Soul Family Tree (35): Early R’n’R Treasures

Der 14-tägige Black Friday von der Nord-Süd-Connection: Heute erinnert Stefan Haase vom Hamburger Freiraum-Blog nochmal gebührend an den kürzlich verstorbenen Fats Domino sowie weitere Pioniere des schwarzen Rock ’n‘ Roll – Shake your Moneymaker, here we go, Soul-Brothers and Sisters:

Es gibt unzählige Künstler, denen zugeschrieben wird, den Rock and Roll vorweg genommen, ihn musikalisch aus der Taufe gehoben zu haben. Im Soul Family Tree gab es dazu auch schon musikalische Beispiele, u.a. von Louis Jordan oder von Ike Turner. Doch die meisten Musiker sind heute vergessen. Geblieben sind Künstler wie u.a. Chuck Berry, Elvis Presley, Carl Perkins, Johnny Cash, Little Richard, Jerry Lee Lewis und der vor wenigen Wochen verstorbene Fats Domino, um den es heute im ersten Song gehen wird.

Fats Dominos Leben ist eng verbunden mit seiner geliebten Heimat New Orleans. Das Leben von Antoine Dominique Domino Jr. in wenigen Worten zusammen zu fassen ist eigentlich nicht möglich. Dennoch in aller Kürze einige Fakten: mit 10 Jahren begann er mit dem Klavierspielen. Mit 14 Jahren trat er bereits in lokalen Bars auf. Dabei fiel er anderen Künstlern nicht nur durch sein Äußeres, besonders auch durch seinen Stil auf und wurde schnell „Fats“ genannt, weil sein Klavierspiel dem von Jazz-Größen wie Fats Waller ähnelte.

1949 machte Fats Domino seinen ersten Schallplatten-Deal bei Imperial Records. Er musste dabei mit Produzent Dave Bartholomew zusammen arbeiten, da er sonst keinen Plattenvertrag bekommen hätte. Eine Methode der Plattenfirmen, die alle afroamerikanischen Künstler erfuhren. So wurde „The Fat Man“ aufgenommen und im Dezember 1949 veröffentlicht. Es wurde Fat Dominos ersten Millionenerfolg. „The Fat Man“ gehört zu dem Dutzend an Songs, die den Rock and Roll vorweg nahmen und deren Interpreten Pioniere ihrer Zeit waren.

Im Januar 1950 kam der Song in die Top 20 der damaligen R&B Charts und erreichte 1953 die Millionengrenze. Es war der Startpunkt für Fats Domino zu seiner großen Karriere, und so schrieb er in den 1950er Jahren allein mehr als 35 Hits, die seinen Back-Katalog begründeten und von deren Erfolgen er ein Leben lang zehren konnte.

Wir bleiben beim Klavier und kommen zu Lloyd Price und seinem Song aus dem Jahr 1952 „Lawdy Miss Clady“. Price stammt wie Fats Domino aus New Orleans, er hatte in den 1950/60er Jahren einige große Hits. Hier kann man Fats Domino am Piano hören. Da Price bei einem anderen Plattenlabel unter Vertrag war, wurde Fats Domino nie namentlich genannt. Es gibt von diesem Song mehr als 150 Cover-Versionen.

Mit Huey „Piano“ Smith aus New Orleans kommen wir zu einem der bedeutendsten Musiker der Piano-Tradition der Stadt. Er war erfolgreicher Session-Musiker und Komponist für andere Interpreten. Dann gründete er seine eigene erfolgreiche Band The Clowns in den 1950er Jahren. Sein größter Hit „Don’t You Just Know It“ kam im Januar 1965 unter dem Titel „Don’t ha ha“ von der britischen Beatband Casey Jones & The Governors heraus, diese Version war u.a. auch in Deutschland erfolgreich. Doch wir bleiben beim Original.

Bo Diddley fehlte bislang hier im Soul Family Tree, was heute nachgeholt wird. Er verknüpfte den Rock and Roll mit dem Blues, setzte schon früh Akzente und kreierte seinen eigenen Stil, der sehr viele andere Musiker bis heute inspirierte. In den 1950er Jahren baute er sein Markenzeichen: eine Gitarre mit einem rechteckigen Korpus. Obwohl sein Stern ab den 1970er Jahren sank, nahm er weiter Platten auf und tourte durch die Welt und spielte mit vielen anderen Musikern zusammen. Als der Punk aufkam, erinnerten sich einige Bands an seine Titel. So wurde sein Name und sein besonderer Gitarrenstil immer weiter getragen. 2007 starb er, fast 80 Jahre alt, in seinem Haus in Florida. Für heute habe ich seinen Titel „You Can’t Judge A Book By It’s Cover“ ausgesucht.

Der Rausschmeißer für diesen Monat kommt von der Blues-Legende Little Walter aus Louisiana. Der Chicago-Blues ist mit seinem Namen eng verbunden. Er kreierte einen einzigartigen elektrischen Blues-Sound. Mit nur 38 Jahren starb er 1968 zu früh in Chicago. Hier kommt Marion Walter Jacobs aka Little Walter mit „Off The Wall“ aus dem Jahr 1953.

Zum Schluß noch ein Hinweis. Alle bereits hier vorgestellten R&B-Songs plus Bonus-Songs habe ich in einer öffentlichen Playlist bei YouTube zusammengestellt. Zum Nach- und Wiederhören. Viel Spaß!

Und beim nächsten Mal in 4 Wochen gibt es u.a. ein Special um den legendären Savoy Ballroom Tanzclub in Harlem/New York. Dann heißt es „Stompin‘ at the Savoy“.

Peace and Soul.

Stefan aka Freiraum.

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