Soul Family Tree (5): Janis Joplin, James Brown, Gloria Jones, Sam Cooke

LEON BRIDGES @ Technikum München 2015-09-15 (14)

Black Friday, heute wieder mit einem Beitrag vom Hamburger Freiraum-Blogger-Freund Stefan Haase und seiner Erinnerung an die große Blues-Shouterin Janis Joplin, den unvergleichlichen Godfather Of Soul, an die Soul-Sängerin Gloria Jones und einem Geburtstags-Gruß an Sam Cooke. Here we go, Soul-Brothers and -Sisters:

Janis Joplin hätte am 19. Januar ihren 75. Geburtstag gefeiert. Sie war die Queen des weißen Bluesrock und ehrgeizig, mit Funk- und Blues-Instrumenten neue Musikrichtungen zu erschließen, was ihr auch und besonders in ihrer letzten künstlerischen Phase gelang. Offiziell verstarb sie am 4. Oktober 1970 an einer Überdosis Heroin. Ihr Tod schockte damals die Musikwelt, da nur wenige Tage zuvor Jimi Hendrix verstarb und der Klub 27 zwei Neuzugänge bekam. Grund genug, sie zu ehren und an eine der Stimmen des 20. Jahrhundert zu erinnern.
An ihr großes musikalisches Idol, die Sängerin Bessie Smith, „The Empress of the Blues“, wird noch an anderer Stelle erinnert werden. Ausgesucht habe ich einen Bluessong, aus ihrer Zusammenarbeit mit ihrer ersten Band, Big Brother and The Holding Company, die Nummer „Turtle Blues“, der 1968er B-Seite der Single „Piece Of My Heart“.

Über James Brown gibt es sehr viele Geschichten. Bereits 1962 war Brown Millionär. Als er für sein legendäres „Live At The Apollo“-Album keine Plattenfirma fand, produzierte er die Aufnahmen selbst, und sie wurden ein großer Erfolg. Denn Brown kannte sein Publikum und wusste, was seine Fans hören wollten. Dieses Live-Album stand nach Veröffentlichung in jedem schwarzen Haushalt und Brown wurde damit zum reichen Mann. In dieser Zeit spielte er mit seiner Band mehr als 300 Konzerte pro Jahr, reiste quer durch die USA und machte sich mit jedem Auftritt populärer. In seiner zweiten Karrierephase, Mitte der 1960er Jahre, holte er Pee Wee Ellis als Bandleader und Arrangeur in sein Team. Besonders hervorzuheben ist Ellis‘ Mitarbeit als Co-Autor und Arrangeur von „Cold Sweat“ und bei einer der Hymnen für die schwarze Bürgerrechtsbewegung, „Say It Loud – I’m Black and I’m Proud“. Den zweiten großen Hit „Cold Sweat“ schrieb Ellis für Brown, indem er sich bei Miles Davis bediente. Er mochte die Bläser von Davis‘ „So What“ und fügte sie als treibende Kraft ein. So wurde früher kreativ „gesampelt“. Und zudem wird dieses Lied im Mai 40 Jahre jung. Am 25.12.2016 war zudem der 10. Todestag vom Godfather Of Soul.

„Sometimes I feel I’ve got to
Run away, I’ve got to
Get away from the pain you drive into the heart of me…“

Gloria Jones ist eine amerikanische Sängerin aus Los Angeles/Kalifornien. Sie war bis zu seinem Tod im Jahr 1977 die langjährige Freundin des Glam-Rock-Musikers Marc Bolan der Band T. Rex. Ihr Song „Tainted Love“ war 1964 nur als B-Seite der Single „My Bad Boy’s Comin’ Home“ erschienen und wurde ein kommerzieller Flop, er schaffte den Einstieg in die Charts in den USA und Großbritannien nicht.
Manche Geschichten gibt es nur in der Musik. 1973 entdeckte ein britischer DJ bei einem Urlaub in den USA die alte Single von Gloria Jones und kaufte sie. Der Song passte perfekt für den Motown-beeinflussten Sound der damaligen englischen Northern-Soul- Club-Szene und wurde einer der bekanntesten Northern Soul Songs überhaupt. Den größten Erfolg als Songwriter hatte Gloria Jones mit dem Song „If I Were Your Woman“, der 1971 für einen Grammy nominiert war. 1981 nahm das englische New-Wave-Duo Soft Cell, bestehend aus Marc Almond (Gesang) und Dave Ball (Percussion), den Song auf und machte ihn damit zu einem Welthit. Doch wir bleiben beim Original von Gloria Jones.

Als Extragruß aus der Soul Kitchen eine Erinnerung an Sam Cooke. Am 22. Januar wäre er 85 Jahre alt geworden. Seine musikalische Karriere umfasste nur 7 Jahre. Doch schrieb er dabei Geschichte. Er erhob den Gospel und vermengte ihn mit R’n’B-Elementen und erschuf damit eine neue Musikrichtung, die als Soul weltweit bekannt wurde. Eines der großen Live-Alben in der Geschichte der populären Musik kommt von Sam Cooke. Im Januar 1963 trat er im Harlem Square Club in Miami/Florida auf: „Live at Harlem Square Club, 1963“.

Und wie immer heißt es am Ende „Peace and Soul“. Mit diesem Gruß verabschiedete sich Don Cornelius, in der legendären amerikanischen TV-Sendung „Soul Train“ von den Zuschauern. Eine Tradition, die wunderbar für die Soul-Family-Tree-Serie passt.

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7 Kommentare

  1. Lieber Gerhard,
    vielen Dank für die schöne Umsetzung und einführenden Worte. Gerade in der kalten Jahreszeit tut ein heißes Menu aus der Soul Kitchen richtig gut und macht zudem Schwung und Freude.
    Genieße ein möglichst sonniges und entspanntes Wochenende,
    Stefan

    Gefällt 1 Person

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