Reingehört (165)

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Sun Ra – In Some Far Place: Roma ’77 (2016, Strut / Art Yard Records)
Ganz was Feines hat der Record Store Day 2016 da ans Licht der Öffentlichkeit gebracht: Der große Experimental-/Avantgarde-/Jazz-Pionier Sun Ra hat in intimer Trio-Besetzung 1977 konzertant in Rom eine eindrucksvolle Demonstration seiner gesamten stilistischen Bandbreite zum Besten gegeben, der Meister selbst an Piano und Moog-Synthesizer, Schlagzeuger Luqman Ali und der sporadisch mit dem Sun Ra Arkestra arbeitende Sänger Thomas Thaddeus zeigen die Entwicklung auf vom Chicago-Piano-Jazz der konventionellen Schule bis hin zu den späteren, für Sun Ra charakteristischen, Weltraumthemen-dominierten Space-Jazz-Trips.
Exzellente Solo-Piano-Versionen von Klassikern wie „Take The ‚A‘ Train“, „Sometimes I Feel Like a Motherless Child“ und dem „St. Louis Blues“ wechseln sich ab mit den Buddy-an-der-Weltraumorgel-Greatest-Hits „Love in Outer Space“, „Space Is the Place“, „Calling Planet Earth“ und dem unvermeidlichen, freien Improvisations-Synthie-Gefrickel, das auf keiner Live-Scheibe fehlen darf vom Exzentriker from outer Space (oder konkreter einem zweiten Birmingham/Alabama, irgendwo da draußen in den unergründlichen Weiten des Weltalls, wer weiß das schon so genau in dem Fall…).
Wie bei allen tonalen und atonalen Ergüssen der großen musikalischen Freigeister gilt: Love it or leave it.
(**** ½ – *****)

 

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