Reingehört (208): Exploded View

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Exploded View – Exploded View (2016, Sacred Bones Records)
Schwere, zwischen katatonischer Depression und Hysterie schwankende Indie-Psychedelic auf dem Band-Debüt der in UK geborenen und derzeit in Berlin beheimateten politischen Journalistin Anika Henderson und ihrer drei mexikanischen Mitmusiker, die hier atmosphärisch stimmig in einem einnehmend-hypnotischen Flow aus Krautrock-Elementen, zeitlosem, verhuscht-verschleiertem Düstersound und einer an den Postpunk der Endsiebziger angelehnten, massiv nach vorn drängenden, dominierenden Rhythmik (circa frühe PiL, Pop Group, This Heat) unterwegs sind. Das geisterhafte, emotional berührende, oft improvisiert wirkende Klangbild entfaltet in Kombination mit dem permanent zum Falsett neigenden Gesang eine ureigene Stimmung, die den Hörer schwer ins Grübeln bringt, ob er sich in der Beschallung wohlfühlen darf oder ob doch vielmehr das Schaudern angezeigt wäre.
Wenn in der nächsten „Walking Dead“-Staffel der Spannungsbogen zwischendurch mal wieder Richtung x-Achse driftet, der Plattendealer hätte da was dagegen: Exploded View auflegen, den finster-vernebelten, schwer definierbaren Thrill genießen…
(****)

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9 Kommentare

      1. Super, Danke für den Link, mit großem „N“ klappt es. Superstarke Fotos! War das Konzert gut?
        Viele Grüße,
        Gerhard
        p.s. sorry für späte Rückmeldung, war in Urlaub.

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