Reingehört (215): The Lavender Flu

lavenderflu

The Lavender Flu – Heavy Air (2016, Meds)
Bereits Anfang des Jahres unters Volk gebrachtes Debüt der Band um den Gitarristen Chris Gunn, der in früheren Jahren bei der Portland/Oregon-Punk-Combo The Hunches mitmischte. In Heimarbeit im freien Experiment über mehrere Jahre eingespielt und zusammengelötet. Dreißig meist recht knapp in klassischer Pop-Song-Länge gehaltene Kleinode, die Freunden des schrägen Indie-DIY-Pop, der psychedelischen Fuzz-Gitarre und des hingeschrammelten Sixties-Garagenrock hiermit wärmstens ans Herz gelegt seien.
Der Songzyklus atmet auf äußerst charmante Weise den Geist von verschwurbelt-unvollkommenen Eigenproduktionen wie den frühen Half-Japanese-Aufnahmen, im eigenen Keller zusammengefrickelten LoFi-(Post-)Punk-Songs und den bizarr-schönen, depressiven Pop-Epen und kaputten Folk-Balladen des genialen Outsider-Wirrkopfes Daniel Johnston.
Wie ein versierter Trapezkünstler hält die Band auf dem Album eine gelungene Balance zwischen freiem, losgelösten, mit schwerem Hang zur Kakophonie neigenden Musizieren/Improvisieren und Song-orientiertem Material, dass dem Werk die individuelle Note gibt.
„All killer, no filler“, das lässt sich hören, über die volle Doppel-LP-Distanz.
(**** ½)

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