Reingehört (287): Knife In the Water

Knife In The Water – Reproduction (2017, Keeled Scales)

Das Quintett Knife In the Water aus Austin/Texas hat sich nach dem ersten Roman-Polanski-Spielfilm benannt und von 1998 bis 2003 mit „Plays One Sound And Others“, „Red River“ und „Cut The Cord“ drei respektable Alben unters Volk gebracht, die in unseren Breitengraden sämtlich vom Beverunger Glitterhouse-Label angepriesen und vertrieben wurden, die Schreiber des Fachblattes Spex merkten seinerzeit an, dass die Auftritte von Velvet Underground in den späten Sechziger Jahren in Texas offenbar Früchte getragen haben, hinsichtlich erkennbarer Einflüsse von gedehnten Morbid-Folk-Pop-Nummern wie „Pale Blue Eyes“ oder „I’m Set Free“ vom dritten Album der Reed/Cale-Combo im Klangbild von Knife In the Water ist der Verdacht nicht gänzlich von der Hand zu weisen.
Nach 2003 gab’s aufgrund überschaubarer kommerzieller Erfolge keine neuen Tonträger der Band und 2007 haben sie den Konzert-Betrieb selbst im heimischen Austin für die nächsten zehn Jahre eingestellt, ohne sich je offiziell aufzulösen, Anfang März ist vierzehn Jahre nach „Cut The Cord“ überraschend ein neuer Longplayer der Sadcore-Kapelle erschienen, die Combo um Sänger/Gitarrist Aaron Blount schwelgt unverändert in einer ureigenen Mixtur aus dunkler, erhabener, melancholischer Slowcore-Indie-Schönheit, schräg-psychedelischem Americana-Sound und tiefenentspanntem Ambient-Folkrock, vorgetragen wie eh und je mit diesem ins Mürrisch-Depressive neigenden Zungenschlag, filigraner Gitarrenarbeit, einem völlig entschleunigten Rhythmusgerüst und punktuellem, maximal in die Länge gezogenem Pedal-Steel-Schmelz.
Irgendwie hat das Verschwinden der Band aus der Öffentlichkeit Mitte der Nuller-Jahre nicht groß für Aufsehen gesorgt, aber wenn man dann den mit „Reproduction“ perfekt betitelten neuen Tonträger in diesen Tagen hört, drängt sich der Verdacht auf, dass doch was gefehlt hat in den zurückliegenden Monaten und Jahren…
(**** ½ – *****)

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