Lee Fields & The Expressions @ Ampere, München, 2017-01-19

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Lee Fields, the „Little JB“: Arte/Tracks hat ihn vor kurzem in einem TV-Beitrag gewürdigt, Blogger-Freund Stefan Haase hat ihn in der ersten Ausgabe der „Soul Family Tree“-Serie vorgestellt, der treue Konzertbegleiter Anton hat die Diskussion über den angedachten Konzerttermin mit einem beherzten „Soul muss auch mal wieder sein!“ entscheidungsfreudig in die richtige Direktion gelenkt, insofern: Pflichttermin Hilfsausdruck, um mal wieder den guten Wolf Haas zu bemühen.
Der kleine James Brown – was das Energiebündel aus North Carolina am vergangenen Donnerstag an Bühnenpräsenz, Vokalkunst und purer Live-Energie auf den Brettern des Münchner Ampere präsentierte, muss die Vergleiche mit den großen Legenden des Soul-Genres in keinem Fall scheuen, der seit 1969 im Musik-Business aktive Lee Fields hielt sich mit seiner Interpretation des zupackenden Soul/R&B nicht groß bei Balladen-haftem Schmalz auf, einem Dampfkessel gleich, der permanent zu bersten droht, steigerte sich der geborene Entertainer in einen Rausch aus beseelter Soul-Predigt, abgrundtief aus Herz und Bauch kommendem Blues und energiegeladenen Tanz-Moves, in denen dem 65-jährigen manch Junger nicht das Wasser reichen kann, dabei hatte Fields den ausverkauften Saal des Ampere von Beginn an im zupackenden Griff, wie es nur den ganz großen Unterhaltungskünstlern dieser Welt beschieden ist.
Das Entladen des Drucks war von Minute zu Minute mehr spürbar, dabei wurde der Vulkanausbruch des Kraftpakets getragen von einer erstklassig eingespielten Band, der wuchtige Bass mit seinen schweren Funk-Grooves bildete die Klammer für die druckvolle Trommel, den tiefen Klang der New-Orleans-Orgel, die virtuosen Gitarren-Blues-Licks und die wunderbar auf den Punkt gespielten, beseelten Bläsersätze der Expressions, einer Band, die in der Wesensart eines uralten, gut geölten, verlässlichen Motors die perfekte Balance hielt zwischen grundsolider Perfektion und tief empfundener Adaption der Ecken und Kanten, des Schmerzes und der Freuden des Soul – und nicht zuletzt eine versierte Combo, die das Konzert über die einen Tick zu häufig auftretenden Untiefen der Mitsing- und Clap-Your-Hands-Passagen zu geleiten wusste.
Das schwer euphorisierte, in einem derartig entrückten Zustand lange nicht mehr erlebte Publikum mochte Lee Fields und seiner Band die kurze Konzertdauer von 75 Minuten verzeihen, speziell der vor Energie geradezu berstende Frontmann hat in dieser Zeit nicht weniger als alles gegeben und damit den ausverkauften Saal in dieser eiskalten Münchner Winternacht in einen dampfenden, kochenden, explodierenden Südstaaten-Kessel verwandelt. Praise & Respect.
(*****)

Lee Fields und seine Band hauen während ihrer Europatournee in unseren Landen zu folgenden Gelegenheiten noch einen raus, wer an ein Ticket rankommt, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen:

23.01.Düsseldorf – Zakk
24.01.Berlin – Columbiatheater
25.01.Hamburg – Mojo

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