Reingehört (254): Dungen

frameless02 Timo Arnall @ Einstein Kultur München 2014-04-14 (6)

Dungen – Häxan (2016, Smalltown Supersound)
Und gleich die nächsten Schweden: Überbordendes Instrumental-Hochamt vom Stockholmer Quartett Dungen als Soundtrack-Arbeit für den 1926 entstandenen Silhouetten-Animations-/Stumm-Film „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ von Lotte Reiniger aus dem Jahr 1926, im Übrigen weltweit der älteste erhaltene animierte Langfilm. Ein buntes, höchst inspiriertes Kaleidoskop an ausladender, massiv-wuchtiger Space-Psychedelic, die einher geht mit rhythmisch dominiertem Postrock und verschwurbelter, Triphop-artiger Ambient-/Lounge-Entspanntheit, die auch ohne Info zum Auftragswerk unschwer als Filmmusik zu erkennen gewesen wäre.
In der ersten Arbeit ohne Gesang knüpft die Band an bezwingende Psychedelic-, Kraut- und Jazz-Prog-Epen ihrer früheren Longplayer an, die Musiker um Songwriter Gustav Ejstes bestechen ohne Abstriche auch hier mit düsteren, gespenstischen Experimental-Passagen und bewegenden, euphorisch-stürmischen Beschallungen für die Breitbild-Leinwand. Gitarren zuhauf, abstraktes Flötenspiel, schweres Georgel und der künstlich-mechanische Klang des Mellotrons liefern ein zeitloses Progressive-Werk, dass losgelöst von den bewegten Bildern des Films aus der Frühphase der Kinoproduktion bestens funktioniert.
(**** ½ – *****)

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