Soul Family Tree (1): Lightnin‘ Hopkins, Ann Peebles, Lee Fields

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Frischer Wind und neue Ideen im gerade angebrochenen Jahr 2017 – der Gedanke zu einer Black-Music-Reihe wurde gemeinsam mit dem Hamburger Blogger-Freund Stefan Haase schon vor einiger Zeit geboren, jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht und es wird funky: Der Blues, der Soul, Funk, Jazz (und irgendwie auch Ska und Reggae) finden hier selten die gebührende Würdigung, dabei ist die Black Music ein weites und spannendes Feld, das wie viele andere musikalische Sparten dringender Beachtung bedarf.

Stefan Haase wird hier künftig in loser Abfolge ausgewählte Perlen vorstellen, vielleicht geb ich ab und an auch was zum Besten, den Hut in dieser Rubrik hat aber Stefan auf, er ist in dem Metier bei weitem der Versiertere von uns beiden.
Und bevor es losgeht mit dem Groove: Ein Blick in Stefans wunderbaren Fotoblog Freiraum lohnt immer – Spitzen-Fotografie mit entsprechender Kommentierung von ihm plus oft ergänzender, stimmiger literarischer/musikalischer Anhang.

Teil eins des „Soul Family Tree“ gehört dem legendären Texas-Blueser Lightnin‘ Hopkins inklusive Referenz zum einzigartigen Townes Van Zandt, der am Neujahrstag vor 20 Jahren viel zu früh verstarb, der großartigen Sängerin Ann Peebles, die z.B. auch Little-Feat-Gitarrenmeister Lowell George auf seinem einzigen, hervorragenden Solo-Album „Thanks, I’ll Eat It Here“ (1979, Warner Brothers) zu würdigen wusste, und last but not least einem der letzten großen Souler, Lee Fields, auf den vor kurzem auch Tracks/arte aufmerksam wurde – here we go, Ladies and Gentlemen, einen dicken Applaus für den ersten „Soul Family Tree“-Beitrag von Stefan Haase:

„Whoo, New Year, that’s the time I wanna see…”

Mit Soul und Blues ins neue Jahr 2017. Gerhard und ich hatten eine spontane Idee die musikalische Bandbreite hier im Kulturforum zu erweitern mit Soul, Blues, Funk, Jazz bis zur Moderne mit dem Fokus auf „Black Music“. Denn die Historie in der „Black Music“ hat viele Geschichten und alles was das Leben charakterisiert. Es soll dabei kein „Best of“ bekannter Songs und Interpreten geben, sondern eine handverlesene Auslese an Songs und Künstlern, die manchmal wieder aus dem Archiv hoch ans Licht geholt werden.

Los geht es mit „Happy New Year“ von Lightnin‘ Hopkins (1911-1982) aus dem gleichnamigen Album, einem der einflussreichsten Musiker und Vertreter des Texas Blues. Seinen Spitznamen Lightnin‘ bekam er bei seinen ersten Plattenaufnahmen 1946 bei Aladdin Records zusammen mit Wilson Smith am Klavier. Die Produzenten meinten, die Namen der Musiker bräuchten mehr Dynamik, und so wurden daraus Lightnin‘ Hopkins und Thunder Smith.

Sein Gitarrenspiel beeinflusste viele andere Musiker wie u.a. Buddy Guy, aber auch Singer-Songwriter wie Townes Van Zandt. Passend zum noch jungen Jahr hier zu hören mit „Happy New Year“. Zur Bedeutung von Hopkins sei die New York Times zitiert: „One of the great country blues singers and perhaps the greatest single influence on rock guitar players.“

Ann Peebles ist die Sängerin und Komponistin mit einer großen Stimme, leider ziemlich unterbewertet. Ihren größten Wurf hatte sie mit „I Can´t Stand The Rain“, der ein weltweiter Hit wurde. Abgesehen davon lohnt es sich, tiefer in das Werk von Ann Peebles einzusteigen. 2014 wurde sie in die Memphis Hall Of Fame aufgenommen. Da ich gern abseits vom Mainstream kleine musikalische Schätze versuche hervor zu holen, kann man hier einen Song aus 1978 vom Album „Hi Singles A´s & B´s“ wiederhören: „A Good Day For Lovin“.

Das Trio beschließt einer der letzten Großen des Soul: Lee Fields. Am 19. Januar 2017 spielt er im Muffatwerk/Ampere in München. Lee Fields ist eine Legende und einer der wenigen verbliebenen alten Soul-Man, die seit den späten 60er Jahren aktiv sind. Sein Sound lebt zwischen dem Zusammenspiel von Fields‘ warmem Gesang und dem dynamischen Spiel seiner Begleitband The Expressions. Bei dem Aderlass an Künstlern im letzten Jahr muss man solche musikalischen Größen ehren und pflegen. Viele sind nämlich nicht mehr da. „Never Be Another You“ vom aktuellen 2016 Album „Special Night“.

Weitere ausgewählte Konzerttermine von Lee Fields & The Expressions:

16.01. Zürich – Stall 6
17.01.Wien – Chaya Fuera
23.01.Düsseldorf – Zakk
24.01.Berlin – Columbiatheater
25.01.Hamburg – Mojo

Soul and Peace.

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15 Kommentare

  1. Lieber Gerhard,
    hab‘ vielen Dank für die schönen begleitenden Einführungsworte und die perfekten musikalischen Ergänzungen. Der Start ist gemacht. Möge die Soul Familie hier wachsen.
    Dankeschön auch an alle Kommentatoren. Ein weiterer Fokus wird in dieser Reihe im übrigen auf Frauen in der „Black Music“ liegen, die oft bis heute vergessen wurden, wie die eingangs erwähnte Ann Peebles. Und gegen das trübe und kalte Winterwetter kann „heiße“ Soul Musik auch helfen.
    Liebe Grüße,
    Stefan

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Stefan,
      ich habe zu danken für den schönen Beitrag. Genau, der Start ist gemacht, lässt sich gut an, denke ich.
      In der Hoffnung auf viele weitere Grooves, Beats, Bläsersätze und Soul-Brothers & -Sisters,
      liebe Grüße,
      Gerhard

      Gefällt 1 Person

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