Eine Kerze für Chuck Berry

Instead of falling flat on his face, however, he did the splits and came up on his haunches, skipping like a Cossack. Thus was invented the Duck Walk. That changed everything. In an instant, he was transformed into a superman. They called him the St. Louis Tiger and he was a poet, a lover, a necromancer.
„This man and his Duck Walk“, said Alan Freed, „are destined to make history…“
(Guy Peellaert / Nik Cohn, Rock Dreams)

„Du weißt doch, wie sehr ich auf Chuck Berry abfahre. Ich dachte immer, ich wäre meilenweit der einzige Fan, aber dann stehe ich eines Morgens mit einer Platte von Chuck am Bahnhof von Dartford, als ein Knabe, den ich von der Grundschule her kenne, auf mich zukommt. Er besitzt alle Platten von Chuck Berry…“
(Keith Richards über seine erste Begegnung mit Mick Jagger, in: Keith Richards, Life)

Chuck Berry: The Godfather of Rock and Roll ist in die ewigen Jagdgründe gegangen. Ohne ihn wäre die Rockmusik, wie wir sie heute kennen, nicht denkbar. Ohne ihn keine Beatles, keine Stones, keine Who, keine Led Zeppelin, kein Springsteen.
Selbst das rotzige Punk-Gepolter der Sex Pistols oder der Stadien-taugliche Proll-Rock von AC/DC waren im Grunde nichts anderes als härtere, dreckigere, manchmal schneller gespielte Chuck-Berry-Riffs. Kaum eine Band, die sich nicht bei ihm bediente, viele völlig offensichtlich mit entsprechender und gebührender Autoren-Nennung, andere wiederum mit schwindligen Versuchen mittels geänderter Texte und einem neuen Song-Titel wie „Surfin‘ USA“, den Anwälten im Zuge der Tantiemen-Streitereien sollte es hinsichtlich Arbeitsbeschaffung nur Recht gewesen sein…
Selbst der große John Cale, der ansonsten mit der afroamerikanischen Spielart der Rockmusik nie allzu viel am Hut hatte, hat sich vor Chuck Berry im Punk-Jahr 1977 auf seiner „Animal Justice“-EP vor Gott verneigt.

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5 Kommentare

  1. Lieber Gerhard,
    und seit 40 Jahren kreist „Johnny B. Goode“ im Weltall, auf einer Datenplatte, auf der Raumsonde Voyager…neben Bach, Beethoven und Mozart. Seine einzigartigen Akkorde rocken sozusagen von Ewigkeit zu Ewigkeit im All weiter. Nicht zu vergessen. Er war neben seines Gitarrenspiels ein großer Lyriker der es in 3 Minuten schaffte griffige wie kenntnisreiche Portraits über Amerika und seine Menschen zu schreiben. Dafür wurde er leider nie geehrt. Bob Dylan sagte heute sinngemäß, dass die Welt solange in Ordnung war, solange Chuck Berry lebte. Doch er wird weiter leben in seiner Musik und Lebensleistung die weiter getragen wird.
    Liebe Grüße,
    Stefan

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