Reingehört (138)

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Heron Oblivion – Heron Oblivion (2016, Sub Pop)
Mal wieder ein ganz großer Wurf aus dem Hause Sub Pop, hatten wir in der Güte lange nicht mehr. Könnte glatt die Indie-Konsensplatte des Jahres 2016 werden, die Anlagen dafür bringt das Debüt-Album dieses US-Westcoast-Projekts im Überfluss mit. Heron Oblivion besteht im wesentlichen aus Bandmitgliedern der kalifornischen Noise-Rock-Combo Comets On Fire, dem Gitarristen Charlie Saufley von Assemble Head in Sunburst Sound und der Sängerin Meg Baird, die hier auch die Drums bedient und neben ihrer Solo-Aktivitäten der Psychedelic-Folk-Rock-Band Espers vorsteht. Sieben größtenteils ausufernd-gedehnte, sich Zeit nehmende und ihre ganzen Pracht entfaltende Psychedelic-, Kraut- und Prog-Rock-Epen bieten vor allem beste, hochmelodische Gitarren-Arbeit mit viel Hall, Verzerrung, Pathos und Tiefgang, die beim geneigten MC5- und Bevis-Frond-Hörer ebenso Gefallen finden dürfte wie beim Old-Neil-Young-Freund, der diese ureigene, latent bedrohlich-düstere wirkende Crazy-Horse-Schwere auf ‚Everybody Knows This Is Nowhere‘ oder den Psychedelic-Blues von ‚On The Beach‘ aus den Hochphasen des Meisters zu schätzen weiß.
Allerfeinst abgerundet, veredelt und erweitert wird das Klangbild durch die betörend-entspannte Sangeskunst von Meg Baird, ihr vokaler Wohlklang legt Herbstnebel-gleich eine entrückt-verzauberte Komponente über die 70er-Jahre-Gitarren-Psychedelic und nimmt ihr so weitgehend die Schärfe, man mag fast verzückt von einer inwendigen Gelassenheit säuseln, die durch diesen dem altenglischen Folk nicht unähnlichen Gesang transportiert wird.
Mit derart bunten Klang-Explosionen braucht man keine zusätzlichen Rauschmittel, weder am Entstehungsort San Francisco noch sonstwo. Mindblowing, wie unsere englischsprachigen FreundInnen sagen würden…
(*****)

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10 Kommentare

      1. Kommt immer drauf an, wie gesagt, z.B. bei Crazy Horse oder Bevis Frond (oder auch Dinosaur Jr und Built To Spill) steh ich da sehr drauf, und hier bei Heron Oblivion ist das auch exzellent gemacht. Gibt natürlich auch ganz grauslige Sachen vor allem aus den Siebzigern, da kriegt man dann schnell zu viel… ;-))
        Viele Grüße nach Wien,
        Gerhard

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  1. Mindblowing trifft es gut, Gerhard. Ich kannte die Band nicht und bin angenehm überrascht wieder neues und vor allem hörenswertes kennen gelernt zu haben. Toller Tipp.
    Liebe Grüße und einen guten Start ins Wochenende,
    Stefan

    Gefällt 1 Person

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