The Dad Horse Experience @ KAP37, München, 2016-11-24

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„If one third of music was half this good what a world we’d have!“ gab Jad Fair einst sein Statement zum Kellergospel of the Walking Dad ab, das Wort des Half-Japanese-LoFi-Experten hat dahingehend Gewicht, der Mann ist viel rumgekommen in der Musikwelt und weiß, wovon er spricht. Am vergangenen Donnerstagabend ist er uns wieder erschienen, unser liebster Wanderprediger aus dem Norden der Republik, nie war das Wirken des Bremers Dirk Otten aka The Dad Horse Experience wertvoller als in dieser von Flitter und Tand, Glühwein-berauschter Saumseeligkeit und geheuchelter Sentimentalität verseuchten Vorweihnachtszeit.
Dankbar und aufmerksam nahmen die zahlreich erschienenen Pilger im vollbesetzten KAP37 die wahre Botschaft der Erweckungspredigten auf, die Otten uns kündete, fernab der lichtdurchfluteten Kathedralen, in denen den Kardinälen die Sonne aus dem Allerwertesten scheint, Zeugnis ablegend von den Unbilden des Lebens, von den dunklen und bodenlosen Abgründen der Seelenpein, den verheerenden Wirkungen der verbotenen Substanzen, schwerwiegenden Sünden wie eingeschmissenen Spirituosenladen-Fenstern und dem vor allem in der amerikanischen Gospel-Tradition häufig geäußerten Wunsch, bei Muttern im Himmel weilen zu dürfen, dieses Begehr wurde eindrucksvoll unterlegt mit der DHE-Version der unkaputtbaren Country-Hymne „Will The Circle Be Unbroken“ aus der Feder von A. P. „Ödipus“ Carter.
Die Gemeinde war empfänglich für das Wort der Erweckung, lieh dem Choral zur Bekenntnis der Sünden mit dem schönen Refrain „Lord Must Fix My Soul, Turn The Shit Into Gold“ entsprechend lautstark und enthusiastisch die Stimme und lauschte mit der gebührenden Ehrfurcht der bestechenden Mixtur aus alten Dad-Horse-Klassikern wie der Nummer vom toten Hund am Straßenrand, den italienischen Eskapaden im „Merchandise Song“, neuen Perlen vom aktuellen Tonträger „Eating Meatballs On A Blood-Stained Mattress In A Huggy Bear Motel“ (2016, Sacred Flu) und ausgewählten Fremdkompositionen wie etwa Werken aus dem Fundus des Country-Oberheiligen Hank Williams, entsprechend langanhaltend und herzlich gestaltete sich der Applaus, nach annähernd zwei beseelten Stunden war die Messe gelesen und das Volk bekehrt oder mindestens wieder halbwegs auf den rechten Pfad der Tugend gelenkt.
Dirk Otten hat sich hervorragend als erster überregionaler Künstler nach zahlreichen Konzerten von Münchner Musikern im KAP37 bewährt, herzlichen Dank an Angelique und Christian von der Nachbarschaftshilfe Westermühlbach für diese (wie immer) sehr feine SchaufensterKonzert-Veranstaltung, die im vergangenen Sommer ihre Initialzündung im fernen Belgien erfuhr, herzlichen Dank auch an Heiko vom Zeitklang-Blog, dass er seinen München-Aufenthalt für einen KAP37-Besuch nutzte – wie würde die Dad Horse Experience so salbungsvoll anmerken: „Gott segne Euch!“ ;-)))
(***** – ***** ½)

Nächstes KAP37-SchaufensterKonzert am 15.12.2016: Schöner Songwriter-Folk mit Rob Schröder.

The Dad Horse Experience predigt in nächster Zeit zu folgenden Gelegenheiten:

02.12.2016Meppel / Niederlande – Muziekcafe
03.12.2016Wuppertal – Hauskonzert
04.12.2016Helmond / Niederlande – Lokaal 42
10.12.2016Bielefeld – Extra Blues Bar
16.12.2016Bremen – Rock & Wurst
13.01.2017Hannover – Galeria Lunar Goes Underground
14.01.2017Ottersberg – Kukuc
01.02.2017Fürth – Kunstkeller 027
02.02.2017Sigmaringen – Alter Schlachthof

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8 Kommentare

  1. In der Tat war das ein toller Abend mit bester Unterhaltung. Publikum und Ambiente rundeten das Konzert perfekt ab!
    Da kommt man unbedarft nach München und reist als Jünger von Dad Horse wieder ab…

    Gefällt 1 Person

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