Reingehört (162)

jayhawks

The Jayhawks – Paging Mr. Proust (2016, Thirty Tigers)
Die Jayhawks haben mit dem hochgelobten ‚Hollywood Town Hall‘ (1992) und ‚Tomorrow The Green Grass‘ (1995, beide American Recordings) zwei essentielle Alben des Alternative-Country-Genres veröffentlicht, danach hat sich Mitbegründer Mark Olson für eine ganze Weile vom Acker gemacht, um auf musikalisch recht ansprechenden Solopfaden zu wandeln und um mit seiner damaligen Lebensgefährtin Victoria Williams die Original Harmony Ridge Creekdippers ins Leben zu rufen, für die Aufnahmen zum passablen 2011-Jayhawks-Album ‚Mockingbird Time‘ (Rounder) und folgende Konzertreisen hat sich Olson wieder in die Band eingebracht, nachdem es bereits 2008 bei der Duo-Produktion ‚Ready For The Flood‘ (New West) die ersten, erfolgreichen Wiedervereinigungs-Versuche mit Jayhawks-Mitbegründer und Co-Songwriter Gary Louris gab.
Auf dem neuen Album ‚Paging Mr. Proust‘ übernimmt ein gewisser Kraig Johnson den Gitarristen-Part Olsons, der sich nach der mehrjährigen Auszeit der Band zu keiner Rückkehr entschließen konnte, für die Songs zeichnet bis auf wenige Band-Kooperationen Gary Louris allein verantwortlich, mit dem Fehlen des Gegenparts mag die allzu gefällige, leichtgewichtige Darbietung des Alternative-Country-Rocks zu erklären sein, die vor allem zum Einsteig des Albums über mehrere Songs hinweg nur gedämpfte Begeisterung aufkommen lässt, in ausgewählten Stücken wie „Leaving The Monsters Behind“ und „Isabel’s Daughter“ kommt dann doch noch vereinzelt die altbekannte Qualität der Band in ihrer Grateful-Dead-artigen Country-Rock-Entspanntheit zum tragen.
Ex-R.E.M.-Gitarrist Peter Buck hat produziert, und der sollte sich vor allem hinter die Löffel schreiben, dass hinsichtlich mehrstimmigem Eagles-Gesangs-Schmalz auf diesem Tonträger weniger eindeutig mehr gewesen wäre…
(*** ½)

You Won’t – Revolutionaries (2016, Extraneous Music)
Charmanter, im Songwriting simpel und griffig gehaltener Indie-Folkrock vom Duo Raky Sastri und Josh Arnoudse aus Boston/Massachusetts im Geiste von Jonathan Richman, House Of Freaks und der frühen Violent Femmes (die sich selber aktuell anhören wie die frühen Violent Femmes… ;-)).
Ausgefallenes Instrumenatrium wie etwa der Dudelsack sorgen ergänzend für ein reichhaltiges Klangspektrum, im Stück „Trampoline“ garantieren Harmonium und eine singende Säge für großes, nachdenkliches Ergriffenheits-Kino, zumeist ist der Grundtenor des folkloristischen Indie-Werks jedoch ein flotter, zum Mitwippen anregender. Nicht jedes Kleinod gelingt in gehobener Qualität, einigen, wenigen Werke fehlen die sprichwörtlichen Ecken und Kanten.
Josh Arnoudses Gitarrenanschlag lässt die ausgeprägte Neigung zum Punk-Folk wiederholte Male erahnen, Frank Turner und so Zeug, genau.
“Revolutionaries is about starting out determined to change the world and ending up determined just to change your socks.” Haha.
(*** ½ – ****)

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