Reingehört (135)

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Chuck Johnson – Velvet Arc (2016, Trouble In Mind Records)
Akustik-Gitarrist, Minimal-/Experimental-Klassik-Komponist und Filmmusik-Schreiber aus North Carolina, der amerikanische Blues/Folk-Ikonen wie die hochverehrte Elizabeth Cotten und Reverend Gary Davis ebenso zu seinen Einflüssen zählt wie die Gitarren-Outsider John Fahey und Robbie Basho, hier mit einer hypnotisch-meditativen 7-Stücke-Sammlung aus dem Bereich instrumentaler Post-Folkrock, die neben der Präsentation einer ureigenen Klangsprache auch Einflüsse von Leo Kottke über Post-Rock, Desert Blues und American-Primitive-Anklängen im Geiste Faheys bis zu irisch-schottischen Volksmusik-Verweisen gekonnt zu zitieren weiß, dargereicht mit Violinen-, Bass- und Schlagwerk-Begleitung. Ein imposantes Wandern zwischen komplexen Strukturen und der puren Schönheit reduzierter Folk-Klänge.
(**** ½)

Chuck Johnson Live / Diverse Konzert-Mitschnitte 2012 – 2015 @ nyctaper.com

The Pheromoans – I’m On Nights (2016, Alter)
Soundbastler aus Great Britain, reichlich unkonventionell im Bereich Post-Punk und Experimental-LoFi unterwegs, in vereinzelten Passagen lässt sich der Bezug auf etliches Spannende aus der Alles-ist-möglich-New-Wave-Phase der End-Siebziger kaum überhören, Retro-hafte Ansätze mit Verweisen auf die Pop Group, Deutsch-Amerikanische Freundschaft oder Thomas Leer & Robert Rental gehen nichtsdestotrotz ohne Abstriche unvermindert gut ins Ohr, dezente elektronische Beats, verzerrte Ambient-Noise-Drones und gedämpft-klagende Synthie-Klangmalereien halten den Bezug zur Gegenwart aufrecht. Für die Jugend und New-Wave-/Post-Punk-/Industrial-Veteranen gleichermaßen empfohlen.
(****)

Wall Of Death – Loveland (2016, Innovative Leisure / Rough Trade)
Muss wohl irgendwie ok sein, eine Band, die heißt wie dieser großartige Song von Richard Thompson, und im Fall des Pariser Trios ist auch tatsächlich alles paletti in Sachen verhallte Indie-Psychedelic, was die Franzosen an Gespür für dunkel-geheimnisvolle Dramatik und verhuschte Soundlandschaften mitbringen, ist auf sehr anständigem Niveau, zum Abschluss wartet die Combo mit schönem Orgel-Garagen-Trash und sakralem Abgesang auf, dass es eine Art hat – das zweite Album von Wall Of Death hält etliche Quellen der Freude für den Sixties-Nostalgiker bereit und klingt doch im Gesamtbild erstaunlich aktuell im Alternative-Rock-Hier-und-Jetzt verhaftet.
(**** – **** ½)

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