Holly Golightly @ Substanz, München, 2016-11-07

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Die Queen of Schrammel-Trash Holly Golightly Smith, von Muttern vor fünfzig Jahren in London tatsächlich nach der Protagonistin aus dem Truman-Capote-Roman „Breakfast at Tiffany’s“ getauft, gab sich nach vielen Jahren auf Initiative des Clubzwei mal wieder die Ehre in der bayerischen Landeshauptstadt, als Grund für ihre lange Abwesenheit nannte sie ihre Übersiedlung in die Staaten – „hang around there in the middle of nowhere, far away from anything, doing nothing“ – Rückkehr dorthin nach der absolvierten Europa-Tournee ist ihren Worten gemäß vom Ausgang der US-Wahl abhängig, Asyl wird sie im alten Europa immer finden, nach ihrem relaxt-beschwingten Musikvortrag im Münchner Substanz allemal, in dessen Verlauf sie Kratzbürsten-haft den für die Beleuchtung zuständigen Mann wiederholte Male rüffelt und ansonsten eine launige Aufführung abliefert in Sachen entspanntem Rhythm and Blues, Sixties-Rock’n’Roll-Spaß, Country-Swing, Vaudeville-Trash-Anspielungen und diesem latent morbiden, geheimnisvollen Nachhallen, wie es ansonsten nur Größen vom Kaliber Tom Waits oder Johnny Dowd hinkriegen.
Der Schrammel-Faktor ist mittlerweile deutlich zurückgenommen im Golightly-Klangbild, dafür sorgen die hervorragend eingespielten Mitmusiker Bruce Brand und Matt Radford an Schlagzeug und Kontrabass, die mehr als solide einen jederzeit tragfähigen Groove für die zeitlosen Songs der englischen Chanteuse ausrollen, sowie Lead-Gitarrist Bradley Burgess, der an dem Abend wiederholte Male mit herausragenden, locker heruntergespielten Rhythm-and-Blues-Riffs zu beeindrucken wusste. Mit Nonchalance und britischem Humor beeindruckt Golightly in einer Auswahl an eigenen Arbeiten und unterstreicht im Interpretieren von Fremdwerk wie der Jimmy-Reed-Nummer „Big Boss Man“ und dem „Further On Up The Road“-Klassiker von Bobby „Blue“ Bland, dass ihr auch der Blues der reinen Lehre keineswegs fremd ist.
Das Publikum im gesteckt vollen und restlos ausverkauften Substanz hat’s herzlichst applaudierend gedankt, und der Mann am Licht hat hoffentlich seine Schicht vor Konzert-Finale beendet, da ansonsten wohl Ungemach von Seiten der mit der Ausleuchtung notorisch unzufriedenen Künstlerin drohte, Einlauf Hilfsausdruck.
(**** ½ – *****)

Holly Golightly und ihre Band spielen heute im PPC in Graz, im Rahmen der Europa-Tournee zu folgenden Terminen:

10.11.2016 – Augsburg, City Club
11.11.2016 – Stuttgart, Goldmarks
12.11.2016 – Basel, Parterre
13.11.2016 – Freiburg, Waldsee
14.11.2016 – Bonn, Bla
15.11.2016 – Amsterdam, Paradiso
01.12.2016 – London, The Lexington

Very special Thänx an Jürgen Franke / Substanz Club.

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2 Kommentare

    1. Danke für den Link, Eike. Schade, dass es am Montag nicht geklappt hat. Ja, das Atomic hat auch ab und an mit anstehenden Disconächten genervt und so schöne Konzerte abgewürgt, vor Kurzem auch wieder bei Mono im Strom erlebt/erleidet…
      Viele Grüße,
      Gerhard

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