Reingelesen (56): Philip Roth – Der menschliche Makel

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„Das Geheimnis, wie man mit einem Minimum an Schmerz ein Leben im Trubel der Welt führt, besteht darin, so viele Leute wie möglich dazu zu bringen, die eigene Verblendung zu teilen; der Trick, den man beherrschen muß, wenn man allein hier oben lebt, weit entfernt von den aufregenden Verstrickungen, Verführungen und Erwartungen, abgetrennt vor allem von der eigenen Intensität, ist, die Stille zu organisieren, den Überfluß der Stille hier oben auf dem Berg als Kapital zu betrachten, die Stille als einen Reichtum zu begreifen, der exponential zunimmt.“
(Philip Roth, Der menschliche Makel, Jeder weiß)

Philip Roth – Der menschliche Makel (2003, Rowohlt)

Der menschliche Makel als untilgbarer Schandfleck des Individuums, niemand ist mit sich im Reinen, jeder erfindet sich selbst, im Mindesten Teile der eigenen Vita, und das ist unter Umständen mit gewaltigen Lebenslügen verbunden, so die Lehre, die der Leser aus der Lektüre des Roth-Bestsellers „Der menschliche Makel“ ziehen mag.
In einer komplexen, wortgewaltigen Komposition entwirft Philip Roth über den beobachtenden Ich-Erzähler Nathan Zuckerman, der ab und an den Erzählstrang an ein allwissendes Über-Ich abgibt, den Lebensweg des 71-jährigen Coleman Silk, eines Professors für klassische Literatur am Athena College in Massachusetts.
In einem bereits zu dieser Zeit zutiefst verunsicherten Amerika Ende des 20. Jahrhunderts sieht das Land im Rahmen der sogenannten Lewinsky-Affäre dem Amtsenthebungsverfahren Bill Clintons durch das amerikanische Repräsentantenhaus entgegen, in dieser durch die Ansprüche der Political Correctness gereizten Atmosphäre verliert der jüdische Altphilologe Silk seinen Lehrstuhl durch einen harmlosen Scherz. Eine Äußerung über „dunkle Gestalten, die das Seminarlicht scheuen“, wird ihm zum Verhängnis, die fraglichen, Vorlesungen-meidenden Studenten sind Afroamerikaner, der Professor und frühere Dekan sieht sich mit dem Vorwurf des Rassismus konfrontiert.
Im Nachgang zur erzwungenen Emeritierung stirbt Silks Frau Iris an einem Schlaganfall, der von unbändiger Wut getriebene Ex-Professor bittet seinen Bekannten Zuckerman um eine Niederschrift der Umstände zur skandalösen Amtsenthebung.

„Lag sein Gewinn in der Tatsache, daß er alle täuschte, daß er das Ding durchzog, das ihm am besten gefiel, daß er inkognito durchs Leben ging, oder hatte er einfach die Tür zu einer Vergangenheit geschlossen, zu Menschen, zu einer ganzen Rasse, mit denen er keine persönlichen oder offiziellen Kontakte mehr haben wollte? Wollte er die gesellschaftlichen Hindernisse umgehen? War er nur ein echter Amerikaner, der, ganz in der großen Tradition der Pioniere, die demokratische Aufforderung befolgte, sich seiner Herkunft zu entledigen, sofern das dem Streben nach Glück diente?“
(Philip Roth, Der menschliche Makel, Das reinigende Ritual)

Im Fortgang des Romans offenbaren sich in Details die Meilensteine der Lebenslüge des vorgeblichen Ostküsten-Juden Silk, der selbst als Afroamerikaner geboren wurde, aufgrund seiner hellen Hautfarbe die Herkunft verschleiert, den Kontakt zu Mutter und Geschwistern in einem verstörenden Akt der Selbstverleugnung abbricht und durch Heirat in einen jüdischen New Yorker Anarchisten-Haushalt eine neue Identität annimmt, von seinem Vorleben werden weder seine Frau noch die vier gemeinsamen Kinder je erfahren.
Die Kinder Silks entfremden sich dem Altvorderen, nachdem er eine Beziehung mit einer wesentlich jüngeren Reinigungskraft eingeht, die vor allem auf sexueller Ebene funktionierende Partnerschaft mit der durch eine harte Lebensschule gegangene Faunia Farley stößt im gesellschaftlichen Umfeld des ex-Professors im Sinne der gesellschaftlichen Normen allerorten auf Missbilligung. Die Putzfrau, die mit einem traumatisierten Vietnam-Veteranen verheiratet war, die ihre gemeinsamen Kinder durch einen Zimmerbrand verlor und in der eigenen Kindheit vom Stiefvater missbraucht wurde, wird in Silks ehemaligem Umfeld zum Opfer seines Egos stilisiert, die Literaturprofessorin und ehemalige Hochschul-Kollegin Delphine Roux spielt dabei einen wesentlichen und unrühmlichen Part, auch sie eine Figur, die sich durch Neuinszenierung des eigenen Lebenswegs von ihrer französischen, traditionsbewussten Upper-Class-Familie abzusetzen versucht.
Eine zentrale Rolle in dem Drama fällt Lester Farley zu, ex-Gatte Faunia Farleys, ehemaliger Vietnam-Kämpfer, geplagt von einer Posttraumatischen Belastungsstörung und einer daraus resultierenden, massiven Asiaten-Phobie, getrieben vom Hass auf das amerikanische Establishment, bei dem nach einem als Therapie angedachten Besuch der Nachbildung des Vietnam Veterans Memorial sämtliche Dämme brechen und der so zur entscheidenden Figur hinsichtlich der finalen Katastrophe des Dramas wird.

„Eben noch war er Türschütze in Vietnam, hat Hubschrauber explodieren sehen, mitten in der Luft, und seine Kumpels sind durch die Luft geschleudert worden, gestern noch ist er so tief geflogen, daß er die brennende Haut riechen, die Schreie hören, ganze Dörfer in Flammen aufgehen sehen konnte, und einen Tag später ist er wieder in den Berkshires. Und jetzt gehört er wirklich nicht mehr dazu, und außerdem hat er inzwischen Angst, daß irgendwas über ihm zusammenschlägt.“
(Philip Roth, Der menschliche Makel, Jeder weiß)

Neben der vielschichtigen Thematik der Lebenslüge, die in jüngster Zeit mit dem verwaschenen Euphemismus des „sich neu Erfindens“ umschrieben wird, zeigt der Roman vor allem die sozialen Trennlinien und die Unüberwindbarkeit gesellschaftlicher Barrieren auf, das mag in einer einerseits relativ freien Gesellschaft wie der amerikanischen, die sich auf der anderen Seite massiv mit ethnischen Fragen auseinandersetzen muss, nicht anders sein als in der bundesrepublikanischen, wo Bildung, Herkunft und Klassenzugehörigkeit seit jeher eine nicht zu unterschätzende, abgrenzende Rolle spielen.

Roth ergeht sich in der Schilderung der dramatischen Verwerfungen in der Lust des Fabulierens, Themen werden gebührend ausgebreitet und erörtert, komplex, nahezu universell, aus verschiedenen Blickwinkeln durchleuchtet, und doch findet sich keine Silbe zuviel in den Formulierungen dieses wortmächtigen amerikanischen Sprachmeisters, der kraft seiner Herkunft den längst verdienten Literaturnobelpreis aufgrund dieser diesjährigen Dylan-Lachnummer wohl kaum mehr erleben wird, nachdem Roth das Attribut „jüdischer amerikanischer Schriftsteller“ erfüllt und der Proporz durch das Preis-vergebende Komitee vermutlich in den nächsten Jahren in andere Richtungen ausschlagen wird.

„Der menschliche Makel“ ist der letzte Teil der sogenannten „amerikanischen Trilogie“ von Philip Roth, die beiden vorausgehenden Werke „Amerikanisches Idyll“ (1997) und „Mein Mann, der Kommunist“ (1998) werden ebenfalls von Roth‘ fiktivem Alter Ego Nathan Zuckerman erzählt. Der Roman wurde 2001 unter anderem mit dem „PEN/Faulkner Award for Fiction“ ausgezeichnet, 2003 hat ihn Regisseur Robert Benton mit Anthony Hopkins und Nicole Kidman in den Hauptrollen erfolgreich verfilmt.
Philip Roth wurde 1933 in Newark/New Jersey geboren, er ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen amerikanischen Romanciers, sein vielfach ausgezeichnetes Werk trägt starke autobiographische Züge.

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31 Kommentare

  1. Lieber Gerhard,
    Philip Roth lohnt immer. Bei ihm frage ich mich stets, ob er noch zu Lebzeiten den Nobelpreis in Literatur erhalten wird. Übrigens „Sabbath´s Theater“ und „Mein Leben als Sohn“ sind auch gute Bücher zum Einstieg. Zumindest habe ich sie mit Freuden gelesen. Seine Biografie habe ich nicht gelesen. Er hat vor einigen Jahren in einem Interview gesagt, dass er alles aufgeschrieben hat und nun auch keine neuen Bücher mehr schreiben wird. Hoffen wir, dass er seinen Ruhestand würdevoll genießen kann.
    Liebe Grüße,
    Stefan
    P.S. Wenn ich das richtig verstanden habe, so hat Ismaik viele Millionen in Aussicht gestellt. Lt. SZ sollen es 50 Mio Euro sein für neues Personal. Und der neue Trainer soll „fürstlich“ entlohnt werden. So sehr ich den Löwen wieder den Erfolg gönne, so glaube ich ebenso, dass es das verkehrte Konstrukt ist. Der Verein kann nichts mehr eigenständig entschieden und wenn der Erfolg ausbleibt, das Geld weg ist, lässt der Investor den Verein vermutlich fallen. Aber hier im Norden ist die Situation, wirtschaftlich wie sportlich, auch nicht besser.

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    1. Lieber Stefan,
      Philip Roth lesen lohnt immer, den Nobelpreis wird er glaub ich aufgrund der Dylan-Nummer nicht mehr erleben, die nächsten Jahre wird vermutlich kein Amerikaner zum Zug kommen, aber ich würde es ihm sehr gönnen, keine Frage.
      Bei den Löwen ist Polen offen, mehr fällt mir dazu langsam nicht mehr ein. Der Präsident eine Marionette, mit Waggershausen der letzte kritische Beirat zurückgetreten, mit Powers eine weitere seltsame Ismaik-Figur als Geschäftsführer installiert, die Mannschaft marode, derzeit kein Sportchef an Bord, und mit Pereira ein portugiesischer Trainer, der zwar kolportierte 2,5 Mio Euro Jahresgage verdienen soll, aber von der 2. deutschen Fußball-Liga ganz sicher keine Ahnung hat. Wenn das gut geht, glaub ich unbesehen an Wunder. In der aktuellen 11Freunde-Ausgabe ist ein guter Artikel von Christoph Biermann, „Jesus mit der Fackel“, da zeigt er diverse Beispiele auf, wie es in Vereinen mit Investoren in der jüngsten Vergangenheit grob den Bach runterging, hauptsächlich ehemalige englische Erstliga- Clubs, Blackburn Rovers, FC Wimbledon, Portsmouth, etc. Die geschilderten Umstände bei diesen Clubs weisen fatale und offensichtliche Parallelen zu 1860 (und zum HSV) auf, insofern dürfte ziemlich klar sein, was uns in naher Zukunft blüht.
      Ich bin froh, dass erst mal Winterpause ist, aber so wie ich die Löwen kenne, wird es da auch in der spielfreien Zeit wieder genügend Zirkus geben.
      Liebe Grüße und einen schönen Abend,
      Gerhard

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      1. Lieber Gerhard,
        bei Philip Roth denke ich ähnlich. Ich meine mich zu erinnern, als er von Saul Bellow für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde, ein Mitglied des Komitees sich negativ über Nordamerikanische Literatur insgesamt geäußert hatte und seitdem sein Name jährlich genannt wird. Warten wir ab. Verdient hätte er ihn wie ihn auch Leonard Cohen verdient hätte.
        Danke für den 11Freunde Lesetipp. Mir tun die Fans leid, die Saison für Saison neben dem Herzblut auch viel Geld für „ihren“ Verein ausgeben und von der Führung in den allerwertesten getreten werden. Und das ganze Elend ist ein jahrelanger Prozess. Es gab vor einigen Wochen einen Artikel in der FaZ oder SZ über 1860 und das Finanzkonstrukt. Demnach hat Ismaik die 50+1 Regel bereits ausgehebelt und der Verein ist ohne den Investor handlungsunfähig. Warum Bruchhagen sich den HSV angetan hat, weiß ich nicht. Doch hier munkelt man, dass Katastrophen-Didi einen anderen Vorstandsjob gern hätte. Man muss sich das mal in der freien Wirtschaft vorstellen. Der Vorstandschef wird vom Aufsichtsrat entlassen und der neue Chef soll nun dem Aufsichtsrat den alten Chef als neuen Manager vorschlagen. Gute Nacht Hamburg.Ich kann nur für Bruchhagen hoffen, dass er klare Kante zeigt besonders bei den Personalentscheidungen im Verein. Und dazu kommen noch, sofern dies alles stimmt, die Football Leaks Enthüllungen wo Beiersdorfer und von Heesen am Verein vorbei mit der Doyen Agentur einen Deal machen wollte. Oder ein Holtby der einen Vertrag hat nachdem er etliche Boni einstreichen kann und im letzten Jahr um die 4 Millionen verdient haben soll…und das bei einem Marktwert von 4 Millionen. Jetzt gibt es vermutlich eine Pleite zuhause gegen Schalke und dann darf Kühne wieder Geld durch den Schornstein verbrennen. Da wünscht man sich fast das Leipzig Meister wird. Warten wir ab. Hier wird es auch nicht langweilig. Da gibt es noch viel Stoff zum Besprechen.
        Liebe Grüße,
        Stefan

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      2. Lieber Stefan,
        es gibt einige Amerikaner, die für den Nobelpreis in Frage kämen, denke ich, neben Roth auch Richard Ford, und ich als alter Krimi-Fan würde in die Richtung auch für James Ellroy plädieren, er hat stilistisch in den letzten Jahren einiges gewagt.
        Zum Fußball: das ist ein Endlosdrama, Du sagst es, bei beiden Vereinen herrscht nur noch Unverstand, Chaos, Egomanie. Bruchhagen ist ein Guter, vielleicht (man soll die Hoffnung ja nie aufgeben) bewirkt er was.
        Bei den Löwen ist die 50+1-Regel de facto ausgehebelt, der Verein ist ohne den Investor nicht nur nicht mehr handlungsfähig, er ist schlicht pleite.
        Bin gespannt, wann dahingehend die DFL auf der Matte steht. Die 50 Mio, die er zusätzlich reinstecken will, kann er auch im Kamin räuchern, falls er nicht zufällig einen Sportchef mit Konzept und Sachverstand aus dem Hut zaubert, dem er zudem die nötige Zeit zur Entwicklung im Verein gibt, aber bei dem erratischen Verhalten, das der gute Mann bisher gezeigt hat, ist das wohl reines Wunschdenken. Die Fans können einem Leid tun, Du sagst es.
        Leipzig wäre mir als Meister allemal lieber als diese hiesige Kriminellenbande ;-))
        Liebe Grüße + einen schönen Tag,
        Gerhard

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      3. Lieber Gerhard,
        da bin ich bei Dir. Das interessante am Nobelpreis ist, dass man dabei oft auf „neue“ Autoren stößt.
        Was die DFL betrifft, so bin ich mir nicht sicher, ob sie solche komplizierte Konstrukte durchschaut und was man rechtlich dagegen tun kann. Lt. dem Artikel den ich las (FaZ oder SZ) ist das Löwenkonstrukt höchst undurchsichtig. Ich glaube da scheut sich die DFL auch durchzugreifen. Wenn ein Präzedenzfall geschaffen würde, hätte das vermutlich weitreichende Folgen für andere Vereine. Die 50+1 Regel ist bereits aufgeweicht, siehe u.a. Hannover und Hoffenheim.
        Leider ist es so, dass bei den Löwen eine Person das sagen hat und der Verein ist nur noch Zuschauer und Befehlsempfänger. Sollte der Investor irgendwann die Lust am Fußball verlieren ist man Pleite und landet ohne Lizenz in der 6. Liga. Schöne Aussichten 😉 Ich habe am vergangenen Wochenende ein Interview mit Christian Heidel gesehen. Zu seiner Zeit in Mainz sagte er, dass alle Handlungen auf Nachhaltigkeit aufgebaut waren. So wurden auch kleinste Entscheidungen getroffen, was auch für Trainer für den Nachwuchs Gültigkeit hatte. Und selbst nach Spielerverkäufen und Euroleagueteilnahme ist Mainz nicht eingebrochen. Das nennt man wohl vorbildlich. Heute ist beispielsweise Mainz den Hamburgern in allen Bereichen um Jahre voraus.
        Warten wir mal ab. Leipzig hat einen starken Kader und die Rote Bande ist verwundbar und ich habe das Gefühl, dass Ancelotti mehr auf die Champions League schaut.
        Ich glaube das Bruchhagen hier an seine Grenzen kommen wird. Um den Verein neu aufzusetzen braucht er vor allem loyale und vertrauenswürdige enge Mitarbeiter. Und das braucht wiederum Zeit, die er eigentlich nicht hat. Denn bei den ganzen Kungeleien im Verein wird es schwer werden. Deshalb muss Bruchhagen als erstes das vielschichtige Vereinskonstrukt durchschauen. Daran sind die meisten in der Vergangenheit gescheitert. Ich bin gespannt wie er in einem diffusen Umfeld agieren wird.
        Drücken wir Leipzig die Daumen.
        Liebe Grüße und Dir einen schönen Nachmittag,
        Stefan

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      4. Lieber Stefan,
        ich hab mal von einem sogenannten „Insider“ gehört, dass sich 1860 vom gleichen Anwalt beraten lässt, der auch Martin Kind bei H96 hinsichtlich 50+1-Regel berät und dass das alles wasserdicht wäre, ob das wirklich so stimmt, kann ich als Außenstehender überhaupt nicht beurteilen. Mir kommt das langsam so vor wie diese Finanzderivate-Konstrukte, die keiner mehr durchblickte und die letztendlich zur großen Subprime-Krise führten, mich würde es nicht wundern, wenn es auch wie dort bei diesen ganzen Investoren-Nummern irgendwann den großen Crash gibt. Das Wort Nachhaltigkeit hat bei 1860 jedenfalls schon lange keiner mehr gehört oder in den Mund genommen…
        Liebe Grüße + einen schönen Abend,
        Gerhard

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      5. Lieber Gerhard,
        das kann ich mir gut vorstellen. Die heutigen Vereine sind oftmals Kapitalgesellschaften wo der e.V. ausgegliedert wurde und Mehrheitsauktionär ist. Dann werden noch einzelne Position strategisch besetzt und fertig ist die neue Machtzentrale. Oder nimm die Geschäfte der Doyen-Agentur als Beispiel den eigentlichen Fußball zu unterwandern. Wenn das die Vereinsmitglieder wüssten… Sie würden wahrscheinlich die Führung aus dem Amt fegen. Eigentlich bräuchte es wieder mehr Menschen die mit Leidenschaft dem Geschäft nachgehen, ohne gleich auf´s Geld zu schauen. Siehe Freiburg, Augsburg, Mainz usw. Die werden vermutlich nie Meister werden, schaffen es aber mit einem Plan im Ligageschäft zu überleben. Es würde mich ebenso nicht wundern, wenn eines Tages ein namhafter Verein in die Pleite geht. Meistens muss erst etwas passieren, damit eine Reaktion folgt. So langsam verkommt (zu)vieles im Kommerz. Kommt es dann zum Crash beginnt die Schlammschlacht erst richtig. Auf jeden Fall haben wir auch nach Weihnachten noch reichlich Gesprächsstoff 🙂
        Liebe Grüße aus dem dunklen Norden und Dir einen ebenso entspannten Abend,
        Stefan

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      6. Lieber Stefan,
        ich bin gespannt, was passiert, wenn einer der namhaften Vereine in Liga 1 oder 2 über den Jordan geht, das Schlimme ist, diese Negativ-Beispiele bräuchte es längst nicht mehr, es gibt sie bereits zuhauf in England, Italien, Frankreich, man müsste nur ein wenig genauer hinsehen und die Parallelen sehen. Stattdessen rennt man blind ins Verderben. Ich denke auch, die Winterpause wird noch einiges an Diskussionsstoff hergeben.
        Dieser Artikel aus 11Freunde aus der Novemberausgabe, ebenfalls von Christoph Biermann, passt auch ganz gut zum Thema:
        http://www.11freunde.de/artikel/ist-der-zauber-des-spiels-verflogen
        Liebe Grüße + einen schönen Tag,
        Gerhard

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      7. Lieber Gerhard,
        bislang hat sich die DFL stets als Vorbild hingestellt und die Beispiele aus Italien, England usw. angemahnt. Doch ist die DFL ein Teil der UEFA und kann nicht alles entscheiden.
        Ein anderes Beispiel. Als in der letzten Saison Liverpool selbst bei Kleinkindern abkassieren wollte, wehrten sich die Fans dagegen mit Erfolg. Noch ist der Fußball ein Premiumprodukt. Doch die Uhr tickt. Nicht nur in der Championsleague ist es in der aufgeblähten Gruppenphase langweilig geworden. Es wird auch mit immer Geld umher geworfen. Den 11Freunde-Artikel habe ich kurz überflogen, trifft aber genau ins Schwarze. Irgendwann wird es sich für Unternehmen nicht mehr lohnen ins Fußballgeschäft einzusteigen. Und jetzt kommen noch die Pläne die WM aufzustocken. Irgendwann hat man sich satt gesehen an immer den gleich Mannschaften. Zum Beispiel müssten die Fernsehgelder in Deutschland nach einem anderen Schlüssel verteilt werden. Man stelle sich vor Leipzig würde heute Abend bei den Roten gewinnen und am Ende Deutscher Meister. Dann würde wohl der große Ausverkauf beginnen und die Personalkosten in Leipzig rapide ansteigen.Ob Leipzig dann noch in der Lage wäre in der kommenden Saison wieder oben mitzuspielen bleibt abzuwarten. Zumindest hätte dies den Reiz, dass mal ein anderer Verein, ähnlich Leicester in England, die Millionenliga gewinnen kann. Und auf die Gesichter von Rummenigge usw. wäre ich auch gespannt.
        Meiner Meinung nach wird sich nicht viel, vermutlich gar nichts, ändern. Den großen Knall wird es vermutlich in England, Spanien, Frankreich geben. Dort gibt es bereits Vereine die aus, sagen wir mal, dubiosen Geldquellen unterhalten werden. Die Schere klafft immer weiter auseinander.
        Heute hat es Schubert in Gladbach getroffen. Und Eberl wird stets mit den Roten als Manager in Verbindung gebracht. Hamburg hat gewonnen gegen schwache Schalker. Die haben mit den Spielansetzungen einfach Glück immer wieder auf schwache Mannschaften zu treffen.
        Drücken wir den Leipzigern heute Abend die Daumen. Dann wären sie erster Weihnachtsmeister 🙂
        Liebe Grüße aus dem sonnigen und kalten Norden,
        Stefan

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      8. Lieber Stefan,
        ich fürchte, die DFL lässt einen Verein an die Wand fahren, um einen Präzedenzfall in der eigenen Liga zu schaffen, ich kann mir auch schon genau vorstellen, welchen…
        Die CL hat längst ihren Reiz verloren, immer die gleichen Viertelfinalisten sind einfach nur noch langweilig. Inzwischen sind komplette Ligen abgehängt, der Artikel zeigt das ja sehr schön auf. Heruntergebrochen erleben wir das auch seit Jahren in der heimischen Liga. Die Zeiten, in denen ein Aufsteiger Kaiserslautern Meister werden konnte, sind lange vorbei, und wenn sich der Verteilungsschlüssel bei den Fernsehgeldern nicht ändert, wird das Interesse an der Liga langsam aber sicher auch an Vorhersehbarkeit sterben.
        Das mit Schubert hab ich noch gar nicht mitgekriegt, das tut mir leid, er hat eigentlich einen guten Job gemacht, heuer hat man mit ihm wohl nicht so viel Geduld gehabt wie im letzten Jahr, schade.
        Liebe Grüße, mit Sonne können wir hier heute nicht dienen,
        Gerhard

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      9. Lieber Gerhard,
        da sind wir wieder einer Meinung. Da halt zuviel im Fußball in Hinterzimmern verhandelt wird, denke ich auch, dass die DFL nichts riskieren wird um niemanden auf die Füße zu treten. Gleiches Prinzip wie bei der UEFA und Fifa. Ich finde zum Beispiel den Verteilungsschlüssel in England besser als in Deutschland, da die Unterschiede zwischen dem ersten und dem letzten Tabellenplatz finanziell nicht so gravierend sind wie hier. Und wenn der Rummenigge nach Setzlisten und nach Eigenvermarktung ruft, dann sollte er auch dazu sagen, dass die Roten Meister im Merchandising sind und die Liga auch in diesem Bereich abgehängt haben. Aber das nur am Rande. Was es braucht ist wieder das Gefühl zu haben, jeder kann jeden schlagen. Das Mannschaften immer wieder nach oben kommen können und nicht einige wenige die Titel ausspielen.
        Was es besonders schwierig macht sind die teils undurchsichtigen Vereinskonstrukte der Kapitallgesellschaften und die Rolle der Investoren. Da sind die Dokumente aus Football Leaks nur die Spitze des Eisberges.
        Ja, Schubert ist weg. Wie schnell jemand vom Helden zum Sündenbock wird. Jetzt soll, laut Gerüchten, Hecking anheuern. Gladbach muss aufpassen, dass sie keine Fahrstuhlmannschaft werden und mal oben spielen und dann geht es wieder nach unten. Und Draxler geht wohl nach Paris SG. Angeblich sind sich die Vereine und Spieler bereits einig. Und der HSV schreibt auch im 5. Jahr ein Minus in die Bilanz. Da bleibt man sich treu.
        Nach einigen grauen Tagen tut die Sonne mal wieder gut. Ich schiebe etwas Sonne mit 🙂
        Liebe Nachmittagsgrüße,
        Stefan

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      10. Lieber Stefan,
        ich denke auch, die Gladbacher müssen aufpassen, bis vor ein paar Monaten hatte man noch das Gefühl, da könnte was Großes entstehen, manchmal ist auch einfach etwas Geduld gefragt, die scheint dort derzeit eher nicht vorhanden zu sein. Bei Hecking halten sich meine Phantasien ziemlich in Grenzen. Der Wechsel von Draxler hat sich angebahnt, das hat von Anfang an nicht gepasst, und da die Wölfe finanziell inzwischen kleinere Brötchen backen, drängt sich das auf. Vielleicht wächst er ja an seiner Aufgabe in Frankreich, es wäre ihm zu gönnen.
        Danke für die virtuelle Sonne, aber ich fürchte, wir kommen hier heute aus dem Nebelloch nicht raus…
        Liebe Grüße,
        Gerhard

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      11. Lieber Gerhard,
        vielleicht sollten wir einen Zweit- und Fußball-Blog starten.
        Ich weiß nicht was in Gladbach nicht mehr gepasst hat. Gerüchte um Eberl kommen hinzu. Verletzte Spieler haben alle Vereine. Irgendwie scheint mir auf dem Bökelberg die Luft heraus zu sein. In der letzten Saison passte es einfach und jetzt scheint nichts mehr zu funktionieren. Bei Hecking bin ich bei Dir. Er hätte ein großer Trainer bei den Wölfen werden können. Ja, wenn er es geschafft hätte den Wölfen, nach dem Abgang von De Bruyne, eine neue Spielstrategie zu geben. Das war die Königsaufgabe an der er letztlich gescheitert ist. Ich glaube Ismael ist da auf dem richtigen Weg in dem er das System verändert hat.
        Warum damals ein Draxler nach Wolfsburg gewechselt ist, bleibt sein Geheimnis. Die Roten wollten wohl nicht. Doch angeblich waren Arsenal und Paris SG wohl auch an ihm dran. Und dann geht jemand nach Wolfsburg. Ich glaube, er muss erst zur Ruhe kommen, in einem homogenen Umfeld und einen Trainer haben der ihn dort einsetzt wo er seine Stärken ausspielen kann. Übrigens Favre ist mit Nizza Tabellenführer vor Paris SG. Zu gönnen wäre es ihm. Denn so viele Talente haben wir nicht in Deutschland.
        Hier zieht es sich langsam zu. Wenn schon die Virtualität nicht hilft, dann wünsche ich mir für euch Sonne. Wünschen hilft 🙂
        Liebe Grüße und auf einen spannenden Saisonausklang,
        Stefan

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      12. Lieber Stefan,
        zumindest phasenweise läuft unser Fußball-Blog über die Kommentarfunktion schon ganz gut ;-)) Draxler drücke ich die Daumen, wie Du sagst, so viele Talente haben wir derzeit nicht am Start, seine Spielweise fand ich immer sehr erfrischend.
        Dann hoffen wir mal auf Sonne, vielleicht kriegen wir zu Heiligabend wieder Grill-Wetter ;-))
        Liebe Grüße,
        Gerhard

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      13. Lieber Gerhard,
        mir scheint, dass Draxler nicht weiß was er will…mal abgesehen davon Geld zu verdienen oder er hat falsche Berater. Doch er ist noch jung und hat ebenso Luft nach oben. Wenn es Paris sein soll, dann drücke ich ihm ebenso die Daumen.
        So nun ist es fix. Hecking geht auf den Bökelberg und Stammel-Didi muss den HSV zum Jahresende verlassen. Hecking traue ich zu den BMG zu stabilisieren. Doch hat er in Wolfsburg, dass er über längere Zeiträume die Spieler nicht weiter entwickeln kann. Warum weiß ich nicht.
        Mit dieser Meldung hat zumindest Bruchhagen eine erste wichtige und richtige Entscheidung getroffen. Und Didi erhält noch eine Millionenabfindung. Sorgen um ihn müssen wir uns nicht machen. Jetzt könnte Bruchhagen sich über Weihnachten mit Allofs treffen. Der wäre wieder frei und könnte für eine Übergangszeit den Managerposten übernehmen. Das Karussell dreht sich wieder. Drücken wir auch Kloppo die Daumen. Im Moment läuft es beim LFC richtig gut. Platz 2 in der Liga und ein Halbfinale im Pokal.
        Ich bin gespannt wie es heute Abend ausgehen wird.
        Grill-Wetter zu Weihnachten hätte auch Charme. Aber vermutlich wird es eine kühle Suppe werden. Hauptsache kein Nieselregen.
        Liebe Grüße und Dir einen schönen Abend,
        Stefan

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      14. Lieber Stefan,
        alles andere als eine Entlassung wäre bei Beiersdorfer auch ein Witz gewesen. Ob Allofs beim HSV glücklich werden würde, ich weiß nicht recht, der hat denke ich zuviel Werder-Stallgeruch, solche Nummern sind selten gut gegangen, ich erinnere nur an das Winfried-Schäfer-Debakel beim VfB. Für Leipzig gab es gestern leider nichts zu ernten, die Liga wird in der Rückrunde wohl wieder langweilig werden, schade.
        Liebe Grüße,
        Gerhard

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      15. Lieber Gerhard,
        der Witz ist leider mit der Abfindung ziemlich teuer. Trotzdem ist die Entscheidung richtig. Und mit dem neuen Manager sollte auch der Nachwuchsmanager abgelöst werden, was wieder eine schöne Abfindung geben wird. Aber man hat es ja hier in Hamburg.
        Allofs war nicht ganz ernst gemeint. Mit Schäfer hast Du natürlich Recht. Ich bin für einen Manager und nicht für einen Ex-Spieler dem man einen Vorstandsposten gibt. Das kann ruhig jemand sein, der woanders vorher gearbeitet hat. Zumindest wäre er frei. Und bei den anderen Namen wie Heldt und Todt denke ich, dass passt nicht. Denn der neue Manager muss neben Ein- und Verkäufen vor allem den Nachwuchsbereich aufbauen. Hier soll der bisherige Manager Peters zwar jede Menge aufgeschrieben haben, was aber nicht umgesetzt wurde. Das lag einst auch in den Händen von Beiersdorfer, der schon damals nichts dazu auf den Weg gebracht hat. Da ist 1860 um Welten besser aufgestellt.
        Den Blick auf die Tabellenspitze erspare ich mir lieber. Schade. Doch ich denke die Leipziger werden aus diesen Niederlagen lernen. Und die Konkurrenz lässt auch die Punkte liegen. Es ist nun mal so wie es ist. Sollten die Roten nicht einbrechen, wird es vermutlich eine langweilige Rückrunde geben.
        Heute ist es grau in grau und die Aussichten sind auch nicht sonnig. Also behalten wir uns die Sonne Innen und gehen in die sportliche Winterpause.
        Liebe Grüße,
        Stefan

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      16. Lieber Stefan,
        die Nummer mit den Abfindungen kenne ich hier bei den Löwen nur zu gut, da wird von den angedachten 50 Ismaik-Millionen vermutlich einiges wieder in diesen Kanälen verschwinden, wenn der gute Mann das Personal im Tempo der letzten Jahre weiter so fleißig austauscht. Ob man bei 1860 im Nachwuchsbereich noch lange so gut aufgestellt ist, bezweifle ich, die nächste Zeit schaut das vielleicht noch ganz ok aus, aber in ein paar Jahren werden sie in ein Loch fallen, wenn nichts Grundlegendes passiert, die B-Jugend steht diese Saison nämlich vor dem Abstieg, da kommt wohl demnächst nichts mehr nach.
        Wir stellen fest: im Norden wie im Süden bleibt es schwierig.
        Liebe Grüße und einen schönen Abend,
        Gerhard

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      17. Lieber Gerhard,
        so ziehen für den Moment den Vorhang und viele Fragen bleiben offen…
        Ich denke, es wird in der Winterpause nicht langweilig werden. Hier stehen Personalentscheidungen an und bei euch nimmt der neue Trainer seine Arbeit auf. Und dann werden wohl neue Spieler dazu kommen.
        Deinem Schlusswort stimme ich voll zu.
        Dir auch den schönen Abend,
        Stefan

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  2. Die Botschaften des Romans sind durchaus interessant und haben Substanz für ein gutes Buch. Dieses Buch ist jedoch vor allem langweilig! Am Anfang noch vielversprechend, dann jedoch ohne weiteren Spannungsbogen. Man wartet darauf, dass es endlich los geht – das tut es aber nicht. Mitunter wird seitenweise getextet, ohne wirkliche Substanz. Man muss sich beim Lesen zwingen, durchzuhalten.
    Ich kann die vielen Lobpreisungen, welche dieser Roman erfahren hat, absolut nicht nachvollziehen. Das ist vermutlich ein wenig wie bei „Des Kaisers neue Kleider“. Nur, weil jemand ernste oder interessante Themen anspricht, heißt das noch lange nicht, dass er das gut macht. Ein langweiliges Buch ist ein schlechtes Buch, auch wenn aufgegriffene Inhalte einen seriösen Anspruch haben, auch dann, wenn der Autor schöne Sätze formuliert oder formal literarische Aspekte befriedigt.
    Das Leben ist zu kurz, um alle interessanten Bücher lesen zu können. Ich rate, statt dieses Buch, lieber in dieser Zeit ein anderes, ein besseres Buch zu lesen.

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    1. Danke für die Anmerkung, auch wenn ich das inhaltlich nicht nachvollziehen kann, ich fand das Buch überhaupt nicht langweilig – aber das ist halt – wie eigentlich immer in der Kunst – Geschmackssache. Roth spricht hier viele Themen von Rassismus über Identität bis hin zu Problemen der amerikanischen Gesellschaft an, die heute drängender sind denn je. Was wäre denn Ihrer Meinung nach ein besseres Buch zu den angesprochenen Themen? – Bin da für jeden Tipp dankbar.

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