The Pack A.D., Loose, Land Of Sex And Glory @ Glockenbachwerkstatt, München, 2016-11-04

Ein stimmiges Paket Garagen-Trash und artverwandte Beschallung in jeweiliger Duo-Besetzung servierte am vergangenen Freitag M.U.F.T./“Rock Inside The Glock“ in der Glockenbachwerkstatt zusammen mit Raut-Oak-Festival-Veranstalter und Booker Christian Steidl zur Präsentation des neuen, Daumen hochtreibenden The-Pack-A.D.-Albums „Positive Thinking“ (2016, Cadence Music) inklusive illustrer Gäste zur Abrundung des äußerst gelungenen Abends.

Den Reigen eröffnete die Münchner Sixties-Punk-Institution Land Of Sex And Glory, seit den Achtzigern eine verlässliche Größe in Sachen Garagen-Trash, Surf-Punk und beherzt-schneidender Gitarrenakkorde, bewährt durch unzählige Konzerte, unter anderem mit dem legendären Gun Club, den Saints und den New Christs. Gitarristen-Urgestein Marty Mosh (of AD/AC-Motörwelt-Fame) hat die Combo zusammen mit der (ex-?)Moulinettes-Schlagzeugerin Katrin „Kiki“ Lorrig-Wossagk wiederbelebt, das Duo wusste mit ihrem „Ist doch-eh-alles-wurscht“-Humor, instrumentalem Surf Sound mit viel Hall und zupackendem, rohem Trash-Garagen-Rock’n’Roll zu begeistern, fleißiges Mitwippen und Tanzbein-schwingen inklusive. Wer den Schmerz im Herzen fühlt ob der Tatsache, dass große Konzertabende mit den Cramps, Link Wray, den Ramones oder den bis heute unerreichten Dead Moon für immer Geschichte sind, wird bei Land Of Sex And Glory ersatzweise mehr als nur gut bedient, wieder und immer noch.
(**** ½ – *****)

Teil 2 des lärmigen Abends bestritt das Duo Loose aus München, Frau Earthmonkey und Herr Metalpig (oder andersrum?) bezeichnen ihre Kunst als „Primitive Shitrock“, ihre Songperlen als „Miststücke“, blieben am Freitag auch im Dialog mit dem Publikum unverstellt-derb und geradeheraus, behandelten aber ansonsten das zahlreich erschienene Volk im vollbesetzten Saal der Glockenbachwerkstatt anständigst mit einer Energie-geladenen Portion Noise-Rock inklusive treibendem Getrommel, beherztem Gebrüll und sich ins Hirn fräsender Gitarre, da mochte auch die äußerst gelungene Interpretation der dröhnenden „Nun ich will sein dein Hund“-Nummer der Herren Pop/Asheton/Asheton/Alexander vorzüglich ins Bild passen. In der Form und in dem Geiste gern demnächst mal wieder.
(**** ½ – *****)

„Destruction and melody, acid wit and bruising vocals — this is The Pack A.D., das kann man hinsichtlich Sound der Ladies Becky Black und Maya Miller aus Vancouver/Kanada vorbehaltlos unterschreiben, mit ihrem beherzten Auftritt in Sachen stoischer Beat, Garagen-Trash-Blues mit Pop- und Psychedelic-Appeal, schrammelnder Gitarre, versehen mit einem Gesang, der fordernd, offensiv, ab und an schmeichelnd, immer emotional und mit Wucht vorgetragen wird, ist es nicht weiter verwunderlich, dass die beiden jungen Frauen in ihrer nordamerikanischen Heimat als „one of Canada’s „must-see“ bands“ gelten, wie ein schlauer Mensch irgendwo mal so treffend zum Besten gab.
Solange es MusikerInnen wie The Pack A.D. gibt, die in ihrer Spielart des Indie-Rock mit derart viel Drive, Verve, Charme und Herz jegliche Combo im weiten Erdkreis locker an die Wand spielen können, muss man sich um die Zukunft des Rock’n’Roll auf dem Planeten keine Sorgen machen, das ist schon viel in Zeiten wie diesen…
(*****)

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