Reingehört (192): Lou Rhodes

lou_rhodes

Lou Rhodes – theyesandeye (2016, Nude Records)
Louise Ann Rhodes, die sozusagen bessere Hälfte des Trip-Hop-Duos Lamb, hat nach sechs Jahren ein neues Album veröffentlicht, das sich vehement und absolut erfolgreich gegen Schubladen und Kategorisierung wehrt. Die Solo-Arbeiten der jungen Frau aus Manchester sind im Grundton wesentlich näher am organischen Folk-Sound und klassischen Songwriting angesiedelt als ihre Electronica-Arbeiten mit Lamb, die Einordnung vor allem des aktuellen Werks im Volksmusik-Bereich würde aber viel zu kurz greifen.
Lou Rhodes bietet mit ihrem im Kern ätherischen Free-Folk-Ansatz auf „theyesandeye“ soviel mehr an Einflüssen und Beigaben in Form von Ambient, dezenter Psychedelic, Neoklassik und unaufdringlichen Tape-Samples.
Die getragenen, beschwörenden Songs sind sorgfältigst instrumentiert, der stimmige Einsatz von Akustikgitarren, Drums, Piano und Streichern wird punktuell ergänzt durch angenehm wohldosierten, dezenten Harfen- und Pedal-Steel-Schönklang.
Inhaltlich zeugen die Songtexte von einem ziemlich rückwärtsgewandten Hippie-Ansatz, nicht zu überhören im Grundtenor hinsichtlich “true adoration of sweet Mother Nature”, aber das lässt man sich als Hörer hier gerne gefallen ob einer derartig vielfältigen Wundertüte mit schönen Klangeindrücken, geisterhaften Grundstimmungen, außergewöhnlichem Songwriting und berauschender Sangeskunst. Die Begeisterung dürfte nach weiteren Durchläufen des Tonträgers noch steigerbar sein.
(*****)

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