vollen, beherzter Indie-/Power-Pop nahm das Publikum im vollbepackten Orangehouse am Freitagabend von Beginn an gefangen. Als warme Lagerfeuer-Gitarrensounds zelebrierende Indie-Folkband angekündigt, war so mancher Besucher verwundert über den strammen, zwingenden Indie-/Post-Rock-Klang der Fender Jazzmaster, den schmissigen Keyboardsound und den euphorischen Gesang, den die Combo ungebremst ablieferte, da hat sich seit Bandgründung eindeutig etliches im Klangbild des hochsympathischen Quartetts aus Madrid in Richtung Energie und griffig-enthusiastischer Melodienvielfalt weiterentwickelt. War stilistisch vielleicht nicht die ideale Ergänzung/Eröffnung für den Americana-Sound des Hauptacts, Spass gemacht hat das allemal und die begeisterte Meute im Saal wäre für weitere Aufführungen der jungen Spanier durchaus zu haben gewesen. Gerne beim nächsten Mal als Headliner über die volle Distanz…
(**** ½)

„Cosmic American Music“ hat man das seinerzeit genannt, zu Zeiten von Grateful Dead’s ‚Workingman’s Dead‘, den New Riders Of The Purple Sage, Countryrock-Gott Gram Parsons und der Frühphase von Old Neil Young, was uns da der zottelige Americana-Barde Israel Nash (formerly known as Israel Nash Gripka) als Hauptmenü des konzertanten Reigens zusammen mit seiner vierköpfigen, exzellent eingespielten, wie eine gut geölte Maschine daherkommenden Band servierte, ein beseeltes Gebräu aus Westcoast, Country, Americana-Folk und harmonischem Mehrgesang verzückte das Orangehouse über nahezu 100 Minuten, hinsichtlich Tonträger hat mich Nash ab und an schon mal auf dem völlig falschen Fuß erwischt, zu viel Gleichklang mäanderte da durch den grundsätzlich für gut befundenen stilistischen Ansatz des Texaners, und auch im Live-Vortrag griff die von Neil Young auf das eigene Werke bezogene Aussage „It’s all one Song!“ das ein oder andere Mal, immerhin konnte sich der mitunter in der Wiederholungsschleife befindliche Konzertgast am exzellenten Gitarrenspiel des Saiten-Virtuosen Joey McClellan einklinken, festhalten, weiden und berauschen, die schwergewichtigen, hochmelodischen Countryrock-Ergüsse des jungen Burschen waren aller Ehren wert.
Gleichwohl: Trotz vermehrt auftretender Ähnlichkeiten im Songmaterial erinnert sich nicht nur Nash gerne an das Orangehouse, hier war er schon in vergangenen Jahren zu Gast und erkannte den ein oder anderen treuen Fan im Publikum wieder, auch die Besucher vom ausverkauften Konzert am vergangen Freitag werden den Abend in guter Erinnerung behalten, allzu oft ergeben sich die Gelegenheiten nicht, den Geist von Woodstock auf derart hohem musikalischem Niveau zu zelebrieren.
(****)

Vielen Dank an Eike Klien / Klienicum-Blog.

Advertisements

3 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s