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Iggy Pop – Post Pop Depression (2016, Caroline / Universal)
Vielversprechend geht’s los, mit dem gefällig abrockenden Opener „Break Into Your Heart“, und zu einem halbwegs guten Ende findet es auch mit dem Rausschmeißer „Paraguay“, das erste Studio-Album vom Herrn Osterberg seit vier Jahren, zwischen Alpha und Omega findet sich jedoch bedauerlicherweise eine ganze Ladung an domestiziertem Alternative Rock, der seinen Hang zum Mainstream nur schwer zu bändigen und zu verbergen weiß, man hätte sich weitaus mehr an Brachial-Ungezähmtem erwartet vom Iggy, zumal er sich im kommenden Sommer auf europäischen Bühnen zwischen etlichen Brüllern wie Iron Maiden, Slayer und den Suicidal Tendencies tummelt, beispielsweise am 28. Mai im Münchner Olympiastadion beim Rockavaria, zudem hat er sich – wie in den Medien bereits ausführlichst breitgetreten – für die neue Scheibe mit dem Krachmusik-Experten Josh Homme (Eagles Of Death Metal, Queens Of The Stone Age, Them Crooked Vultures, Kyuss) zusammengetan, welchem es auf dem Tonträger aber leider auch nicht gelingen mag, die Chose in annähernd musikalisch spannende Gefilde zu katapultieren. Wird qualitativ von den bewerbenden Medien in die Nähe der Stooges-Klassiker oder der von Bowie produzierten Iggy-Großwürfe wie ‚Lust For Life‘ oder ‚The Idiot‘ (beide 1977, beide RCA) gestellt, glaubt davon kein Wort.
Wer nicht hören will, muss fühlen, ‚Post Pop Depression‘ ist ab 18. März im gutsortierten Fachhandel und an der Supermarkt-Kasse erhältlich.
(***)

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25 Kommentare

      1. Achso okay, ja ist ja auch wirklich nicht jedermanns Sache 🙂 ich bin bis heute riesiger Verehrer ihrer Songs For The Deaf. Sorry übrigens, hatte heute morgen nicht gesehen, dass Du über das neue Album geschrieben hattest, sonst hätte ich ja auch gesehen, wie Du die Songs findest. Nächstes Mal sollte ich genauer lesen 🙂 Dennoch danke für die Info

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  1. Ich mag ja Josh UND Iggy, aber zusammen funkt es nicht. Diese stoische Coolness an den Queens hab ich gern, und an Iggy liebe ich das genaue Gegenteil, dass nämlich immer die Tür zum kindisch Verspielten einen Spalt offensteht – gegenseitig hebt sich das allerdings irgendwie auf und es wird was Unspannendes draus, iirgendwas zwischen Disco und Desert, aber nichts Halbes und nichts Ganzes. Hm. (Hast Du übrigens mal die Ticketpreise für die Tour gesehen? …?!?)

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    1. Das bringst Du schön auf den Punkt, Sonja. Bei mir hat es auch so gut wie überhaupt nicht gefunkt. Mich würde es nicht wundern, wenn das Zeug demnächst im Mainstream-Radio rauf und runter gespielt wird. Wegen Tickets hab ich mich nicht schlau gemacht, wie gesagt, in München spielt er im Stadion zwischen allerlei Metal-Gedöns, das ist im Gesamtpaket dann doch nicht so ganz meins, gesehen hätte ich ihn allerdings schon gern mal wieder…
      Liebe Grüße,
      Gerhard

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      1. (Irgendwas bei 300 Tacken für einen US-Gig, hüst…) Tja, ich kann mir auch nur schwer vorstellen wie Iggy und Josh so im Studio zusammen funktionieren. Beides nette Kerle, aber zusammen vielleicht einfach zu nett. Tja, abhaken, aufs Nächste Ding warten. Liebe Grüße!

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      2. Ja, is wohl besser so… ;-))
        Ob Iggy immer so der Nette ist, weiß ich nicht, ich hab mal bei einem Konzert erlebt, wie sein Gitarrist den falschen Einsatz erwischte, da hat sich der Iggy einfach umgedreht und ihm unvermittelt eine geschossen. Da war nicht nur der Gitarrist perplex…. ;-))
        Liebe Grüße,
        Gerhard

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  2. Hi Gerhard, noch was anderes … fiel mir aber beim Stichwort Jazz ein. Leider sehr kurzfristig: Aber Dobler Franz ist heute hier in A bei einer Willie-Nelson-Tribute-Benefiz-Lesungs-Konzert-Veranstaltung unterwegs. Der Jazzclub wäre aber so oder so mal eine Adresse für dich, wenn Du dich außerhalb der Landeshauptstadt tummeln willst. Die machen tolle Arbeit (sage ich nicht nur deshalb, weil ich passives Mitglied bin). Und seit einigen Monaten endlich in einem eigenen Club mit fester Adresse: http://jazzclub-augsburg.de/

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    1. Hallo Birgit, ich hab’s erst jetzt gelesen, aber ich schätze, das ist die Heyne-Hardcore-Veranstaltung, die bei uns im Unter Deck lief: https://gerhardemmerkunst.wordpress.com/2015/11/12/willie-nelson-tribute-unter-deck-muenchen-2015-11-09/
      Falls Du das noch rechtzeitig liest und es sich zeitlich noch ausgeht: geh hin, kann ich Dir schwer empfehlen. Danke für den Link, muss ich mir mal genauer anschauen, vielleicht geht ja mal was zusammen… ;-))
      Liebe Grüße,
      Gerhard

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  3. Lieber Gerhard,
    mehr als den Auftritt bei Stephen Colbert kenne ich auch nicht. Als ich die Nachricht las, das Iggy ein neues Album veröffentlichen wird, dachte ich unwillkürlich daran wann ich das letzte Album von Iggy mit Freuden gehört hatte. Das liegt schon einige Jahre zurück: Avenue B. In der Zwischenzeit habe ich mehr Freude an ihm als Moderator seiner Radioshow und seiner Songauswahl. Es scheint, wie Sonja geschrieben hatte, das manchmal die Chemie nicht stimmt…trotz großer Namen.
    Ich finde er könnte Hörbücher aufnehmen,mit dieser Stimme, oder sich mit den von ihm favorisierten Sleaford Mods zusammen tun. Da ist im Alter immer noch Luft nach oben.
    Liebe Grüße,
    Stefan

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    1. Lieber Stefan,
      ja, manchmal passt es irgendwie nicht. Auch diese Stooges-Neuauflage hat mich nie wirklich begeistert, obwohl ich Mike Watt als Basser immer sehr geschätzt habe. Ich würde es ihm (und uns) gönnen, wenn er nochmal zum großen Wurf ausholt, aber da müssen wir wohl noch warten und weiter hoffen.
      Liebe Grüße,
      Gerhard

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      1. Lieber Gerhard,
        was bleibt uns anderes übrig als zu warten.Vielleicht wäre dies eine neue Kategorie: „Große Namen und ihr Alterswerk.“
        Liebe Grüße aus dem verschneiten Norden,
        Stefan

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      2. Lieber Stefan,
        so ist es. Die Kategorie wäre reizvoll, aber im Bereich Rock und Pop sieht es da in letzter Zeit eher mau aus, wenn man vergleicht, wie die alten Blueser und auch Jazzer da teilweise früher zu Hochform aufgelaufen sind (und die Country-Leute auch heute noch), da dürfen sich die Herren Dylan, Cale, Morrison, Springsteen und wie sie alle heißen aber warm anziehen.
        Liebe Grüße,
        Gerhard

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  4. Mir gefiel aus den letzten Jahren noch „Préliminaires“ am besten! Chanson passt auch zu Iggy!

    Und hat schon jemand in die Whitman Gedichte (leaves of grass) reingehört:?
    Iggy liest Whitman mit Musik von Tarwater/Alva Noto

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    1. Meins war die Chanson-Nummer ehrlich gesagt nicht so ganz, aber ein paar hörenswerte Sachen waren dabei, gebe ich zu.
      Die Whitman-Nummer hab ich letzte Woche gehört, mal sehen, werde ich wohl demnächst ein paar Takte dazu schreiben, hat mir wesentlich besser gefallen als die hier besprochene Scheibe. Die Komib mit Tarwater etc. + Spoken Word passt ganz gut.
      Viele Grüße,
      Gerhard

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