Reingehört (246): Donkeyhonk Company

Donkeyhonk Company @ Stilwirt Wolnzach 2016-03-22 --- DSC01134

Donkeyhonk Company – Honkrock EP (2016, Eigenvertrieb)
Neues Lebenszeichen aus dem oberbayerischen Swampland von den Bluesbrüdern Lametto, Wig und Pedl, beim Stilwirt zu Wolnzach und im weiteren Umland seit 2010 als Donkeyhonk Company bekannt und hochgeschätzt. Das Trio ist eine der ganz wenigen Bands, die Tom Waits als musikalisches Vorbild nennen und seiner Musik und seinem Gedankengut in ihren Songs nachspüren, ohne dabei auch nur im entferntesten peinlich zu klingen, das mache ihnen im Fall des morbiden kalifornischen Songpoeten erst mal so formvollendet jemand nach.
Sieben neue oder neu eingespielte Nummern der Band finden sich auf dem aktuell erschienenen Tonträger, wo das Debüt der Band „Long Way Home“ (2012, Reverbnation) noch von englischen Songversen dominiert war, würdigen die drei Musiker in den Texten der neuen EP überwiegend ihre bayerischen Wurzeln und stellen unter Beweis, dass in Mundart vorgetragene Songs nicht zwingend in Grenz-Debilität und Peinlichkeiten ausarten müssen, wie man sie von vielen Vertretern der New Wave of bayerische Volksmusik kennt und eben nicht schätzt, herausragendes Positiv-Beispiel für Dialekt-Singen auf „Honkrock“ ist der auch konzertant bewährte, ohne jeglichen Kitsch, dennoch schwerst ergreifend vorgetragene „Kreizweg“, das Blues-historische amerikanische „Crossroads“ taugt hier als Referenz ebenso wie die im katholisch geprägten Oberbayern in der Karwoche zelebrierte Andachtsübung.
Der Sound der Donkeyhonk Company bleibt bewährt im Bluegrass, im authentisch-schmutzigen Country-Blues und der Muddy-Roots-geprägten Spielart des Underground-Folk verhaftet, Frontmann Lametto glänzt mit seinem rauhen, charakterisitischen Gesang und flinkem Banjo- und Gitarrenanschlag, dem die Rhythmus-Treiber Wig und Pedl in Sachen Intensität in nichts nachstehen. Die von amerikanischen Vorbildern geprägte rohe Volks-Musik wird handwerklich gekonnt und beseelt vorgetragen, auf Augenhöhe mit Vertretern des Genres wie dem Agnostic Mountain Gospel Choir, Carrie Nation & The Speakeasy, Reverend Deadeye oder eben dem großen Tom Waits, dem mit der Donkeyhonk-Version von „Starving In The Belly Of A Whale“ vom „Blood Money“-Album (2002, Anti-) auch das Schlusswort dieser äußerst gelungenen Songsammlung gehört.
(*****)

Die Donkeyhonk Company spielt demnächst Honkrock zu folgenden Terminen:

25.11.2016 – Augsburg  – Bob’s am Oberhauser Bahnhof – Late Night (23 Uhr)
03.12.2016 – Augsburg  – Kresslesmühle (mit Revelling Crooks)
10.12.2016 – Immeldorf  – Weisses Ross

donkeyhonk

Donkeyhonk Company / Homepage

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