Reingehört (421): Bruno Sanfilippo

Bruno Sanfilippo – Unity (2018, Dronarivm)

Der Argentinier und Wahl-Spanier Bruno Sanfilippo ist auch in der Musik ein Grenzgänger, der sich in seinen Kompositionen versiert zwischen zeitgenössischer Klassik und sphärischen Ambient-Tondichtungen tummelt. Seine bis dato veröffentlichten, zahlreichen Tonträger werden von Kritikern und Hörern auf einem Qualitätslevel mit Werken von Arvo Pärt, Max Richter, und Jóhann Jóhannsson gewertet, schwer vermutlich völlig zurecht. Auf seinem demnächst erscheinenden Album „Unity“ spinnt er ein fein gewebtes Netzwerk aus dezenter, völlig unaufdringlicher, abstrakter Trance-Electronica und klar strukturierten Piano- und Streicher-Schichten aus den Bereichen der Neo-Klassik und der Minimal Music, eine entrückte Wunderwelt an erhabenen Instrumental-Arbeiten, bewegend, emotional, im Grundton in getragener Melancholie vorgetragen, durch stete Wiederholung der melodischen Grundmuster eine gewisse Monotonie der einzelnen Arbeiten herauskehrend, und doch wider Erwarten eingedenk dieses kompositorischen Ansatzes das Gemüt erhellend, die Seele erbauend und die Gehörgänge umschmeichelnd.
Der klassisch ausgebildete Musiker und Komponist Sanfilippo fühlt sich auf den acht Kleinoden weit mehr der stringenten Ausformulierung gespenstisch schöner Arrangements als dem Ausloten an experimentellen Möglichkeiten mittels elektronischer Gerätschaften verpflichtet. Diese eindeutige Ausrichtung steht den Aufnahmen gut zu Gesicht und lässt sie als Gesamtwerk zu einem uneingeschränkten Hörvergnügen reifen.
„Unity“ erscheint am 16. Februar beim Moskauer Indie-Label Dronarivm, das Programm der russischen Spezialisten für Ambient-Musik und zeitgenössische Klassik um Firmen-Chef Dmitry Taldykin verdient gesteigertes Interesse der geneigten Hörerschaft, wie auch die kürzlich hier vorgestellte Kollaboration von Aaron Martin und Machinefabriek eindrucksvoll unterstrichen hat.
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