Reingehört (160)

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Kid Congo & The Pink Monkey Birds – La Araña Es La Vida (2016, In The Red)
Unser liebster Latino-Grinser: 1959 als Sohn mexikanischer Einwanderer in La Puente/Kalifornien im Los Angeles County als Brian Tristan geboren, in den Siebzigern Präsident des Ramones-Fanclubs, hat Kid Congo Powers am Ende jener Dekade das Gitarrenspiel vom späteren Gun-Club-Chef Jeffrey Lee Pierce erlernt, dabei werden sie sich wohl auch nebenher über ihre jeweilige Funktionärs-Karriere ausgetauscht haben, Pierce war mal Vorstand der organisierten Blondie-Fans.
Auf den ersten Gun-Club-Scheiben war er dann nicht dabei, zu der Zeit hat er sich mit den Cramps rumgetrieben und mit ihnen frühe Perlen wie ‚Psychedelic Jungle‘ (1981, IRS) und ‚Smell Of Female‘ (1983, New Rose) eingespielt, irgendwann soll er von Lux Interior vor die Tür gesetzt worden sein, das Rumscharwenzeln des Mexikaners um seine holde Ivy war ihm wohl irgendwann zuviel.
Ab Mitte der Achtziger dann Rückkehr zum Gun Club, diverse Tourneen und Mitarbeit an den sehr guten Alben ‚The Las Vegas Story‘ (1984, Animal Records), ‚Mother Juno‘ (1987) und ‚Pastoral Hide And Seek‘ (1990, beide What’s So Funny About), parallel dazu und im Anschluss mit Nick Cave und den Bad Seeds bis 1996 konzertant unterwegs und auf den exzellenten Cave-Tonträgern ‚Tender Prey‘ (1988) und ‚The Good Son‘ (1990, beide Mute) zu hören.
In den folgenden Jahren war Powers immer wieder gern gesehener Gast auf Alben/Projekten von unter anderem Barry Adamson, der experimentellen Berliner Noise-/Postpunk-Band Die Haut oder bei Honeymoon-Killer Jerry Teels kurzzeitigem Projekt The Knoxville Girls.
Gut rumgekommen, der Mann, keine Frage.
Seit Mitte der Nuller-Jahre schmeißt Kid Congo zusammen mit seiner Band The Pink Monkey Birds seinen eigenen Laden, auf dem aktuellen Werk ‚La Araña Es La Vida‘ begeistert er mit geschickt im Glam-Sound der Frühsiebziger verpacktem Trash-Rock-’n‘-Roll, für Freunde des Sixties-Garagen-Sounds und der Fuzz-Gitarre öffnet sich ein atmosphärisch dichter, bunter Strauß aus frei von der Leber weg abrockenden, frisch-knackigen TexMex-, Slide-Gitarren-Blues-, Punk-Surf-Trash- und Swamp-Gassenhauern.
Lässt uns träumen von Zeiten, in denen der Gun Club die beste Band der Welt, Lux Interior quicklebendig und die Bad Seeds noch irgendwie latent subversiv waren, long, long time ago, I can still remember how that music used to make me smile…
(**** ½)

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2 Kommentare

    1. Läuft partiell schon recht gut rein, sein Problem war glaub ich immer, dass er den ganz großen Wurf zum eigenen Sound nicht ganz hinkriegt, dass hat sich z.B. auch schon auf der Knoxville-Girls-Platte angedeutet. Die Zutaten für die Rezeptur sind schon ok, aber man kennt sie halt schon alle.
      Live fand ich ihn immer total witzig, aber da hat er eher immer die Nebenrolle gespielt (Bad Seeds, Die Haut, Gun Club).
      Viele Grüße,
      Gerhard

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