Reingehört (297): The Spirit Of The Beehive

The Spirit Of The Beehive – Pleasure Suck (2017, Tiny Engines)

Psychedelisches Geschrammel mit schwerem Hang zum LoFi-Unperfekten, beherztes, enthemmtes Garagen-Gepolter, überwältigende Noise-Ausbrüche und ein feines Gespür für die spinnerte Seite des Pop-Experiments offenbaren The Spirit Of The Beehive aus Philadelphia/Pennsylvania auf ihrem zweiten Longplayer. Ein gewisses Faible für das Chaos, für das bedenkenlose Ausprobieren und das gefühlsgetriebene Hineinstürzen in das Abenteuer ist der Band kaum abzusprechen, und diese fatalistische Einstellung tut den Aufnahmen zum neuen Werk nur gut, jugendlicher Leichtsinn sorgt für die nötige Frische und lässt die zwölf Indie-Hauer weit herausragen aus dem gängigen Alternative-Sumpf, zumal unter dem verschwurbelten Gedöns eine feine Auswahl an griffiger Melodik lauert, die sich der Hörerschaft nicht unvermittelt aufdrängt, bei Entdecken aber dann umso vehementer ihre Wirkung und ihren Wohlklang entfaltet. Das Schöne und das Schräg-Chaotische sind in jüngster Vergangenheit selten eine gedeihlichere Symbiose eingegangen. Eindringliche Arbeit, deren Charme sich mit jedem Durchlauf mehr entfaltet und die Nummer in Richtung Jahres-Favoriten-Liste drängt.
Der Bandname ist dem spanischen Film-Drama „El espíritu de la colmena“ des Regisseurs Victor Erice aus dem Jahr 1973 entlehnt.
(***** – ***** ½)

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