Reingehört (384): Yowie

Yowie – Synchromysticism (2017, Skin Graft Records)

Trio aus St. Louis/Missouri, sprengt mit zwei Gitarren + Drums alle Grenzen der gängigen Rockmusik in Richtung Instrumental-experimenteller Post-, nervöser Prog- und Math-Rock.
Polyrhythmik und ineinander greifende, abgehackte, wütend-schneidende Gitarren-Riffs/Dissonanzen, die ihrerseits einen eigenen, losgelösten, hyperaktiv rhythmischen Charakter prägen. Die Band schert sich nicht das Geringste um klassische Song-Strukturen und Melodik-Konventionen. Robert Fripp auf Speed, quasi, auf der Überholspur. Oder This Heat mit anderen Mitteln und vor allem gesteigertem Radikal-Ansatz, 35 Jahre später.
Der Drummer mit dem Pseudonym Defenestrator ist im richtigen Leben als Psychologe im medizinischen Bereich zugange, das mag den klinisch abstrakten, wissenschaftlich durchkonstruierten wie hoch komplexen Sound der Band hinlänglich erklären.
Fünf mittellange Stücke mit genügend Laufzeit, um der Hörerschaft das Zurechtfinden in den komplizierten, die Wahrnehmung auf die Probe stellenden Instrumental-Entwürfen zu ermöglichen, ohne grundlegend zugewandten Willen nichtsdestotrotz ein schwieriges Unterfangen. Böse Zungen würden behaupten: Geistig-kompositorisches Onanieren für/von Postrock-Autisten. Die Bandcamp-Seite sagt: „This is post-apocalyptic dance music for the coming age“. Je nachdem…
(**** ½)

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