Reingehört (210): Ebbot Lundberg & The Indigo Children

ebbot

Ebbot Lundberg & The Indigo Children – For The Ages To Come (2016, Akashic Records)
Den Kennern der skandinavischen Indie-Szene etwas über Ebbot Lundberg zu erzählen, ist wie das sprichwörtliche Tragen der nachtaktiven Vögel in die griechische Hauptstadt. Gründungsmitglied der schwedischen Kult-Garagenrocker Union Carbide Productions und der vielleicht wichtigsten/besten Alternative-Rock-Band des Landes, The Soundtracks Of Our Lives, zig Kollaborationen mit allen möglichen MusikantInnen des nördlichen Europa, man könnte inzwischen ein Buch über den Mann schreiben. Legende Hilfsausdruck, wieder mal danke an Wolf Haas.
Auf seinem neuen Projekt mit den Indigo Children, einer Schar von Jungspunden, die dem Alter nach tatsächlich seine Kinder sein könnten, schaltet er tempomäßig einen Gang zurück und begibt sich mit dem Kollektiv auf popmusikalische Spurensuche in den psychedelisch schwer angehauchten Spätsechzigern.
Der Einstieg in den Tonträger gerät noch etwas holprig, das im Refrain TV-Werbungs-artige Titelstück erinnert tendenziell an Sgt.-Pepper-hafte Plattheiten, die fälschlicherweise auch nach fast fünfzig Jahren immer noch für große Kunst gehalten werden, die folgenden neun Song-Perlen orientieren sich dann dankenswerter Weise an Klassikern aus der Zeit wie „Younger Than Yesterday“ von den Byrds oder dem Stones-Werk „Their Satanic Majesties Request“ und glänzen durch leicht-beschwingtes Songwriting, große Pop-Melodien, krachigen Fuzz-Gitarren-Einsatz, wunderschöne Harmoniegesänge, herrliche Bläsersätze und den dezenten Einsatz diverser, in die damalige Zeit passende Instrumentarien wie die indische Sitar. Eine gelungene Zeitreise, in der es die Band meisterhaft versteht, viel von dem zugedröhnten, Melodie-verliebten Sixties-Kram in ihren Eigenkompositionen in die Jetztzeit herüberzuretten. Der Ebbot bleibt ein Großer, da gibt’s nix.
(**** ½ – *****)

Ebbot Lundberg & The Indigo Children live-konzertant und in psychedelisch verschwurbelter Farbe am 13. Oktober im Münchner Substanz, wir suchen schon jetzt verzweifelt das Batik-T-Shirt im Kleiderschrank… ;-)))

 

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