Explosions In The Sky @ Strom, München, 2016-10-25

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Ausverkauftes, vollgepacktes Haus beim Münchner Auftritt der texanischen Band Explosions In The Sky, die ihre Instrumental-Kunst ausdrücklich nicht im Lager des Postrock verortet wissen will, Namen sind letztendlich auch Schall und Rauch und die Etikettierung egal, bei einem Auftritt des für konzertante Aufführungen mit Carlos Torres zum Quintett erweiterten Kollektivs allemal.
In einer stimmigen Werkschau aus Arbeiten ihres aktuellen Albums „The Wilderness“ und älteren Juwelen vom Kaliber „First Breath After Coma“ oder „Your Hand In Mine“ aus ihren herausragenden Vorgänger-Alben wie dem fälschlicherweise thematisch mit den 9/11-Anschlägen in Verbindung gebrachten „Those Who Tell the Truth Shall Die, Those Who Tell the Truth Shall Live Forever“ (2001) oder dem 2003er-Meisterwerk „The Earth Is Not a Cold Dead Place“ (alle: Temporary Residence Limited) wusste die Band in einem einzigen Fluss und mit ineinander greifenden Übergängen die Gefolgschaft zu überzeugen, wo andere artverwandte Bands die Gitarren-Ergüsse übereinander schichten, die für den Postrock mehr oder weniger obligatorische Wall of Sound in den Saal stellen und so die tonale Klimax suchen, mäandert der EITS-Sound in einem einzigen Strom von erhabener, getragener Sound-Schönheit hin zu Noise-Rock-artigen, mit zwei Bässen forcierten Orkanen und mittels abstrakter Ambient- und Electronica-Übergänge wieder zurück in ruhigere, würdevollere Fahrwasser, ein stetes An- und Abschwellen, dem klanglichen Gesamtkunstwerk dienend.
Knapp neunzig Minuten, sinnbildlich zwischen klaren Gebirgsbächen, hereinbrechenden Springfluten und sich Bahn suchenden Wassermassen nach dem reinigenden Sommergewitter.
Explosions In The Sky: Nie waren sie im Sinne der Diversifizierung des instrumentalen Indie-Rock wertvoller als heute.
(*****)

Explosions In the Sky live @ archive.orgnyctaper.com + southernshelter.com

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8 Kommentare

  1. Dieses Jahr kommen der Postrock und ich fast gar nicht zusammen *heul* – ich wäre so gerne dabei gewesen. 65daysofstatic schaff ich wahrscheinlich auch nicht, aber dann – das nächste das danach ansteht, da MUSS ich dann hin 😉

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    1. Ja echt schade – das nächste, das ansteht, ist am Samstag Mono, es gibt noch Tickets. 65daysofstatic haben mich ehrlich gesagt live nie überzeugt, die werde ich dieses Mal auch sausen lassen.

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    1. Stuart Braithwaite bin ich schon einige Male relativ nahe gekommen ;-)) Mit Minor Victories werde ich trotz ihm irgendwie nicht glücklich, mir ist der Sound irgendwie zu glatt und austauschbar, mag vielleicht an diesen Editors-Brüdern liegen.
      Viele Grüße,
      Gerhard

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      1. OHA! Breaking My Light und A Hundred Ropes finde ich fantastisch…aber schon richtig ist natürlich etwas glatter. Frei nach M. Gretschmann kommt da bei mir wohl meine kleine Popsau ans Tageslicht

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