Soul Family Tree (17): Prince Special

Black Friday Weekend Welcome, heute mit einem Gastbeitrag vom Hamburger Freiraum-Blogger Stefan Haase und seiner Erinnerung an das Multitalent Prince Rogers Nelson, der vor einem Jahr die Bühne in Richtung ewige Jagdgründe verlassen hat, here we go:

Vor einem Jahr starb völlig unerwartet, im Alter von 57 Jahren, Prince. Eine Ikone, Sänger, Songwriter, Produzent… ein Multi-Instrumentalist, der über 100 Millionen Tonträger verkauft hat. Zu seinen Ehren und als Erinnerung an einen Giganten in der Musik gibt es heute ein Special mit Prince. Und es gibt ein berührendes Tribute zu „Purple Rain“ und einen Auftritt der Superlative.

“Sometimes it snows in April
Sometimes I feel so bad, so bad
Sometimes I wish life was never ending
and all good things, they say, never last”
(Sometimes it snows in April)

Vor 12 Monaten schrieb ich einen Nachruf, aus dem ich hier zitiere. Musikalisch gibt es kein Best Of, sondern einen kleinen Rückblick auf sein zu Unrecht unterschätztes Spätwerk. Auf YouTube werden viele Videos von und mit Prince, wegen Urheberrechtsverletzungen, schnell wieder herunter genommen. Darum ist die Auswahl diesem Umstand geschuldet.
Los geht es mit Prince und „Word“, aus dem Album „3121“ aus 2006.

Als kleiner Junge lernte er bereits Klavier und brachte sich später selbst Gitarre und Schlagzeug bei. Mit 17 Jahren startete er seine musikalische Karriere. Mit 19 Jahren unterschrieb er seinen ersten Millionen-Dollar-Plattenvertrag bei Warner Bros. 1983 wurde er vom Musiksender MTV im Tagesprogramm gespielt und erreichte mit Songs wie „1999″ oder „Little Red Corvette“ zum ersten Mal die amerikanischen Charts. 1984, mit 26 Jahren, kam der internationale Durchbruch mit dem Album „Purple Rain“.

Wenn ein Künstler schon früh einen solchen Erfolg hat ist dies Fluch und Segen zugleich. Doch Prince kümmerte sich nicht darum diesen Erfolg zu konservieren und zu wiederholen. Für ihn schien es keine Grenzen zu geben. Er hatte in den 1980er Jahren einen ekstatischen kreativen Output und probierte sich an neuen Sounds und Formen aus. Er verschmolz Soul, Funk, R&B, Blues, Rock, Pop zu einem eigenen Stil. Zudem fand er Zeit für andere Künstler Lieder zu schreiben. U.a. den Hit der Bangles „Manic Mondays“ oder Sinhead O‘ Connors „Nothing Compared 2U“, Chaka Khans „I Feel For You“. Er schrieb auch für Stevie Nicks „Stand Back“, Sheila E., Sheena Easton, Alicia Keys und andere.

Aus seinem letzten Projekt 3RDEYEGIRL kommt „Another Love“, vom Album „Plectrumelectrum“ welches parallel mit seinem Album „Art Official Age“ 2014 und wieder bei Warner Bros. erschien.

Zu Beginn seiner Karriere pflegte er einen androgynen universellen Auftritt, war weder Schwarz noch Weiß, wechselte seinen Stil in der Musik und Mode mehrfach und blieb jemand, der seinen Stil damit früh kultivierte. Er kämpfte ein Leben lang für seine künstlerische Freiheit und Unabhängigkeit. Vor 2 Jahren konnte er sich nach einem jahrelangen juristischen Streit mit Warner Bros. einigen und erhielt die Rechte an seinen Songs zurück.

Wenn man sich auf die Suche macht nach dem musikalischen Werk von Prince im Netz, wird man auf den bekannten Streaming-Portalen kaum fündig werden. Sein gesamtes Werk gibt es nur bei Tidal, was Jay-Z gehört. Prince wusste, dass ein Künstler nicht durch einen Streaming-Dienst reich wird, die Betreiber jedoch schon. Da blieb er konsequent.

Kommen wir zu einem weiteren Höhepunkt. Sein legendäres Konzert beim Super Bowl 2007. Was für ein Auftritt. Und das bei strömenden Regen und starken Winden. Man hatte das Gefühl, es sei ein Prince Konzert und der Super Bowl das Vorprogramm.

Er schaffte den Sprung vom Künstler zum eigenen Kunstwerk früh. Etwas was nur wenige Künstler schaffen. Nicht das er als Künstler nur seinen Musikstil änderte. Er wechselte die Leinwand seines eigenen Gemäldes und wurde früh künstlerisch einzigartig. So gibt es nicht den einen Song, der stellvertretend für sein Werk steht. Seine Konzerte waren einzigartig, mit magischen Momenten, und ihn aus wenigen Metern Entfernung spielen zu sehen ließ Raum und Zeit vergessen.

„Purple rain, purple rain
Purple rain, purple rain
Purple rain, purple rain
I only wanted 2 see U bathing in the purple rain“
(Purple Rain)

Jools Holland hatte mit seiner BBC-Musiksendung „Later“ einige Tage nach dem Tod von Prince einen TV-Auftritt. Und es gab ein berührendes Tribut mit ihm am Piano, Gregory Porter und alle anderen Gäste stimmten zu „Purple Rain“ mit ein.

„Purple Will Never Sound The Same“

Zum Schluss noch etwas Aktuelles. Gerhard fand einen Konzertmitschnitt von Lambchop, aufgenommen am 30. März in New York. Als Zugabe gab es den Prince-Song „When You Were Mine“. Das feine wie lässige Konzert kann man hier komplett nachhören.

Bis zum nächsten Mal. Und wie immer schließe ich hier in Gedenken an den legendären TV-Moderator vom „Soul Train“, Don Cornelius, mit seinen letzten Worten in der Sendung.

Peace and Soul.

Stefan aka Freiraum

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2 Kommentare

  1. Lieber Gerhard,
    wieder ein schönes Artikelbild aus Deinem Archiv. Perfekt! Passend zum Thema gibt es noch gute 2 Wochen in der ARTE-Mediathek die letzte Ausgabe von „Abgedreht“ über Prince nachzuschauen.
    „Wer war Prince? Ein Jahr nach seinem Tod nähert sich „Abgedreht!“ noch einmal Leben und Werk der Pop-Ikone.“ http://www.arte.tv/guide/de/072324-014-A/abgedreht
    Liebe Grüße aus dem stürmischen Norden,
    Stefan

    Gefällt 2 Personen

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