Eine Kerze für James Cotton

Foto © Kasra Ganjavi / Wikipedia

Der amerikanische Bluesharp-Spieler James Cotton ist gestern im Alter von 81 Jahren in Austin/Texas an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben.
Cotton wurde 1935 im US-Bundesstaat Mississippi geboren, seine ersten musikalischen Schritte wagte er als Schlagzeuger, in den frühen Fünfziger Jahren startete er seine Berufsmusiker-Karriere mit der Blues-Harmonika in der Band von Howlin‘ Wolf, ab 1955 ersetzte er Little Walter in der Band von Blues-Legende Muddy Waters und wurde für die nächste Dekade bis 1965 Bandleader in der Formation des Chicago-Blues-Pioniers.
Mitte der Sechziger Jahre gründete er seine eigene Band, unter anderem mit dem Ausnahme-Pianisten Otis Spann. Seine ersten Soloaufnahmen hatte er bereits 1953 in Sam Phillips‘ legendärem Sun-Records-Studio in Memphis eingespielt.
James Cotton hat im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere mit zahlreichen gewichtigen Künstlern des schwarzen und weißen Blues zusammengearbeitet, Namen wie die bereits erwähnten Muddy Waters und Howlin‘ Wolf oder Big Mama Thornton, Taj Mahal, Janis Joplin, Johnny Winter, Greg Allman, Paul Butterfield, The Grateful Dead oder Sonny Boy Williams, von dem er einst das Bluesharp-Spiel erlernte, lesen sich wie das Who’s Who der amerikanischen Roots-Musik.
Seit den Neunzigern wurde es für Cotton aufgrund von Kehlkopf-Problemen inklusive einer Krebserkrankung mit dem Singen zusehends schwieriger, als Harmonika-Spieler war der Bluesman aufgrund seines unglaublichen Lungenvolumens bei Aufnahmesessions und Live-Auftritten weiterhin ein gefragter Mann.
Sein letztes Album „Cotton Mouth Man“ (Alligator Records) hat James Cotton unter anderem mit Größen wie dem Allman-Brothers-Band-/Gov’t-Mule-Gitarristen Warren Haynes und dem weißen Blues-/Soul-Sänger Delbert McClinton eingespielt.

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10 Kommentare

  1. Er wird eine ziemlich große Lücke im Blues hinterlassen, Gerhard. Denn er gehört zu den wenigen großen Musikern an denen sich bis heute auch junge Musiker inspirieren lassen. Allein die Liste der Namen mit denen er in 60 Jahren getourt hat liest sich wie ein Who is Who der Musikgeschichte. Vielleicht war dies auch sein Lebensmotto: „Blues Is Good For You“, von seinem letzten Studioalbum. https://youtu.be/mv8mqjIuOic
    Liebe Grüße und heute Abend auf „3 wichtige Punkte“,
    Stefan

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    1. So ist es, Stefan. Ein ganz Großer des Blues hat die Bühne verlassen, keine Frage. Vielen Dank für den Link.
      Mit den 3 wichtigen Punkten hat es ja geklappt, auch wenn es kein Fest für Fußball-Feinschmecker war, aber man ist ja inzwischen schon mit wenig zufrieden…
      Liebe Grüße,
      Gerhard

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      1. Ich mag James Cotton sein letztes Album. Man sieht es auch an den weltweiten Reaktionen, wie sehr er bis heute viele Musiker inspiriert hat und Vorbild ist.
        Wenn man unten steht, zählen nur die Punkte. Das ist nichts für Feinschmecker. Der Sieg heute war wichtig. Dennoch bleibt es spannend. Jetzt hoffe ich, dass Pauli auch nachlegen kann. Und der BvB mühte sich auch zum Sieg. Wenn das so weiter geht, werden sie wieder Vize-Meister.
        Liebe Grüße aus dem kühlen Norden,
        Stefan

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      2. Ich mochte sein Harmonika-Spiel schon immer, das hatte eine ganz eigene Dynamik. Ich denke, in dem Fach war er für viele prägend.
        – Stimmt schon, was zählt, sind Punkte. Seit gestern hat sich Kaiserslautern auch noch eingereiht in den Abstiegskampf, ich denke, mit dem Club und Düsseldorf werden noch ein paar mehr mitmischen. Mit einem Vizemeister Dortmund kann ich gut leben, der erste Platz bereitet chronische Schmerzen ;-)))
        Liebe Grüße aus dem ebenso kühlen, nassen und verwehten Süden,
        Gerhard

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      3. Das geht mir so wie Dir, was sein Harmonika-Spiel betrifft. Jetzt ist er wieder mit Muddy Waters zusammen.
        Ich denke auch, dass der Abstiegskampf noch lange nicht entschieden ist. Aue siegt mit dem neuen Trainer auch wieder.
        Manche sprechen heute von einem dreckigen Sieg der Dortmunder. Doch genau das brauchte die Mannschaft auch mal. Besonders enttäuscht war ich in dieser Woche von ManCity und ManUnt. Die haben beide kein defensives Konzept. In England scheint es mir nur zwei Mannschaften zu geben die defensiv stark sind: Tottenham und Chelsea. Ich glaube immer mehr, dass die Premier League komplett überschätzt wird.
        Und was die Roten betrifft, so trifft in der CL Ancelotti auf seinen Schüler. Zumindest sind die Paarungen auf dem Papier interessant. Und was die 1. Liga betrifft, so werden die Roten mal wieder vorab die Meisterschaft feiern und sich vielleicht auch gegen Real durchsetzen und dann zuhause gegen Dortmund im Pokal ausscheiden 🙂
        Hier stürmt es auch und kühl ist es zudem geworden. Behalten wir uns die innere Wärme.
        Liebe Grüße aus dem stürmischen wie nassen Norden,
        Stefan

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      4. Den Sturm haben wir Gottlob überstanden, hoffe, bei Dir ist auch alles glimpflich über die Bühne gegangen.
        In England marschiert Chelsea davon, Conte macht da einen super Job, allerdings scheint nicht klar zu sein, ob er bleibt, angeblich liegt ein Angebot von Inter vor. Mal sehen, jedenfalls kann der was, hat man auch bei der italienischen No-Name-Nationalmannschaft bei der letzten EM gesehen. Guardiola scheint derzeit größere Defensiv-Defizite bei City zu haben, mal sehen, wie lange das noch gut geht, aber um diese Söldner müssen wir uns letztendlich keine Sorgen machen, die kommen schon wieder alle unter.
        Mir wär’s lieber, wenn die Roten bereits gegen Real rausfliegen, je eher, desto besser. Gegen Dortmund im Pokal natürlich auch gerne ;-)))) In Liga 2 wird es für den KSC langsam prekär, das war heute ein grober Dämpfer, Düsseldorf wäre bei einem Karlsruhe-Sieg unten auch gut dabei gewesen. Wird noch ein heißer Tanz.
        Liebe Grüße + einen geruhsamen Sonntagabend,
        Gerhard

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      5. Hier war es zwar sehr stürmisch. Doch außer abgebrochenen Ästen usw. ist nicht viel passiert. Ich bin ja hier sturmerprobt 🙂
        Ich mag Guardiola seit seiner Zeit in Barcelona. Weil er eine genaue Vorstellung davon hat wie Fußball gespielt werden sollte. Und mit Barcelona und der ersten Saison bei den Roten hat er auch gezeigt, was er bewegen kann. Nur sechs Gegentore sind auch für Guardiala eine Katastrophe. Doch in England liegen Freud und Leid eng zusammen. Chelsea habe ich nur einmal gesehen und war recht angetan. Der Conte hat Chelsea wieder zu einer echten Spitzenmannschaft geformt. Und Tottenham hat auch nachgelegt.
        In der 1. Liga trennen den 9. vom 16. Platz ganze sechs Punkte. Das wird spannend. Und der KSC wird es jetzt sehr schwer haben. Schon wieder ein Big Point Spiel verloren. Das wird unten wie oben ein ebenso echt heißer Tanz bis zum Ende werden.
        Hier hat es den ganzen Tag geregnet. Doch es soll in der kommenden Woche besser werden. Geben wir der Sonne eine Chance :))
        Liebe Grüße und einen ebenso entspannten Abend,
        Stefan

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      6. Lieber Stefan,
        irgendwas muss in der Bundesliga ja noch spannend sein, die Meisterschaft und der Abstiegskampf sind es nicht, bei letzterem maximal noch der Relegationsplatz, aber ich denke, Ingolstadt und Darmstadt können langsam für die 2. Liga planen.
        Nette Anekdote zu Guardiola: hab gestern in der aktuellen 11Freunde einen Artikel über die spanischen Erstligisten aus dem Baskenland gelesen, dort wurde der Begriff „Tiki Taka“ geprägt, mit absolut negativer Konnotation, die Basken spielen einen sehr offensiven Fußball und stehen auf das Ballgeschiebe und den Besitzfußball CFB’scher Prägung überhaupt nicht.
        Der Sonne geben wir immer eine Chance, allein, sie mag sie derzeit nicht zu nutzen ;-))
        Liebe Grüße,
        Gerhard

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      7. Mit dem Abstieg und der Meisterschaft hast Du Recht. Ich denke, ein Trainer kann nicht alles. Da gibt es verschiedene Trainertypen mit ihren Stärken. Vermutlich würde ein Guardiola, Conte oder Mourinho auch in Hamburg scheitern. Am Samstag habe ich wieder den Freiburger Trainer Streich im Sportstudio gesehen. Allein was der Mann sagt, da stelle ich mir dazu seine Spieler vor und weiß, wie die für ihn brennen. Ein Supertyp der für Freiburg sehr gut passt. Wie sagte er im Gespräch, es sei ein Privileg dort als Trainer zu arbeiten wo man seine Familie und Freunde hat und sein zuhause ist. Aber wäre er auch erfolgreich woanders? Ich glaube auch, dass Trainer ihre Zeit haben. Klopp´s Offensivfußball in Dortmund war damals innovativ. Gleiches galt damals für den jungen Guardiola. Doch mit etwas Erfolg zu haben ist einfach. Aus diesem Erfolg aber die Mannschaft taktisch weiter zu entwickeln die Königsaufgabe. Daran scheitern die Trainer oft. Denn mit dem Erfolg wachsen auch die Erwartungen. Und ein erfolgreiches Spiel auf einen anderen Verein zu kopieren ist nach wie vor verkehrt.
        Heute hat es den Stendel von Hannover erwischt und Breitenreiter folgt ihm nach mit dem alternativlosen Projekt „Wiederaufstieg“.
        Hier ist wenigstens der Regen wärmer geworden. Doch die Aussichten versprechen zumindest weniger Regen. Geben wir also die Hoffnung nicht aus :))
        Liebe Grüße,
        Stefan

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      8. Der Streich ist eh der Beste, aber ich kann mir vorstellen, das er nur in Freiburg funktioniert, Stadt, Umfeld, Mentalität, nicht zuletzt die Spieler, da stimmt alles. Denke, das ist wie bei seinem Vorgänger Volker Finke, der hat auch im Breisgau wunderbar gepasst, woanders eher nicht, da kommen so viele Faktoren zusammen, die stimmen müssen.
        Hannover hat Druck, keine Frage, ein weiteres Jahr 2. Liga kann sehr teuer werden mit einem entsprechenden Erstliga-Kader. Den Breitenreiter halte ich für keinen schlechten, zudem kennt er den Horstl ja schon aus Gelsenkirchen, könnte also klappen. Am meisten drück ich Union die Daumen für den Aufstieg, Keller macht einen Top-Job und der Verein bleibt auf dem Boden, das passt.
        Bei uns hat’s die Sonne noch geschafft, wer hätte das gedacht…
        Liebe Grüße,
        Gerhard

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