Eine Kerze für Prince Rogers Nelson

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Das Pop-Genie Prince Rogers Nelson aka The Artist Formerly Known As Prince ist gestern in Chanhassen/Minnesota im Alter von 57 Jahren gestorben.
Seine enormen Fähigkeiten als Komponist und Multi-Instrumentalist, seine Wandlungsfähigkeit, seine herausragende Bühnenpräsenz und sein Einfluss auf die Popkultur ab Anfang der achtziger Jahre waren bereits zu seinen Lebzeiten Legende. Der Stellenwert von Alben wie ‚1999‘ (1982), ‚Purple Rain‘ (1984), ‚Parade‘ (1986) oder ‚Sign O‘ The Times‘ (1987, alle Warner) ist in der Welt der Pop-Musik über jeden Zweifel erhaben.
Seine Karriere war geprägt von Konflikten mit Plattenfirmen, was zum zeitweiligen Ablegen seines Künstlernamens Prince und unkonventionellen Veröffentlichungen über das Internet führte.
Im März 1985 rettete er einen Rockpalast-Abend mit einer Live-Übertragung seines Konzerts aus Syracuse/New York, Europas Fernsehzuschauer konnten sich von der unglaublich charismatischen Bühnenperformance des Ausnahmemusikers überzeugen, einziges Highlight an einem Abend, an dem die einst glorreiche ARD-Rocknacht durch ein schauderhaft-belangloses Line-Up mit Wolf Maahn, Paul Young und Al Jarreau ansonsten seinen absoluten Tiefpunkt erlebte.
1987 wurde bei Auflösung der US-Hardcore-Legende Hüsker Dü kolportiert, dass Prince das nächste, nicht mehr zustande gekommene Album der Ortsnachbarn und Warner-Label-Kollegen produzieren sollte, eine Kooperation, die die geneigte Hörerschaft nur zu gern erlebt hätte.
Es dürfte neben Prince kaum einen Musiker in der Pop-Historie gegeben haben, dem es gelang, unter Einflüssen von Hendrix, Sly Stone, James Brown über Motown/Funk/Soul bis zu Psychedelic Rock und New-Wave-Elementen die ureigenen Ideen und innovativen Ansätze zu einem derart stimmigen Gebräu zu formen.

Eine ganze Ladung an schwer zugänglichem Prince-Material findet sich auf der exzellenten Seite von Captain Willard, unter anderem auch das sehr geschätzte Swingin‘-Pig-Bootleg ‚Nightclubbing‘, das eine hart Soul-Groove-rockende Aftershow mit Prince-Eigenkompositionen und Coverversionen von James-Brown- und Leiber/Stoller-Klassikern in einem kleinen Club in Den Haag aus dem Jahr 1988 dokumentiert.
Auch beim Captain verfügbar: Das Hindu-Love-Gods-Album mit der over the top gelungenen „Raspberry Beret“-Coverversion (Hindu Love Gods = R.E.M. minus Michael Stipe plus Warren Zevon).

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10 Kommentare

  1. Ein Verlust der traurig macht. Ich verbinde mit Prince und seiner Musik und Auftritten viele Erinnerungen und Geschichten, wie u.a. um das damals legendäre „Black Album.“ 2016 ist ein schlimmes Jahr für die Musik. Eigentlich dachte ich, nachdem er sich mit Warner Bros. geeinigt hatte, das es eine von ihm auch autorisierte Retrospektive geben wird, da er seine Master-Tapes wieder bekommen hatte. Was für ein Verlust und was für ein Talent.
    Liebe Grüße,
    Stefan

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    1. Ja, stimmt, das „Black Album“, auch so ein Objekt der Begierde in der Rock-Historie. In der Ö3-Musicbox haben sie das damals auch gebührend gewürdigt, schöne Radio-Sendung, ich erinnere mich gerne.
      Liebe Grüße,
      Gerhrad

      Gefällt 1 Person

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